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Der Israelit · 1897-12-27 · Heft 102 (27.12.1897) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 102 (27.12.1897)
Date
1897-12-27
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1947 im Jahre 1575, in soweit die geschichtlichen Quellen dafür Anhaltspunkte gewähren, besprach der Redner die einzelnen Werke Karo's, worunter an Umfang, Wiffensreichthum und Geistesschärfe der Tur - Commentar m das bedeutendste, gab dann eine kurze Charakteristik von dem großen Manne und kennzeichnete sein Verhältniß zu den damaligen Zeltbestrebungen. Der Vortrag erregte das Interesse der Zuhörer in hohem Grade uud erntete den wohlverdienten Beifall. Am 15. Nov. sprach Herr Bezirksrabbiner Dr. Löwenstein in Mosbach vor sehr zahlreicher Versammlung über Rabbi Lipman (Jom low) Heller, Verfaffer des 2iv niemn, den er den Maimonides des 17. Jahrhunderts nannte. In seiner bekannten rhetorischen Meisterschaft, seiner gründlichen und lebendigen Darstellung geschichtlicher Themata entwarf Herr Dr. Löwenflein ein so vollkommenes, getreues Lebensbild von N. I. Heller, daß man ebenso sehr die geschickte Behandlung des Gegenstandes, als die große verständnißvolle Belesenheit des Vortragenden in der betreffenden Literatur bewundern mußte. Man lernte durch die genaue Ausführung der Lebensgeschichte Heller'S ebenso sehr deffen geistige Größe, seinen hohen Charakter, seine Leistungen in wissenschaftlicher Beziehung kennen, als auch sein Leiden und Dulden für seine Glaubensbrüder ermeffen. Das wechselvolle Leben H.'s, vom Rabbiner in Wien, Prag unb Krakau mit seiner regenerirenden tief in die religiösen Verhältnisse seiner Gemeinden eingreifenden Thätigkeit an bis zu deffen hartem Geschick, unschuldig bei dem kaiserlichen Hofe in Wien angeklagt und als gemeiner Verbrecher eingekerkert, verurtheilt und bestraft zu werden, fand in den lebhaftesten Zügen Schilderung, sowie auch seine Familienverhältniffe genaueste Zergliederung und Darstellung. Ein reiches Material von Geschichtsquellen und Handschriften stand dem verehrten Redner zur Seite. Derselbe erwarb sich durch seine herrliche Darbietung den Dank des Vereins und aller Anwesenden, der ihm allseitig zum Ausdruck gebracht wurde. Am 28. Nov. hatten wir die Ehre, den nunmehr als zweiter Rabbiner nach Mannheim berufenen Herrn Dr. Unna, Sohn des vor einigen Jahren dahier verstorbenen Rabbi Moses Unna in einem herrlichen Vortrage über „Die soziale Frage im Judenthum" zu hören. Erregte die Frage an und für sich in der heutigen Zeit größeres Interesse, so verstand es der Redner, dieselbe auch vom jüdischen Standpunkte aus geistreich zu behandeln und durch Vergleichung der Gesetze und Anschauungen der ältesten Culturvölker bis auf unsere Zeit herab mit den Gesetzen des Judenthums darzuthun, daß diese Gesetze, wenn auch^nicht die Lösung der Frage im Sinne unserer Zeit, so doch die Schärfe der wirthschaftlichen Gegensätze möglichst zu mildern bezwecken. Dabei sei bei denselben der ideale Standpunkt vorherrschend und die ethische Erziehung des Menschen besonders berücksichtigt. In der Beachtung dieser Gesetze liege cuch für uns eine Näherung zu obigem Ziele und mit Stolz müffr es uns erfüllen, diese Gesetze, schon vor Jahrtausenden gegeben und der Lösung einer Frage dienend, die heute die Geister und Gemüther in so hohem Grade beschäftigt, unser eigen nennen zu können. Der Vortrag machte einen äußerst günstigen Eindruck auf die Zuhörer und sprach der Vorsitzende dem Herrn Redner seine Anerkennung und den Dank des Vereins in beredten Worten aus. Ec hob hervor, daß es besonders erfreulich, solche Leistung von einem unter unseren Augen ausgewachsenen, aber auch emporstrebenden jungen Manne entgegen zu nehmen und man danach eine ersprießliche Thätigkeit in seinem neuen Wirkungskreise erwarten dürfe. Die darauffolgende Diskussion förderte noch manches Jntereffante in der sozialen Frage zu Tage und gab dem Vortragenden Gelegenheit, seine klare Auffasiung und fein Vertrautfein mit dem Gegenstände zu bekunden. Außer diesen Vorträgen dienten auch die besonderen Diskussionsabende dem Vereinszwecke und wurden an denselben kurze Vorträge gehalten, so über Rabbi Mofes JfferleS im Anschluß an R. Joseph Karo von Herrn Lehrer Weißbart, über die Unsterblichkeit in Bibel und Talmud von Herrn Dr. Neubert und über Hillel I. von Herrn Julius Strauß, Kaufmann. Möge der Verein in dieser seiner Thätigkeit zur Stärkung religiösen Sinnes und Wahrung jüdischen Wiffens fortfahren und ihm auch die nöthige Unterstützung allseitig geboten werden! Stratzburg i. G. In diesen Tagen starb dahier ein in dem ganzen Elsaß viel und rühmlichst bekannter Mann, Herr Joseph Groß Aus bescheidenen Anfängen hat er sich durch angestrengte Thätigkeit bedeutendes Vermögen erworben. Der Besitz des Reichthums machte ihn aber nicht stolz und übermüthig. Er blieb einfach und bescheiden in seinem Wesen und in seinen Bedürfnissen und nur durch reiches Wohlthun ließ er erkennen, daß sein Besitz gesegnet ward. Um nur Eines hervorzuheben, soll erwähnt werden, daß er seit vielen Jahren zu nov und zu men twn an alle Bedürftige der Gemeinde die ihm namhaft gemacht wurden, Wein vertheilte. Seinen Wohlthätigkeitssinn bethätigte Herr Groß in seinen letztwilligen Verfügungen. Er testirte unter Anderem: Zur Vertheilung unter die Armen hier am Tage seiner Beerdigung M. 320; dem Altersversorgungshause Eliza hier M. 1000; der Israelitischen Religionsgesellschaft hier M. 800; by->v» p» »wb M. 800; drei von ihm bezeichneten Rabbinen je M. 200; den Armen in Oberehnheim, in Walff und der

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