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Der Israelit · 1897-12-27 · Heft 102 (27.12.1897) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 102 (27.12.1897)
Date
1897-12-27
Page
– (sequence 9)
Language
German
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XXITIIi Jahrgang, Beilage ju M 102 des „Israelit". Leitender Artikel. Dir AusgrlldMgkll auf den ittö. KezrölmWWn in Grlrshelni n. W. Frankfurt a. M., 24. Dezember. Das Jahr, in welchem der jüdische Friedhof in Griesheim a. M. angelegt wurde, kann mit Bestimmtheit nicht angegeben werden. Eine nennenswerthe hat in Griesheim, das 3/4 Stunden von Frankfurt entfernt liegt, nach den angestellten Ermittelungen nie existirt, was wohl auch aus dem Umstande zu schließen sein dürfte, daß 710:27» irr und npo niemals vorhanden waren, vielmehr die wenigen in Griesheim wohnenden Juden zur Befriedigung ihrer religiösen Bedürfnisse sich nach Frankfurt oder Höchst und etwa Rödelheim wandten. In der Mitte des vorigen Jahrhunderts, etwa zur Zeit des Ablebens des n"y ne» yc, soll nad) Mittheilungen, die wir von privater Seite erhalten haben, ein Mitglied der in Frankfurt wohnenden, reichen und angesehenen Familie Kann ein Gut bei Griesheim gekauft haben, das die Familie zum Soinmerausenthalt benutzte. Die Anwesenheit dieser Familie mag nun vielleicht Veranlassung gewesen sein, daß sich einige jüdische Familien in Griesheim ansiedelten, die die Farnilie Kann mit Viktualien cc. versorgten. Genannter Kann soll der Gründer des jüdischen Friedhofs in Griesheim gewesen sein; er soll es gewesen sein, der das Grundstück kaufte, aus welchem — etwa 50 Schritte nördlich des Mainufers — das alte lag und auf welchem seine letzte Ruhestätte zu finden er den Wunsch äußerte. Ob der Tod Kann's, der Mitglied der p"n D'roin war, in Frankfurt oder auf dem Gute in Griesheim erfolgte, konnte mit Sicherheit nicht festgestellt werden, jedenfalls waren bei der '1b, die in Griesheim erfolgte, die beiden p"n von Frankfurt anwesend und von da ab übernahmen die beiden p"n auf ewige Zeiten die Verpflichtung, bei allen in Griesheim für ,tx, rrno, mnp Sorge zu tragen, und diese Verpflichtung haben die p"n bis in die neueste Zeit erfüllt. Im Jahre 1867 kaufte die Chemische Fabrik Griesheim von der Ortsgemeinde Griesheim zur Vergrößerung der Fabrik-Anlagen einen großen Compler Landes, in welchem auch der bis dahin als benutzte mit steinerner Mauer und eisernem Thor versehene Platz lag. Die in Griesheim wohnenden Juden protestirten gegen den Verkauf; aufgesordert, ihre oder etwa der Familie Kann zustehende Ansprüche nachzuweisen, waren sie nicht in der Lage, diese zu begründen und so ward der Verkauf an die Fabrik perfect. Die Fabrik versprach entgegenkommender Weise, das noch mindestens 30 Jahre unberührt zu lassen und die Ortsbehörde Griesheim wies den jüdischen Einwohnern als Begräbnißort einen neben der Fabrik liegenden Platz an, jedoch unter der ausdrücklichen Bedingung jederzeitigen Widerrufs. Im Jahre 1882 wurde auf diesem neuen das letzte r,o zur n-rap gebracht und seil dieser Zeit wohnen in Griesheim keine Juden mehr. Als nun vor 1—2 Jahren die Ortsbehörde Griesheim dazu schritt, einen neuen christlichen Friedhof anzutegen, Hai fie auf demselben einen mit flauer um; gebenen und mit besonderer Anfahrtsthüre versehenen Platz für die Juden reservirt. Die Gemeinde Griesheim theilte dann Anfangs 1897 der Israel. Gemeinde-Verwaltung in Höchst a. M. (welchem Platze Griesheim in religiösen Angelegenheiten unterstellt ist) und diese den p"n in Frankfurt mit, daß der seit 1867 benutzte Platz geräumt werden müsse und bat, ev. nothwendig erscheinende Ausgrabungen baldigst vorzunehmen. Dieser Bitte haben die beiden p"n entsprochen und am vergangenen on®, (welcher Tag von der Behörde angesetzt war) fand die Ausgrabung der TffiMW und Ueberreste von 7 oy« und die lieberführung auf das neue statt. Im Lause dieses Sommers machte auch die Chemische Fabrik von dem ihr jetzt zustehenden Rechte, das ältere in Benutzung zu nehmen, Gebrauch und bat die p"n, die Ausgrabungen vor Ende 1897 vorzunehmen. Diese Ausgrabungen fanden am vergangenen rrop y» ny»r> und dem darauffolgenden Tage in Gegenwart und unter thätiger Mithülfe der beiden p"n und der Todtengräber der Frankfurter israelit. Gemeinden statt. Die r;c«?, die nach der Anzahl der Vorgefundenen Schädel 37 u'nc angehörten, wurden in 14 nach Anleitung des Kreisphysikus angefertigte Twin, gelegt und diese auf dem neuen begraben. Rur wenige rrnste waren noch vorhanden, iheilweise lagen sie tief im Boden Die älteste 7125», soweit deren Inschrift lesbar war, stammt aus dem Jahre 1797 (i":pn). Die aus den nna® genannten Familien hießen Üllmann, Mai und Simon. Eine 7!2i*D auf den Namen „Kann" lautend, wurde nicht gefunden. Die Ausgrabungs-Arbeiten wurden von dem Bürgermeister, Kreisphysikus und Ortsgendarm überwacht und das ganze etwa 21/2 Meter tief durchgegraben, um nach rraiy zu suchen. Von den beiden p"n waren am Montag 21, am Dienstag 17 Mitglieder anwesend. Die Direction der Chemischen Fabrik stellte in hoch anzuerkennender Weise Arbeiter,

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