Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 52 (1911)
- Issue
- Heft 7 (16.2.1911)
- Date
- 1911-02-16
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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^■Tr>.w? ^^^»'yvwsyy3" ®«r Mtraeltt. dennoch.LeSünbernswerte wiffenfchastltche Letfthngen her vorgebramt haben, z. B. R. Saadja Gaon, dl n Begründer der Wischen Religion^ Philosophie, unb^Maiwonides, der deF Phtlvsophte des späteren Mittelalters die Bahnen gewiesen. Dasselbe bewähre sich tn der neueren Zeit,' als Mvstcr solcher Bereinigung wahrhafter wisicnschaftttcher Tätigkeit im Bunde mit unverrückbarem Festhalten an der überlieferten Wahrheit stellte drr Redner den Chacham Bernahs und seinen großen Schüler S. R Hirsch y'X7/ R. Esrtel Hildesheimer und seine Schüler, sowie unseren verehrten Gemeinderabbiner Dr. Feilchen selb hin. Aber die wissenschaftlichen Gegner Htrschs, Zunz, Frankel und Graetz hätten freilich den Boden der Ueberlteferung mehr ober weniger ausgegeben; dennoch sei ihnen eine gewisse Achtung vor der Mischen Vergangenheit lebendig gewesen/ und nur dadurch war cs ihnen möglich, die jüdische Wissenschaft durch ihre Leistungen zu fördern, während Geiger, der die lieber lü fei ung und die jüdische Geschichte verachtete, einen einzigen Schüler von Bedeutung herangebtldet habe, und auch nach dieser Richtung verdankt Geiger seine wissenschaftliche Tüchtigkeit lediglich seiner in der Jugend genosienenen Cheder-E'Ziehung. In der Diskusfion wies der Generalsekretär der „Freien Bereinigung", Herr Dr.d e H a a S, darauf hin, baß öaS liberale Judentum der jüdischen Wissenschaft durch Beetnträchttgung deS Studiums der heiligen Sprache unter den Nichtgelehr ten die Leser und Liebhaber entziehe und darum auf die Dauer wissenschaftlich unfruchtbar bleibe. Der Borfitzende, Herr Dr. med. C a l v a r y, wies darauf hin, daß auch in den Naturwissenschaften eine große Strömung, repräsentiert durch den Keplerbund, sich geltend mache, die darauf auSgeht, nachzüwetsen, wie die Grundlagen der Religion sehr wohl mit den Ergebnissen der Wissenschaft vereinbar seien. Mus der Versammlung wurde an die anwesenden Eltern die Aufforderung gerichtet, ihren Kindern eine wirksame religiöse Erziehung zu geben, damit fie befähigt werden, bereifst im Leben die Widersprüche zw schrn den Anschauungen unserer Zeit und denen des Judentums zu überwinden. Nachdem Herr Tr. de Haas nach kurze« AuSfüh ungen auf die segensreiche Tätigkeit der „Frei n Vereinigung", namentlich auf dem Gebiete der Gesetzgebung, htngewiesen hatte, schloß der Borfitzende die überaus harmonisch uud eindrucksvoll verlaufene Versammlung. Wöllstein, Bez. Posen, 2. Febr. Den intenfiven Bemühungen des Herrn Kantor W o l k o w s k i ist eS gelungen, h er einen „Verein für jüdische Geschichte und Literatur" zu gründen. Die Ent ftehurig deS Vereins ft zum großen Teile Herrn Rabb. Dr. Cohn in Rawitsch zu verdanken, welcher es auf aus Veranlassung des Herrn Wolkowski in liebenswürdiger Weise übernommen hatte, durch einen glänzenden recht beifällig aufgenommenen Vortrag für den Likraturveretn Propaganda zu machen. Antonirnhütle (O.-S.), 28. Jan. Der htestge, sehr wohltätig wirkende Frauenveretn feierte sein 50jährtges Jubiläum, zu dem Abordnungen fast sämtlicher oberschlestscher Schwefternvereine erschienen weren. Herr Rabbiner Dr. Goloschmidt aus KSnigshütte hielt die Festride. Krakau, 12. Febr. In einer am letzten Sonntag abgehaltenen, von etwa 500 Prrsonen besuchten öffentlichen Versammlung sprachen die Herren Dr. Munk auS Lemberg und Tr. Peiper. Erster er über die Bestrebungen des Vereins ^MfHD und letzterer über „Die Enquete über die Notlage der galizischen I den". Beide Referats die viel zur Aufklärung über die Lage beitrugen, wurden mit großer Aufmerlsamkeit und regem Beifall ausgenommen. sei» jüdischer Sinn bemertvar. Wer an seine Tür klopfte oder fich mit einer Bitte an ihn wandte, wurde reichlich beschenkt. So konnte mcn jeden CHin eine große Zahl von Armen und Witwen zu ihm wandern sehen um ihr Roschchodes-Geld einzukasfieren. Leiber war es dem Verblichenen nicht gegönnt, irgendwie öffertltch tätig zu sein. Denn eine schwere Krankhrit, die ihn noch in jungen Jahren befiel, fesselte ihn vis zu seinem Lebensende an das Haus. '' n22f 2fi Karlsruhe, 5. Febr. Unsere ReligionSgesellschast hat in Herrn Joseph Geismar den ein sanfter Tod von schmerzenretchem Leiden erlöst hat, ein treu ergebenes Mitglied, einen wackeren 'TUT verloren. Aus seiner Heimat im badischen Oberlande war er vor etwa 30 Jahren nach Karlsruhe verzogen und hatte fich hier sofort Mir hingebungsvollem Eifer den Bestrebungen der ReligionSgesellschast angeschlvffen. In ihr fand er die volle Befriedigung seines tief religiös veranlagten Gemütes, hier fand er euch mannigfache Gelegenheit, seine Kenntnis von rnifi und zu erweitern und zu befestigen. Er war ein tatkräftiges Mitglied unserer rron und kannte keine höhere Lebensaufgabe als die treue Erfüllung der göttlichen Gebote. In diesem Sinne suchte er auch seine Kinder zu erziehen, indem er auch fie mit seinem Feuerrfter für alles echt Jüdische zu erfüllen fich bestrebte. Durch ein namhaftes Legat, das er der von ihm so treu geliebten Gemeinde vermacht hat, hat er sich wohl ein unvergeßliches Andenken bei ihr gesichert. Das schönste Denkmal aber errichten ihm seine Kinder, die in seinem Sinne als ftomme Juden weiterleven. Nürnberg, 12. Febr. Einen großen Verlust haben wir durch den Tod der Frau Hannchen D a l l m a n n erlitten. Die Verstorbene, die ein Alter von 60 Jahren erreichte, entstammte einer frommen Familie in Schwabach und zeichnete fich durch seltene Herzensgüte und echte Frömmigkeit aus, die gepaart war mit echt jüdischem Opferfinn, mit der Freude am Helfen und Wohllun. Mit beredten W.rten schilderte unser Herr Rabbiner die Lücke, tie durch das Ableben dieser edlen F au in ihrem Zkretse entstanden ist. n"32Ufi Bub, 14 Febr. Bor etwa sechs Wochen berichtete ich Ihnen von dem seltemn Feste der goldenen Hochzeit der Stmcha Sulzbacherscheu Eheleute in Taubrrelteröheim und schon heute muß ich Ihnen leider die Mitteilung machen, daß Simon Sulzbacher am 14. des Monats Schewat nach mehrmonatlichem Krankenlager sanft verschieden ist. Seine Beerdigung fand unter starker Be etltgung der dortigen Gemeinde, sowie der Nachbargemeinden Aub und Werker shrtm statt. Am Trauerhause hielt ihm Schreiber d eses einen warmempfundenen Nachruf, ihn als Jehudi nach altem Schrot und Korn bezeichnend, der von Jugend an nTDJ? PHIA vom Herzen übte. Mit dem Verstorbenen verlor dte kleine Gemeinde Tauberettersheim ihr regstes Mitglied. n"aj«n- Pose«, 27. Jan. Der seit 15 Jahren im Rohrschen Altersheim fich befindende aus Schwerftnz stammende Herr B e r l a ck feierte am jüngsten Schabbos unter allgemeiner freudiger Anteilnahme der Insassen des Heimes seinen 90. Geburtstag. Posen, 31. Jan. Dte in Posen wohnhafte Witwe des früheren Rabbiners Dr. Popper, der zuerst in Straßburg (W. P.), dann in Czarnikau bis zum Jahre 1891 amtierte, ist im Alter von 81 Jahren gestorbtN Karthaus (W.-Pr.), 28. Jan. Der Kantor der htcstgen Gemeinde, Herr Wagenhetm, beging unter allgemeiner frrudiger Anteilnahme sein 25jährtges Amtsjubitäum. Personalien. Berlin, 13. Febr. Hier starb nach schwerem und langem Leiden ein Mann, der wett über die Grenzen Berlins bekannt, geschätzt und geachtet war: Herr Jfidor Seckelsohn Er entstammte einer sehr vornehmen Familie in Filehne, wo sein Bater ntPÖ als n"n allgemein verehrt und geschätzt ward. Nach echtjüdisck er Sitte, nach altem schönen Brauch war es nur selbstverständlich, daß j der Battr seinen Sohn zur JTTIÄ anleitet. So mußte denn auch der junge dte ewigen Wahrheiten studieren, fich in die t.efen Gedankenaänge der finaittschen Lehre versenken und vertiefen. Mit tiefem jüdischem Wissen ausgerüstet,kam der vielversprechende junge Mann nach Berlin. Kurz gesagt bedeutet das ganze Leben Seckelfohns das er hier in Berlin verlebt, einen Protest gegen diejenigen, die auS dem Osten noch als fromme Juden nach der Weltstadt ziehen und über kurzem ihr ganzes Judentum abstretfen, dem angestammten Glauben den Rücken kehren. AuS sehr bescheidenen Berhältniflen heraus hat rS der Verstorbene verstanden, mit beispiellosem Fleiß und mit einer nimmer müde werdenden Kraft fich zum wohlhabenden Manne durchzuarbeiten, sodoß der Name Scckelsohn auch in ntchtjüdischen Kreisen allgemein bekannt war. Aber trotz der Btenenewsigkeit hat der liebe Heimgegangene niemals das Grundgesetz der mW den Sabbat, verletzt. Im Gegenteil bedachte er noch letziwilltg den rQTtf 'TQ1V" Verein, dessen Mitglieder lange Jahre hindurch war, mit einer größeren Summe. Aber auch anderweitig war sein jüdisches Herz und Pr. Stargard, 28. Jan. Herr Dr. Z l o c i st i wurde einstimmig zum Rabbiner der hiesigen Gemeinde ge vahlt. Ucrtto$kaleii4er. Verein Mekor Chajim. (BereinSlokal Langestraße 18.) Freitag, 1?. Februar, abends nach Schluß der Synagoge im Hvrsaale Friedberger Anlage: Mikro-Vortrag des Herrn Prof. A. Weyl. Samstag, 18. Februar, mittags 12 Uhr, im Hörsaale der Synagoge Friedberger Anlage: Vorlesung des Herrn Prof. A. Wehl aus Sefer Schemuel. Sonntag, 5. Februar, abends 6 Uhr, im BereinSlokale Langestr. 18: Vorlesung des Herrn Dr. Joftph Breuer aus Seser Jirmijohu. Jüdische Frauenvereinigunge. B. Dienstag, 21. Februar, nachmittags 4 Uhr, im 5kursaal „Mtlant", Frtedberger Anlage: Gemütliche Zusammenkunft. Mittwoch, 22. Februar, abends 8% Uhr, tn der Loge zum „Farikfurtcr Adler", Setlerstr. 22: „Jüdische Gebete." Herr Jacob R o s e n h e i m. Gäste (Damen und Herren) willkommen. Bereinigung zur Pflege jüdischer Lebens anschanung Mittwoch, tot 22. Februar, abends 81/* Uhr m der Loge „Adler", Seilerstraße 22, Indische Gebete. Herr Jacob R o s en h e im. JaaiilitaaacbricMea. Geburten: Einen Sohn: Distriktsrabb. Dr.Mannes (Jacobi) Echwabach. Verlobte: Flora Aron, Adolf W ei ß^Frankfurt a. M.» Amsterdam. — Klotilde Oppenheimer, Raphael Plato, Frankfurt a. M.-London. Vermählte: Julius Hamburger, Elsa geb. Steinhäuser, Alzenau-Oberlauringen. Barmiiwohfeler: Manfred, Sohn von John Joshua, Hanau. Sabbat - Anfang u. Ausgang nn* rov KT: t AN intg Datma Ansgang Udr Rin. 1«! | 5671 UbrlMia. 18. 20. Frankfurt g.«. ö 20 Febr. Schebat 6 35 Berlin .... — — 6 05 München . . . — — 6 22 Gtrnkbnrg . 5 30 6 35 Stuttgart. . . 5 15 « 30 Pole» .... 5 30 5 56 Nürnberg . . 5 30 8 80 Hambarg . . . I — - 6 23 Für de« Reklamenteil ist die Redaktion nicht verantwortlich; insbesondere ist es anSschließttch Sache der Leser, die im ReklameteU enthaltene« Smpfehlnnae« ritneller Ware« oder foast-ar Snaade» reli«io»Saefetz liche» Sharakter» ans ihre Jnverlässtskeit &» prSfe». Kaiser friedlich Qaelle ZSSSänSlS^ Alleiniger Vertreter kür Frankfurt a. M.: FrlodriOÄ Stalil, Stallbnrgstrasse 9. — Telephon No. 259 u.714 Offenbacber Dmcfcln« - Anlage Telefon 123. Offenbaeli a. M. Telefon 123. Unübertroffene bewährteste Tepplöhrulnlgnafla S- - ■ ■■ " ' -1 I Maschinenstrickerei Leime Voges Frankfurt am Main ♦ Hochstrasse 23. Grosse Auswahl ln sämtl. 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