Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 101 (23.12.1897)
- Date
- 1897-12-23
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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1928 daß die Gründung eines jüdischen Spitals in Jerusalem angeregt und durch Anlegung eines Fonds der Grund zu diesem gottgefälligen Werke gelegt wurde. Die Verwirklichung dieses großen edlen Planes zu erleben, war ihm nicht nicht mehr vergönnt, aber ihm gebührt das Verdienst, Miturheber dieses Gedankens gewesen zu sein. Aber auch in seiner Gemeinde regte er die Gründung einer jüdischen Spitals an, und sorgte, da bis zu fernem Tode dieser Plan noch nicht zur Ausführung gekommen, für die koschere Beköstigung der jüdischen Kranken in den Spitälern. Daß dieses Bestreben große Summen erforderte, läßt sich leicht denken. — Gleiche Mühe gab sich der Verewigte für die Beschaffung der Mittel, um sämmtlichen unbemittelten jüdischen Soldaten in Würzburg unentgeltlich rituelleVerköstigung zu gewähren. Daß alle diese von ihm ins Leben gerufenen Institutionen heute noch in der gleichen Weise fortgeführt werden, ist zur Genüge des Oefteren schon in diesen Blättern erwähnt worden. Auch der jetzige Rabbiner «z WürzburgS leitet und versieht das ihm übertragene Amt in der gleichen Weise, wie dies von seinem seligen Vater geschehen, unbeirrt und unbeeinflußt von Gegnern und falschen Freunden. Von den sonstigen Akten der Wohlthätigkeit, Menschenliebe unv Menschenfreundlichkeit des verstorbenen Gelehrten ffnd wahre bewunderungswerthe Züge in die Darstellung seines Lebens eingeflochten. Die allgemeine Verehrung, die der berühmte Gelehrte genoß, legte Zeugnis ab von der Hochachtung, die man ihm zollte und die bei allen Gelegenheiten zum Ausdruck kam. Keine Gelegenheit ging vorüber, bei welcher man ihm nicht Beweise der Liebe und Verehrung entgegenbrachte. Und selten kam eS vor, daß seiner Bitte bei Behörden nicht entsprochen wurde, da man überall sein edle Absicht kannte und würdigte. Seine literarischen Erzeugnisse sind unseren Lesern alle bekannt. In der eben erschienenen Biographie ist jedes einzelne derselben neben Angabe seines Inhalts einer eingehenden Besprechung unterzogen worden. — Daß auch da» Familienleben dieses Mannes ein glücklichewar, bedarf wohl kaum der Erwähnung. So wirkte dieser Mann volle neununddreißig Jahre zum Wohte der Judenheit und speziell seiner Gemeinde, md unersetzlich war daher der Verlust, den die Gesammtjudcnheit durch daunerwartete Hinscheiden dieser Fürsten in Israel erlitten hatte. Schmerz und Besorgnis halte alle bewältigt, welche die Trauerkunde vernahmen und statt Festesfreude trat Trauer ein. Daß der Jahrestag eines solchen Ge« lehrten in vielen Gemeinden heute noch gefeiert wird, bedarf wohl kaum der Erwähnung, tan. j Nach dieser Darlegung einekurzes UeberblickeS über das Leben und Wirken diese- Mannewerden wohl die Freunde und Verehrer des Gelehrten aufrichtigen Dank wissen dem hochverehrten Sohne und Herausgeber der Biographie, der uns in so treffender Weise einen der bedeutendsten Gelehrten unseres Jahrhunderts vor Augen geführt hat. *) Zum Schluffe sei uns noch gestattet, anzufügen, daß die Anstalt im abgelaufenen Schuljahre von 29 Zöglingen besucht war, von denen sechs nach bestandener Prüfung in die Praxis entlassen wurden. Die Neuaufgenommenen erhielten ihre Vorbereitung in den Präparandenschulen zu Burgpreppach, Höchberg und Schwabach. — Die Lehrmittel und Bibliothek der Anstalt sind entsprechend vermehrt und auch die materielle Existenz der Anstalt hat in diesem Jahre ein recht erfreuliche- Resultat ergeben. Die Einnahmen beliefen stch auf ca. 26,700 M., bk Ausgaben auf ca. 26,100 M., so daß immerhin der Fonds der Anstalt um eine kleine Summe erhöht werden konnte. Mögen die am Schluffe des Vorworts von der Vorstandschaft ausgesprochenen Wünsche willige- Ohr finden und geeignet berücksichtigt werden: „Unsere Wünsche gehen dahin, wir möchten der Anstalt durch einen, eisernen Fond auch eine Sicherheit für die Zukunst verschaffen. Wir möchten ferner, was ge» miß von jedem Einsichtsvollen als recht und billig erkannt werden wird, für die Lehrer der Anstalt, welche die besten Jahre ihres Lebens der Anstalt treu gewidmet, eine Aussicht für entsprechende Pension bieten. Wir beabsichtigen daher, neben der Bildung eines Fonds zur Bestreitung der Anstaltskosten auch einen Pensionsfond zu errichten. Und so gestatten wir uns die ganz ergebene Bitte sowohl an die bisherigen verehr!. Gönner als auch an olle edelgesinnten Glaubensgenossen, uns durch entsprechende Unterstützungsbeiträge, durch Legate rc. zur Erreichung vieles Zieles behilflich zu fein. Das Bewußtsein, eine Wohlthat schönster Art geübt zu haben, wird reichlich belohnen; solche Gutthat unbegrenzten Segen zur Folge haben." *) Anmerkung der Redaktion: Wie wir dem Titelblatt der Biographie entnehmen, ist der Reinertrag dieser Schrift zur Gründung einer Pensionskasse der ordentlichen Lehrer bestimmt. Die Biographie selbst ist auch separat erschienen und in den jüdischen Buchhandlungen zum Preise von 1 M. zu haben.