Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1897-12-27 · Heft 102 (27.12.1897) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 102 (27.12.1897)
Date
1897-12-27
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2448705-2448801--45146-2494276
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

1948 Alliance Zsraelite Universelle je M. SO. Wie wir von zuverlässiger Seite vernehmen, hatte es vor einigen Jahren in der Absicht des Verstorbenen gelegen, noch anderen Institutionen der hiesigen Gemeinde größere Zuwendungen zu tcftiren. Ec wurde aber von den an der Spitze der Verwaltung Stehenden tief gekränkt und daher konnte er sich nicht entschließen seine Bestimmungen aufrecht zu erhalten: Die fand unter außergewöhnlich großer Betheiligung statt. Im Sr erbehause hob Herr Oberrabbiner Weil hervor, daß in der Lebenszeit des Verstorbenen, der ein Alter von 84 Jahren erreicht hot, so viele Wandlungen auf allen Gebieten stattgefunden haben, der Verstorbene aber unwandelbar in seinem frommen Lebenswandel geblieben sei und von der Jugend bis in sein hohes Alter als frommer 'Tn' gelebt habe. Herr Rabbiner Buttenwieser der ebenfalls im Trauerhause einen Nachruf hielt, wandte auf ihn, der kinderlos war, das Wort des Propheten an: 'mnap hk hop* new awiob n las rc ">n rmt a-jao 21c aen ~r »maroi 'rvaa ar6 vm . . . "v und dankte ihm für das Interesse, das er für die Religionsgesellschaft bei den verschiedensten Veranlassungen bekundete. Auf dem nropn rrs priesen Herr Rabbiner Glaser und Herr Dr. Weil in Fegers he im die Tugenden des Verstorbenen und ermunterten, dessen Beispiel nachzuahmen. ’irrsr. Tarnowih, im Dez. Die XI. Versammlung der Freien Vereinigung jüdischer Lehrer Oberschlesiens findet Donnerstag, den 30. Dezember 189/,' Vormittags 11 Uhr in Beuthen O.-S., Hotel „Deutsches Haus" statt. Die Tagesordnung besteht aus folgenden Punkten: 1. Begrüßung und geschäftliche Mittheilungen. 2. „Innere Colonisation." Vortrag des Collegen Katz'Rybnik. 3. „Die confessionelle jüdische Volksschule." Freie Besprechung. 4. Eventueller Bericht über die Organisation der Penstons- und Reliktenkasie für die nicht staatlich angestellten jüdischen Lehrer. 5 Anträge und Mittlieilungen. 6. Regelungen der Kasfenoerhältniffe. Zu dieser Versammlung, auf welcher wichtige pädagogische, wie materielle Vorlagen zur Berathung stehen, sind alle Collegen freundkichst eingeladen. Der Beginn der Versammlung ist auf 11 Uhr Vormittags anberaumt, bis zu welcher Zeit alle Teilnehmer in Beuthen anlangen können. Für Vorbereitungen eines gemeinschaftlichen Mahles in streng ritueller Form ist Sorge getragen worden. Der Vorstand des Verbandes der jüdischen Leyrervereine im deutschen Reiche hat zur Abhaltung der Versammlung eine Beihilfe gewährt, aus welcher ein Zuschuß zu den Fahrkosten bewilligt wird. England. '< London Zwischen den beiden großen Geineindegruppen der United 8.yiiagogues und der Federation of Synagogue^ ist ein heftiger Streit wegen der Traugebühr entbrannt. Nach dein geltenden Usus muß nämlich jedes Brautpaar eine Gebühr von 10 8. 6 p. — 10,50 Mark bezahlen, ehe die Ehe vom Oberrabbiner legitimirt wird, auch dann, wenn oas Paar sich in einer der Synagogen der Föderation trauen läßt. Dies ist natürlich eine Beschwerung der Mitglieder dieser Synagogen und Sir Samuel Montagu als der Präsident der Federation hat sich zum Wortführer der Beschwerdeführer gemacht. Zwischen ihm und dem Oberrabbiner Adler hat nun ein Briefwechsel stattgefunden, in denen dieser unter Hinweis auf seine Verträge mit den lluiteä Synogogues es ablehnt auf die Gebühr zu verzichten, während Montagu erklärte, die Angelegenheit noch weiter verfolgen zu wollen. Rußland. ** Kiew, 20. Dez. Einer Korrespondenz der „Now. Wl." entnehmen wir folgende Angaben über die jüdische Bevölkerung der Stadt und des Gouvernements Kiew. Kiew hat jetzt gegen 250,000 Einwohner, von denen über 20,000 Juden sind; da aber in den bei der Stadt gelegenen Dörfern Demiewka und Nikolskaja Sslobadka ebenfalls eine Menge Juden leben, die meist in Kiew ihren Lebensunterhalt erwerben. so mag die jüdische Bevölkerung Kiews wohl 40,000 betragen. Alle Lehranstalten, das Kadettenkorps und das Institut ausgenommen, werden von sehr vielen jüdischen Schülern besucht. Die Norm von 10 Prozent wird bei ihrer Annahme nicht immer eingehalten. In der Universität des heil. Wladimir waren im vorigen Jahre 2600 Studierende, davon 21 Prozent Juden. Besonders groß ist die Anzahl der Juden in der medizinischen Fakultät, wo sie 40 Prozent ausmachen. In diesem Herbst bestanden 150 Studenten das medizinische Schlußeramen und erhielten die Würde eines Arztes. Von ihnen waren 72 Orthodoxe, 70 Juden, 3 Lutheraner und 7 Katholiken. In der Kommerzschule sind 50 Prozent der Schüler Juden, im Walkerschen Progymnastum übersteigt die Anzahl der Juden bedeutend die der Christen. Die hiesige gebildete jüdische Bevölkerung bemüht stch schon lange um die Erlaubniß, jüdische Schulen in Kiew zu eröffnen. Jetzt ist wiederum ein solches Gesuch erneuert worden. Die Juden planen u. A. auch die Errichtung einer Samstagsschule für Erwachsene. Die Bevölkerung des Kiewfchen Gouvernements übersteigt 3^/2 Millionen, von denen 500,000 Juden sind. In den verschiedenen Städten des Gouvernements leben gegen 150,000 Juden und die übrigen 350,000 leben in den Flecken und Ortschaften, von denen manche fast ausschließlich von Juden bewohnt sind.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.