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Der Israelit · 1911-01-12 · Heft 2 (12.1.1911) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
52 (1911)
Issue
Heft 2 (12.1.1911)
Date
1911-01-12
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 12. No. L Händen ist, bleibt es nach zweifelhaft, 211T2 pii y'a Sa« mmn minn Sa S"2i n*2 «3'Si .«'n mm (Fortsetzung folgt.) l d-c. Bücberscbau. '3112 niJ«- Das S» achtfach. Methodisch bearbeitet von M. Benjamin. Zweite Auflage. Neu bearbeitet von Salomon Neu mann Mit Holzschnitten und einer farbigen Tafel. Leipzig 1910. Gustav Engel. Preis 2,40 Mk. Das Schächtfach ist leider seit langem ein solches, dessen Erlernung nicht'mit jener Sorgfalt und Ausführlichkeit erfolgt, die bei seiner Vielseitigkeit und Wichtigkeit erforderlich find. Nicht mehr pflegt der angehende Schächter die talmudischen und sonstigen halachischen Quellenschriften gründlich zu studieren, sondern es werden chm die unentbehrlichsten Kenntnisse durch Kompendien vermittelt, die früher ausschließlich in hebräischer, neuerdings auch in der Landessprache abgesagt sind. Mag man über die Berechtigung namentlich der Bucht r letzterer Art urteilen» wie man will, man wird fich unter den heute in vielen Gegenden obwaltenden Umständen, namentlich in ganz kleinen Landgemeinden, wo nicht besondere Kultusbeamte die Schechito auSüben, sondern Private sie als Nebenberuf betreiben, dir Anerkennung ihrer Notwendigkeit nicht verschließen können und froh sein müsien, wenn die Ausbildung dieser Kategorie von Schochtim wenigstens von einem guten Lehrmeister und mit Hilfe eines guten Kompendiums erfolgt. Nach dieser Vorbemerkung, die unseren prinzipiellen Standpunkt zu derartigen Lehrbüchern wenigstens andeuten sollte, sei das Ergebnis unserer Prüfung des vorliegenden Buches zunächst ausgesprochen und alsdann durch einige Belege begründet. Wir können das Buch nicht empfehlen, wenn wir auch dem Herausgeber die Anerkennung nicht versagen wollen, daß seine Neubearbeitung in manchen Punkten eine Verbesierung der ursprünglichen Gestalt des Benjaminschen Buches bedeutet. Es ist eben nur eine Verbesserung in manchen Punkten und es ist noch so vieles vom Alten geblieben, als genügt, um vor dem Erlernen der Schechito auf Grund dieses Buches zu warnen. Der ganz grobe Schnitzer Benjamins, der zu den Kennzeichen von 212« Eiterfarbe zählte (8 200), ist z.B.verbessert, aber manches andere Falsche ist stehen geblieben, so z. B. der 8 03 bezüglich des Verkaufs eines erstgebärenden Tiercs, 8 55, in welchem eine g lehrt sein sollende Anmerkung zeigt, daß der Autor den auf das am J"DE? geschachtete Tier bezügl ichenAusdruck^'^SiP 7H1D« (Gegensatz zu Nwp'w '133 “irr12) auf den Schächter bezieht, ohne zu ahnen, daß er damit eine schwere strittige Frage (ob "lalfc ,-RTM '« OVB3) so erschwerend entscheidet, wie es selbst der weitestgehende Dezisor nicht tut. Geblieben ist auch in den 88 89 und 104 die schlichte Figur, nach der die «"Hl einer Chemiker-Rhetorte eher als einem Lungenteil ähnlich sieht. Die ungeeigneten Zeichnungen in den 88 118 und 165 bat der Herausgeber in dankenswerter Weise gestrichen. Dagegen sind auch rinige seiner neu hinzuaefügten Zeichnungen zu beanstanden, nämlich im 8 2 die beiden Zeichnung n über den Beginn des Schleifens (S. 3 links und S. 4 links), weil diese den für den Lernenden gefährlichen Irrtum erzeugen müsien oder wenigstens können, daß das Messer nicht vom Anfang bis zum Ende über d nSchleifstein geführt werden müsse. Sehr viele Sätze sind überaus undeutlich gefaßt und geben Anlaß zu Mißverständnissen, wenn auch der Kundige den richtigen Sinn erkennen und. das, was der Verfasser sagen wollte, mitunter verstehen kann. Manche andere aber sind wohl selbst für den Kundigen nicht klar. Es seien im folgenden je einige Beispiele iür ungenaue oder wenigstens unklare, sowie für falsche Regeln angeführt: 8 44 l. . Am v"' schachtet man einen Büffelochsen besser nicht." Der L ser kann daraus nicht entnehmen, daß es überhaupt nicht geschehen darf. 8 50 b 2. Die Regel, daß bei 123122'Kleinvieh das Aus strecken des Borderfuße's als Zeichen des während der Schlachtung noch vorhandenen Lebens genüge, ist direkt falsch. § 56a. Daß man sich beim Schächten an mit umwickeltem Messer vor niSn in Acht nehmen muß, ist nicht erwähnt, dagegen ist die Warnung vor 'HIP nicht recht erklärlich. 8 56 b. „Ist etwas davon (von dem am Geschächteten) gegessen, so darf auch an dem etwa folgenden Festtage oder Ä31T davon weiter gegessen werden." Hieraus die dem Wortlaut nach einzig richtige Folgerung zu ziehen, daß am t arauffolgenden Werktage nicht davon gegessen werden dürfe, wäre ein gewaltiger Irrtum. 8 56 v. Der Satz: „Es ist nicht nöttg, das Stückchen zu salzen", kann sticht zu Irrtum führenes müßte gesagt sein, daß unter dem vorher erwähnten Braten ein Der Israelit. Braten am offenen Feuers (wie bei der Leber) gemeint ist. 8 65 d. Der eingeklammerte Satz ist überflüssig - denn es ist ganz gleichgülttg, ob eine oder zwei jTDSn 772TW verletzt sind; nB12 ist .1B12- Vergleiche das ebenso zwecklose: „abgesehen von anderen Gründen" in 8 213b. 8 114. Die Regel: „Eine «Till, welch.' größer ist als die J-QJtt nam 7131«/^ 7JB12''' ist falsch. Wenn sie nur gleich groß sind, soll das Tier schon unter allen Umständen, d. h. selbst bei N3112 12371/ für 7,B12 erklärt w rden. In der Regel, d. h. ohne "TBBTf TQHtt/foffschon,wenn sie so g ro ß ist,wie die mittere, rechte njl«/ das Tier als ,1Q12 bezeichnet werden. (Nebenbei bemerkt, ist auch der Ausdruck: „Eine «im - ist 7,212" bedenklich: nicht die «HY|, sondern das Tier ist nsi2-) Die Regel des 8 115, nach welcher eine vom Wurzelpunkt aus geteilte «im nicht schade, ist falsches ist vielmehr nur Itp3, wenn ein ungeteilter EHtP von der Länge einer Daumendicke vorhanden ist. Woher der im § 117a durch Sperrdruck herborgehobene Unterschied zwischen Fingerdicke und Daumendicke stammt, ist mir unbekannt. Auch verstehe ich nicht, was in der zweiten Satzhälfte von 8 117» n27Q bedeuten sollist denn in der ersten Hälfte nicht auch von 7,2772 die Rede? Wenn im 8 146 gesagt ist, daß zwecks Untersuchung, ob ein nim' an dem obersten rechten Lungenflügel diejenige Stellung hat, die unschädlich ist, es „das beste" ist, die Lunge aufzublasen und die j-,31« gegen das n)p zu arbeiten, so wüßte ich nicht, wie man es denn sonst machen sollte. (Der Ausdruck „gegen das;-jjp zu ar beiten", ist übrigens sehr wenig geeignet.) Gar manche Definitionen sind mindestens ungeschickt, so z. B. die von r>23122 — ein Stück Vieh, das keine 4 Schritte gehen kann, ohne zu fallen (8 50), 2p2 trSlB2 ein gehöriges Loch (8 213), .1^1^71 Verfehlen (8 72), nSasna lappig (8 89), ni31D mp!21 Hastfäden (8 163 ff) u. dgl. m. Manche überflüssigen Abschnitte wären besser weggeblieben, so die Angabe von Gründen für einzelne 772'ntP' und rilBIv'Vorschrifien, wie z. B. 8 67, die in einzelnen recht anfechtbaren „wissenschaftlichen" Darlegungen 8 78ff., vor allen Dingen aber Zusätze, Wiedas Wort „erlaubtem" im 8 50 b 2, da doch gewiß niemand an Vorschriften über die Schlachtung unerlaubter Tiere denken wird. Diese Beispiele mögen genügen, um unsere anfangs aufgestellte Behauptung zu rechtfertigen. Sie könnte noch durch eine beträchtliche Zahl weiterer Beispiele begründet werden. Allein wir fürchten ohnehin schon mehr Raum für die Besprechung in Anspruch genommen zu haben, als sie hätte einnehmen sollen. Zur Entschuldigung noch eine kurze Bemerkung. W.nn das Buch nur unter dem alten Namen erschienen wäre, so wäre, da es von Autoritäten, wie dem Verfasser des DTQYlS 1112, schon bei seinem ersten. Erscheinen in einem Rundschreiben an die Schochtim seines Rabbinatsbezirks scharf verurteilt wurde, ein Eingehen auf^Details nicht notwendig gewesen. Leider aber trägt das Buch den Namen eines Mannes, der als gewissenhafter und zuverlässiger bekannt ist, und es besteht daher die Gefahr daß unter dem Schutze dieses guten Namens das bedenkliche Buch, das wie die erste Auflage der für solche Lehrbücher unerläßlichen Prüfung durch eine rabbinische Autorität nicht unterworfen wurde, Eingang in Kreise finden könnte, die es in seiner früheren Gestalt abgelehnt hatten. Darum mußte hier gezeigt werden, daß der Herausg ber leider den Beweis dafür geliefert hat, daß auch hier das Wort jö uv TftPPE.I SlU TTtTiPI gilt und daß es eine größere und schwerere Aufgabe ist, einen anderen zum ftnitT zu machen, als selbst ein guter I2N1V zu sein. Wenn ein Mann wie der cbenerwähnte Verfasser des 2',1317S 1112 sein Werk nicht der Oeffentlichkeit übergab, ohne es drei Autoritäten wie den Oberrabbinern Klein zu Colmar, Ettlinger zu Altona und Ullmann zu Paris zur Prüfung vorzulegen, so sollte das für jeden, der ein solches Buch verfaßt oder bearbeitet, ernstlich zu denken geben. Vielleicht kann der Herausgeber des vorliegenden Buches, wenn eine Zurückziehung desselten aus dem Verkehr nicht möglich ist, im Verein mit älteren und in der Schochtim-Ausbildung erfahrenen Kollegen einen berichtigenden Nachtrag bearb.iten und otefen den Käufern des Buches zur Verfügung stellen, damit sich ein jeder vor Benutzung des Buches die notwendigen Berichttgungen eintrage. Dann wäre sein Buch wenigstens nur HfiS SSV N1122- .2"21T Mysteriös oder der krumme Moses. Humoristische Erzählung aus dem Leben einer jüdischen Landgemeinde. Bon Rabb. Dr. S. M e y e r. 2. Aufl. Der in jüdischen Kreisen bekannte Verfasser gibt uns im vorliegrnden Buche eine l bendige Schilderung aus dem Leben einer jüdischen Landgemeinde der guten alten Zeit, da noch jede Gemeinde ihre „Originale" hatte. Ein köstliches Original, d'eser „krumme Moses", vorzüglich gezeichnet wie das ganze Mtlicu, in dem er lebt. Man wird diese Humoroske mit Vergnügen lesen und dabei den Wunsch hegm, recht oft solche Gaben aus der Feder des Berfa ssrrs, die eine Bereicherung unserer Erzählungsliteratur bedeuten, zu empfangen. 12. Januar 1911. AusführlicheslKochbuch für die einfache und feine jüdische Küche, unter Berücksichtigung aller rituellen Vorschriften, in 3759 Rezepten verfaßt von Marie Elsässer. Zweite Auflage. Frankfurt a. M. Verlag von I. K a u f f m a n n. In Prachtband gebunden 7 Mk. Das bereits 'rühmlichst bekannte Kochbuch für die jüdische Kücher von Marie Elsaffer ist im Vorlage von I. Kauffmann in Frankfurt a M. in neuer verbesserter Auflage erschienen. Es bringt eine solche Fülle von Kochrezepten für den einfach bürgerlichen Mittagstisch und für die feinere Küche, daß es den weitgehendsten Anforderungen genügen kann. In über 3700 Rezepten behandelt die Verfasserin, jede Geschmacksrichtung berücksichtigend, in leicht faßlicher Art die Zubereitung der Speisen und weiß die neuesten, in den Handel gebrachten Erzeugnisse der Chemie, soweit fie rituell erlaubt sind, der Küche dienstbar zu machen, so daß nach ihrer Anleitung selbst im Kochen Ungeübte spielend laicht dasselbe erlernen können. Das hübsch gebundene Buch dürfte sich als Geschenk für jede Braut eignen und auch der erfahrenen Hausfrau e ne willkommene Gabe sein, die sie zu Versuchen auf dem Gebiete der modernen Kochknnst anregt und ihr auch bei festlichen Gelegenheiten die besten Dienste leisten wird. Rosa Meyer. 5prrcbral. Verehrliche Redaktion! In Bezug auf den in vorletzter Nummer veröffentlichten Artikel Chanuka-Ketowaus möchte ich mir die Bemerkung erlauben, daß man von jeher 13113 gesagt und geschrieben hat, was wohl aus dem Chaldäischen kommt. Denn tP1311 übersetzt DlSp)l« — 12'121- Hiervon ist das Wort auch dem Sinne nach gebildet, indem nach Ansicht mancher „Ableugnungi-n" im Chanukkaspielen nicht strafbar sind (freilich in gewissen Grenzen) Es kommt das Wort aber auch als „Scherz" vor, z. B, bei “[inBlTB 2731 S« : INT'S« 2'-k2ni: auiii - Frankfurt a. M. Jsaae M. Mainz. Sehr geehrte Redaktion! Zu der im Sprechsaal Nr. 46 Ihres gesch. Blattes von Herrn I. Behr gemachten Bemerkung, in der es heißt, daß sich nirgends eine Stelle findet, wo R. Gerschom die Schwagerehe untersagt, gestatte ich mir, den geehrten Herrn Einsender auf oen 17JM p«/ htnzuweisen, i'd «">21 im « wo es wörtlich heißt: Q)ö« iS'B« jttu yi mm i'S «“>'221 D'pSin V' pShl 212' D1p22 lS'B«l 7,182 2ip22 '131; siehe ferner *3 ni« bis "7"' ni« .1311771 'N71B, ebenso p'tf 2* 1.12 '1 'D 2"711 *2 ''2 p"2 '"312 /iq. Es würde hiernach zu weit führen, alle hierauf bezüglichen Quellen anzuführen, wie p"H7I21 '3 PT"3 1"i /,D S"V“I7I21 2"jy und i"V und nur bei •]'S'p2 2"B TlttruS p7NP3 '131 N'vlM Ganz anders verhält es sich bet der Takanoh über jfrHS b#3 2)/ die auch von R. Gerschom eingeführt wurde, wo die Poßkim Sp'2 sind, als bei rup« «Vl) «"p. Siehe nfcPV ll“I31 3"“17ir> 3*13 21.12 JfltP 7*7,13 tWSB 1'12- In dem Artikel in Nr. 39 Ihres gesch. Blattes wäre vielleicht zu beanstanden, daß die „Anordnungen des R. Gcrschom y'.itt überall befolgt würden." Als Beweis für die Unrichtigkeit btcftx Angabe möge gelten, daß ihn der 2*321 nicht erwähnt und selbst der '« P"7!3« ausdrücklich bemerkt ni81«7f *733 IDSpft 7,21TB «Sl 'S «*3V17k 'n pp- Halle a. S. Rabb. Israel Braun. Zur Notiz über Pisa iu Nr. 47. Verschiedene Unrichtigkeiten in dieser Mitteilung bedürfen der Berichtigung, vor allein, daß die italienischen Juden jetzt gezwungen feiert, ein hebräisches Gebetbuch außer Landes drucken zu lassen. Hierzu sei bemerkt, daß in Livorno die seit fast 80 Jahren dort bestehende Buchdruckerei vcn Belforte noch immer eine typographische Berühmtheit bildet, sowohl durch die Schönheit der Typen und Formen, Wie auch durch die Reichhaltigkeit chrer literarischen Produktion. Sie darf der uns rühmlichst bekannten hebräischen Druckerei von H. Jtzkowski in Berlin sich ebenbürtig an die Sette stellen. In neuester Zeit entstand ihr nur noch eine Konkurrenz in Jerusalem, wo man bereits schönen typographischen Erzeugnisien begegnet. Hier wie dort wird vorzüglich der Bedarf an Ritualwerken für die Länder des Orients besorgt. Profeffor A. Berliner—Berlin.

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