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Der Israelit · 1911-02-23 · Heft 8 (23.2.1911) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
52 (1911)
Issue
Heft 8 (23.2.1911)
Date
1911-02-23
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
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■ - >°!7. l^1 . ^T*i^>-Vl^«*r. i-^V- 23. Februar ltil Der SitaclÜ *o. 8 Weite 9 wozu große Vorbereitungen getroffen werden. DaS Programm, das in den nächsten Tagen zur Veröffentlichung kommt, wird neben hervorragenden musikalischen Darbietungen (Kapelle der 63er, unter persönlicher Leitung des Musikmeisters H?rrn Paul Georgy) ein ausgesprochen humoristisches Gepräge tragen und den Teilnehmern einige genußreich?, humorvolle Stunden bereiten. Personalien. Breslau, 14. Febr. Im hohen Alter, nach längerem Leiden, aber doch mitten cus ci^em Leben voll lebender Teilnahme an allem Jüdischen ist vor wenigen Tagen Frau Wwe. Fanny Kober n"P von uns geschieden. Es war etwas Heldenmütiges, Kraftvolles in dieser merkwürdigen Frau, das einem den tiefen Sinn der jüdtschm Spruchwetsheit mit ihrem Preise der rUPK verstehen lehrt', wenn man ihr näher trat. Als Tochter eines jener echten '’Tftbfl/ wie sie im deutschen Osten vor Zetten den Kaufmann sstand zierten, hitte sie früh schon den Gehalt und die Freude jüdischen Lebens, früh aber auch, nach kurzer glückliier Ehe mit ihrem hochangesehenen, frommen Gatten, bas bittere Leid des Alleinseins kennen gelernt Und d ch hat sie in jenen Jahren trauererfüllttn WiiwendaseinS, als junge Mutter langsam erst heranreisender Kinder den lebuisfr scheu Heldenmut ihrer starken S:ele recht eigentlich bewährt. Ihre Kinder mit jener glühenden, begeisterten Liebe zu Thora und Mizwoth zu erfüllen, wie sie ihr selbst aus den Schriften ihres Lieblings-Autors, Samson Raphael Hirsch) b"Xl' mit immer neuen Frische zuströmte, war fortan ihre emsige Lebensaufgabe. Und wahrlich, am Abend ihres arbeit »reichen, von Sorgen und Mühen aller Art erfüllten Leben?, als sie ihr? Töch'er versorgt, den Söhnen durch ihre sorgsame Erziehung den Weg auch zum äußeren Erfclg geibn-t und im Kreise ihrer dankbaren Kinder und Schwiegerkinder ein freundliches, lieberetches Heim gesunden hatte — da durfte sie in frohem Aufbl ck zu dem, der v'2N2 21V üb tiefe ihre Lebensaufgabe als reftlo» gelöst ansehen. Mit einer Vielseitigkeit der Interessen ausgerüstet, wie sie in so hohem Alter selten anzutrefftn ist, der olzte tie Heimgegangene in ih er stillen Stube den Gang d:r hohen Politik, wie die Entwicklung und dte Kämpft der jüdischen Organisationen, und mit rürrcndcr Liebe lebte sie j den kleinen und großen Erfolg mit, den die Sache d s grsetzestreuen Judentums irgendwo zu verzeichnen hatte. Sie betätige diese Liehe durch manche opferfreudige Zuwendung, und noch übers Grab hinaus hat sie ei re ganze Reihe ihr am Herzen liegender Jrstltuttonen, wie das Palästinrschulrverk der „Freien Bereinigung", die Prcßburger Jeschiwa, das RaMnerftminar zu Berlin, das Lehrerseminar zu Köln u. a. durch letztwillige Verfügung mit Legalen bedacht. Den Wunsch d°.r Heimgegangenen ehrend, gaben an der Bahre nur ihre Söhne und ihr Schwiegersohn den Gefühlen des Schmerzes Ausdruckwährend der n#2tP sprachen Rabbiner Dr. Auerbach aus Halberstadt und Klausratblner Dr. Spiegel aus Altona. n"32ttn Pietz, Oberschleflen, SO. Febr. Bon einem schweren und schmerzlichen Verlust ist unsere Gemeinde betroffen wordcn. Unser Rabbiner, Herr David Rau, der in vorbildlicher Art zwei Iah-zehnte hindurch sein heiliges Amt verwaltete, ist uns am 10. Schewat auf der Mittagshöhe des LeöenS durch den Tod entrissen worden. Auf dem Standpunkte de* gesetzestreuen Judentums stehend, hat er seine beste Kraft eingesetzt, um im Sinne unserer heiligen Thora auf At und Jung etnzuwirken. Mtt großem taln irdischen Wissen ausgcstattet, in der jüdischen Literatur des Mittelalters, besonders der reli atonsphilosophijchen, heimisch, auch in welrltcher Miffenschaft hervorragend bewandert, als Jude und als Mensch in gleicher Weise verrhrmgSwürdtg, war er eine in unserer Zeit seltene Erscheinung. Den Aufgaben seines Amtes als Lehrer der Erwachsenen und der Jugend mtt opferfreudiger Hingebung gerecht wcrdcnd, von einer ganz außergewöhnlichen, hier fast sprichwörtlich geworderen Selbstlosigkeit und Bedürfnislosigkeit erfüllt, war es seine höchste Freude, in den Mußestunden seines Amtes in der heiligen Thora zu forsch?», kannte er keinen höheren Genuß, als st ff m den Inhalt unseres heiligen Schrifttums zu versenken. Er hat eine Fülle talmudisch-wtffenschaftlicker Arbeiten htnterlaffen, die er in seiner rührenden Bescheidenheit nie zur Veröffentlichung brachte. Voll Gottesfurcht und Menschenliebe war sein L ben ein LWN V1Nj2, rr.ang er stch die ungeteilte Liebe seiner Gem inde und aller, die ihm näher traten. Sein Leichenbegängnis gestaltete stch zu einer imposanten Trauerkundgebung. Fast alle ober schlesischen Rabbinen waren herbeileeilt. Sämtliche Behörden u serer Stadt, die Geistlich'eit, daS Gymnasium, die Töchterschule, die Fürstlich Pießsche Verwaltung u. a. m. waren vertreten. In der Synagoge würdigte Herr Rabbiner Dr. K o p f st e i n - B e u t h e n die Verdienste des Verstorbenen. In der Leichenhalle sprachen die Herren Rabbiner Dr. Cohn aus Katlow tz, Dr. K a a tz aus Zabrze, ferner Herr Dr. Gilles aus Breslau sowie namens des zionistischen Aktionskomitees Herr Arnold Wiener aus Kattc witz, und a s letzter, am Grabe, H:rr Dr. med. Rau, ein Bruder des Berrwiglen. Das Andenken deS Hetmgega genen wirb bei uns in Ehren fortleben 7,2*12^ “121- Briefkasten. E. Hamburg. Der Bericht findet in etwas gekürzter Form Ausnahme. Besten Dank! Frau L. K Ofsenburg „Arcbives israelites“ Parts, 26 Rue Baudin und „L’Univers Israelite“ Paris, 11 Rue Say. L. L. in Altona. In Genf: Jakob Feuerwerker Rue du Mont Blaue 11. Ueker den anderen Platz wissen wir keine Auskunft zu geben. I. K. tN B Besten Dank für Ihr Anerbieten, doch ist es uns aus technischen Gründen leiier unmözl'ch, größere hebräische Gedich'e aufzunehmen. M. M. B. in Pf. Darüber herrschen verschiedene Meinungen. Wir raten Ihnen, die Frage einem gesetzcstreuen Rabbiner vorzulegen. A. B. 100. Da wirb wohl niemand etwas dagegen ernzuwenden haken. M. L. in B. Willen Sie uns bitte die Arbeit zur Ansicht schicken. Uereinskaiender. Verein Mekor Chajinr. (Bereinslokal Langestraße 18.) Freitag, 24. Februar, abends 8% Uhr im Bereinslokal: Zwanglose Zusammenkunft. Samstag, 25. Februar, nachmittags 8% Uhr, im Hörsaale der Svnagog? Friedberger Anlage: Mtkro- Bortrag des Herrn Max Ioseph. Sonntag 26. Februar, 6 Uhr nachmittags in der Au'a der Realschule Am Tiergarten 8: „Jüdische Fasinachtsgedanken". Referent: Drstr. Robb. Dr. Raphael Breuer aus Afchaffcnburg. Jüdische Frauenvereinigung e. B. Dienstag, 28. Februar, nachmittags 1 Uhr tm neuen Hörsaale der JSraeltttschen Reltgtonsgesellschaft Friedberper Anlage 5: „Ausgewählte Psalmen" von Dr. I. H. B o n d t. Mittwoch, 1. März, abends 8l/j Uhr, im Saale der Loge zum „Fankfurter Adler", Setlerstr. 22: „Die Memoiren der Glück! von Hameln". Referent: Herr Prov.-Rabb. Dr. Salvmon Bamberger aus Hanau Gäste (Damen und Herren) willkommen? Bereinigung zur Pflege jüdischer LebenSanschauung ''21 rfrrti* Donnerstag, den 2. März, abendS 8*/4 Uhr un Bereinslokal Lankestraße 18: „Der jüdische Kalender". Referent: Herr Rabb. Dr. Bondt aus Mainz. Berlin zur Pflege jüdischen WiffenS Tif ereth Bachurim e. B. Sonntag, den 26. Februar, abends 9'/. Uhr: Bortrag des Hrrrn Hermann Goldfchmidt: Aus den Seltchoth: ATIlamiiiennaefcrietten. Verlobte: Fanny Fromm,Leo Heß.Kitzmgena.M.- Birstein. — Clemencine Oppenheimer. Ferdinand Vogel, Neckarsteinach-Mannheim. . - , BanaiEwohfeler : K ar l» Sohn von Salomon O ppenheim. Mannheim. - Arthur. Sohn von Hermann Rothschild, Frankfurt a.M.. in der Synagoge Friedberger Anlage. — Hermann, Sohn von Wolf Btndefeld, Frankfurt a. M.. Synagoge Friedberger Anlage. — Hermann Epstein. a. Rußland, b. Herrn Morttz Hirschberg. Frankfurt a. M., in der Synagoge Friedberger Anlage. Labbat - Anfang u. Ausgang a'bpv na» n'vvv IT: j Anfang Matnm llbrlMin. 1911 5671 tthx fWHn. 25 27 Srßmki»rt «- M. 5 30 Febr. Schebat 6 45 lverNm .... — - 6 18 Wi»«en . . . — — 6 33 Gtretzbnrs . 5 45 6 45 Statt****. . . 5 15 6 40 Pose« . . . . 5 30 6 08 NSraber* . . 5 40 6 30 Hmadmr* . . A — — 6 35 FDr den Inseratenteil ist die Redaktion nicht verantwortlich, msousoauere ist es ansschllessuchSache der Leser, die in Inseratenteil enthaltenen Enpfehlnngen ritueller Waren oder sonstige Angaben rellglowsg esetzllehen Charakters auf Ihre Zuverlässigkeit zu prüfe». Carl Grebenau, Frankfurt a. M Zeil 3, eg Tel. 6069. 3 uwelen, Uhren, Goldu. Silb er war en, Israel. Knltusgegenstände. Tafelbestecke. Mit Auswahl Sendungen gern za Diensten. Kad Cm». | Neuer Bes. Eng, CFoldflech. Altre«. Haus I Ranges. Unter Aussicht Sr Ehrw. Herrn Bezirksrabb. Dr. Weingarten Einzig unter Aufsicht stehendes Hotel hier am Platze. Das ganze Jahr geöffuet. A «nähme von Hochzeiten WUWMWMWM Fpeiburg i. Br. Bergvilla Clotilde. — Ludwijrstraßse 51. — Jsr. Löchter-Pensionat mit Fortbildnugs- und Hanshaltungskarsen voa Frau Jda Cohnu LotteBernstein.staatl. grpr. Lehrerin f. Volksu. höhere Mädchenschulen. Borzügl. Wissenschaft!, u. vrakt. Ausbild. Engländ. u. Französin i. Hause. Fst. Refer. 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