Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 102 (27.12.1897)
- Date
- 1897-12-27
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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1958 ist) verspricht Namens seiner Gemeinde, die in treue Obhut zu nehmen. Auf dem rs werden sodann einige Capitel <0*0 ,n*ß 's ,«i*s) citirt, die c^ap-? p*n spricht die nrrfo, die sie au ihrem „Kippe-renei" sprechen, es wird nnpn rms gemacht, der Aetteste der pri spricht das tr^p und man verläßt das > - mit der Hoffnung, daß die jvkmw nun ruhen mögen r6a p« a”a *w:r: rirr'a -y. Die beiden Brüderschaften haben eine Denkschrift dem Druck übergeben, in welcher diese Ereignissc in hcbräischerund deutscher Sprache geschildert sind. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland, 8. 8. Mainz, 24. Dez. Am ersten Abend des schönen Chanukkafestes veranstaltete der hiesige Liwiath- Chen-Vecein eine kleine Festlichkeit, dem ein Vorrrag des Herrn Cantor P. Klibansky aus Frankfurt a. M. voranging. Der verehrte Redner, der über ein prächtiges Organ verfügt, sprach über das Thema: „Der Synagogal-Gesang, ein kulturhistorisches Moment! Seine hift. Entwicklung für das ganze jüdische Leben im Mittelalter". Er führte ungefähr Folgendes aus: Was die religiöse Poesie betrifft, hat das jüdische Volk eine zu jeder Zeit bewurrdernswerthe Höye erreicht. Wenn sie auch auf dem Gebiete der bildenden Kunst nicht thätig waren, da die Religion jedes Bckd und jede Statue verbot, so besitzen sie in Bezug auf Lyrik Denkmäler von höchstem Werthe. Ihrer Poesie ging die Schwesterkunst Musik treu zur Seite. Von der Natur gleichsam zusammengestellt, entsprießen Gesang und Poesie derselben Wurzel, entkeimen beide der erregten Phantasie und Empfindung. Auch die Juden fanden in der Musik jene Sprache, in Der fie oas gesteigerte Empfinden eines kräftig bewegten Herzens zum Ausdruck brachten. Bei der Pflege der Heerden, bei der Arbeit auf dem Felde, bei Festmählern, ja selbst in der Gefangenschaft ließen sie ihre vom Saitenspiel begleiteten Gesän-e erschallen. Stets hat das Volk der Juden gesungen. Ueber tausend Jahre wurde die Musik bei den Juden gehegt und gepflegt. Ueber den Charakter der Melodien selbst und den Tonumfang, in denen fie sich bewegten, sind wir völlig im Unklaren. Mit dem Fall Jerusalem, mit der Zerstörung des Centcalpunktes des bürgerlich-religiösen Lebens zerfielen auch die musikalischen Institutionen der Israeliten. Man behielt zwar auch später bei dem Gottesdienste Gesang bä, i>enn er hatte tiefe Wurzel im israelitischen Volke gefaßt, aber er wurde nun der Dolmetsch jener zahllosen Verfolgungen und Leiden Israels, der nationalen Trauer, um den zerstörten Tempel, die in ihm in einer düsteren Herzensstimmung austönt. „Ein schwarzer Trauerflor wurde dem synagogalen Gesang gleichsam umgelegt!" Es klingt selbst aus seinen heitersten Melodien zuweilen die Gedrücktheit des Gemaches, ein unterdrücktes Schluchzen heraus. Den synagogalen Melodien kann inan ein nationales Gepräge durchaus nicht absprechen. Dieselben sind dreifacher Art. 1) Der tanülenenartige Vortrag der heiligen Schrift, 2) das Chafonus, gleichsam Traditionsmusik, die für bestimmte Gebete feststehenden Melodieen und 3) die der Freiheit des Sängers überlassenen Gebetstücke. Alle diese haben sich fai Lause der Jahrhunderte aus Mangel einer Fixirung durch eine Notenschrift gar mannigfach geändert. Der „Trop", der ursprünglich Sprachgesang war, in einer Werse vorgetragen wurde, die dem Sprechen ähnlicher als dem Singen war, hatte sich bereits zur Zeit des Rabbi Jochauan zu einer Melodie gestaltet. Wir können jedoch nicht sagen, wie weit unsere Weise, in der wir heute „leinen" von der Weise EsraS, aus der sie entstanden ist, abweicht. Reicher Beifall ward dem Redner zu Theil. England.? London Im Augenblick, wo die Jewisli Colonisation Association die Frage der Besiedelung Cyperns mir russischen Juden erwägen will, erscheint ein Ansruf der „Eastern and Colonial Association“, einer Gesellschaft, die sich zum Zwecke der Colonisirung Cyperns gebildet hat. Die Schiloerung der Insel klingt sehr verlockend, der Boden soll gut und noch sehr billig sein. Die Insel bringt hauptsächlich Getreide, Oelsaat, Früchte, Seide und Specereien hervor, davon soll die Seide allerersten Ranges sein, die Gerste in den englischen Brauerei.« sehr geschätzt werden und auch die Pomeranzen, Aprikosen, Orangen und Citronen sehr beliebt sein. Das Klima ist gesund und wird durch die fortgesetzte Austrocknung der Sümpfe noch ständig verbesiert. Die Bevölkerung ist friedlich und arbeitsam, das Regierungssystem europäisch geordnet. Die Heuschrecken, die in den meisten anderen subtropischen Gegenden eine furchtbare Plage bilden, sind als ausgerottet zu betrachten. Gerade jetzt wendet die Regierung ca. 11/2 Millionen an die Wiederherstellung alter Berieselungswerke und wird diesen Beitrag vielleicht bald erhöhen. Soweit klingt also alles sehr schön, nur leider fehlen diesem Bilde die Schattenseiten gänzlich und gerade dadurch wird man mißtrauisch. T ü r k e i. ** Adrianopel. Diese uralte jüdische Gemeinde der ChatifenstM ist seit verfloffenen Sommer das Kosekind der A. I. N. und der Baronin Hirsch. Hier wird auf Kosten der Genäunten ein großartiges Schulgebäude errichtet, überdies befindet sich ein In-