Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 102 (27.12.1897)
- Date
- 1897-12-27
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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1952 Wagen und Pferde zur Ueberführung zur Verfügung. Die Kosten, wie Honorar für die Angestellten der p"n, der Arbeiter und der Wagen für Hin- und Herfahren der pm nwx wurden von dem „Verein zur Gegenseitigkeit bestritten. Anl neuen y"3 angekommen, wurde zuerst a-ar, ^1-7 gesagt, alsdann ergriff Herr Herr mann Zuntz von der 'bavn p"n nnan das Wort zu folgender Rede: ' „Ernst und heilig ist das Werk, das uns heute hier vereint — denn ernst ist der Tod und ernst ist jede Handlung, die in den Dienst des Todes sich stellt. Heilig ist der Todte uns und heilig sind uns die Pflichten, die wir als Mitglieder unserer altehrwürdigen Bruderschaften auSzuüben gewohnt sind. Heilig und unantastbar gilt dem Juden vor Allem die Stätte, wo er seine Todlen zur ewigen Ruhe bettet. Eine Exhumicung, wie wir sie hier vorgenommen, ist deshalb ein tiefbedauerliches, ungewöhnliches Ereigniß im Judeuthum. Es geschieht nur deshalb, weil besondere Verhältniffe sie mit eiserner Rothwendigkett von uns fordern, deren Beseitigung nicht in unserer Macht steht. So haben wir auch hier uns in das Unabweisbare gefügt, doch ist uns unsere Aufgabe wesentlich erleichtert worden durch das Entgegenkommen, das wir hier gefunden und ich kann nicht umhin, den hiesigen Behörden, insbesondere Ihrem verehrten Herrn Bürgermeister unseren Dank anSznsprochsn für die freundliche Bereitwilligkeit, mit welcher jedem unserer Wünsche entsprochen, und vor Allem für die Munificenz, mit welcher dieser neue Begräbnißplatz in so würdiger und so zweckentsprechender Weise geschaffen und für unsere Zwecke bereit gestellt morden ist." Redner dankte dann seinem Collezen Herrn Jsaac Mainz, für seine unverdrossene Mühewaltung in dieser Angelegenheit, ebenso der Leitung der chemischen Fabrik und deren Beamten für ihr freundicheS Entgegenkommen. „Wenn wir", fuhr Redner dann fort, „.auch geuöthigt waren, ein Werk zu zerstören, das unsere Vorfahren in pietätvoller Weise geschaffen und beinahe anderthalb Jahrhunverre hindurch erhalten und gepflegt haben, so finden wir doch einen Trost darin, daß uns hier ein neuer Platz entstanden, wo wir in ihrem Geiste das altjüdische nan — c'nan cj? -icn Sai; ja» brr» zu sein, auf's Neue bethätigen können. Der Umstand, daß Sie so bereitwillig dem an Sie ergangenen Ruse hierher gefolgt sind, bürgt uns dafür, daß Sie stets zu dieser von uns übernommenen mxo bereit sein werden J Euch aber, Ihr längst Dahingegangenen, deren letzte sterblichen Ueberreste wir hier dem Schooße der Erde zurückzugeben im Begriffe sind, Euch bitte ich in unser Aller Naureu nur Vergebung dafür, daß wir, wenn auch unfreiwillig, es gewagt haben, Eure! Grabesruhe zu stören. Möge diese neue Stätte Euch sein eine Stätte dauernden Friedens und ungestörter Ruhe; möge dieser neue Todtenacker Euch werden zu einem e'th jrn, zu einem Hause des Lebens, zu der Stelle, wo Ihr zu neuem Leben erwachen möget! Wie wir für uns erhoffen und erharren die Zeit, von der es heißt: nyci n '*7 nna: nxsb n'on xba c'iö ^3 bvs, „Die Zeit, wo Gott, der Herr den Tod vernichtet haben wird für alle Zeiten und die Thräne gelöscht von jeX'Nt Menschenantlitz", so erhoffen und erbitten wir für Euch, was einst das Auge des P o« pheten geschaut, die Zeit, wo nicht Menschenhand, wo die allgewaltige Hand Gottes Eure Gräber öffnen wird! Als einst dem Propheten gezeigt ward jene Menge verblichener menschlicher Gebeine und die Frage an ihn erging: nbsn;rcacn nj’rjin „werden sie wohl je zu neuem Leben erstehen, diese Gebeine"? Da weiß selbst der Prophet keine andere Antwort als die, welche ihm das Vertrauen auf Golt und die göttliche Zuversicht eingab, er weiß keine andere Antwort, als: r,rv nrx 'x ,mt „nur Du, 0 Gott, Du weißt es allein!" Die Gottesftimme jedoch, welche ihm antwortet, auch wir hören sie, auch uns ist sie gegenwärtig, jene Gottesstimme, welche spricht: 1JX rtitt crrrnap nx naa „siehe, Ich bin eS, der Eure Gräber öffnet", aa^apa aanx 'rbvm „und Ich bringe Euch heraus aus Euren Gräbern", aaa wi „und Ich lasse Meinen Geist ausströmen über Euch", crrrrt „und durch diesen Geist werdet Ihr zu neuem Leben erstehen", n :x '2 cny-ri „und Ihr werdet erkennen, daß Ich Gott bin und in dieser geläuterten Gotteserkenntniß und in diesem reinen Gottesbewußtsein werdet Ihr ein neues Leben beginnen!" Mit diesem Wunsche scheiden wir von Euch! Möge sich auch uns orese reine Gotteserkenntniß mittheileu, damit sich auch erfülle jene Verheißung, welcher wir bei solchen Anlässen so gerne gedenken: pr» h’ p' bs): pxb x-\ Als zweiter Redner sprach in tiefdurchdachten ergreifenden Worten Herr Josef Wohlfarth von der ”"n pri. Mangel an Raum gestattet uns leider nicht, die herrliche Rede hier folgen zu laffen. Der Eindruck, den diese beiden Reden auf die Anwesenden hervorriefen, war ein überwältigender; die nächsten Redner faßten sich kurz, um den Eindruck dieser weihevollen Stunde in Nichts zu trüben. Herr Jsaac M a i n z von der a'^apn p"n weist den ihm gespendeten Dank zurück, indem er denselben den beiden p'n ansspricht, die auch bei dieser Gelegenheit ein wahres nax bw icn gezeigt hätten. Herr Ettinghausen, Mitglied des israel. Genwindevorstandes ru Höchst a. M. (welchem Platze Griesheim in religiösen Angelegenheiten unterstellt