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Der Israelit · 1897-12-23 · Heft 101 (23.12.1897) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 101 (23.12.1897)
Date
1897-12-23
Page
– (sequence 9)
Language
German
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„ XX XYIII, Jahrgang. Erste Keilage M M 101 ües JigrofüT. Leitender Artikel. Oit (sraclltirdje Jtljtrrlillliiuip-änftalt r» Qülnöuto. Die Idee, den Geburtstag bedeutender Männer, selbst wenn sie nicht mehr unter uns weilen, nicht unbeachtet vorübergehen zu lassen, hat in der Vorstandschaft der israelitischen LehrbildungS-Anstalt den Gedanken wachgerufen, einen schon lange gehegten Wunsch zur endgültigen Ausführung zu bringen. Dem diesjährigen Jahresberichte der israel. Lehrerbildungs- Anstalt ist nämlich als Beigabe eine Biographie des berühmten Distriktsrabbiner Seligmann Bär Bamberger zu Würzburg angefügt, welche von dem Sohne und Amtsnachfolger, dem Herrn Distriktsrabbiner Nathan Bamberger verfaßt ist. Sicherlich ist Herr Rabbiner Bamberger mit dieser That einem allgemeinen Wunsch nachgekommen. Denn einen Mann, wie der leider allzufrüh verstorbene Distriktsrabbiner, dessen Leben und Wirken heute noch so Vielen klar vor Augen ist, dieser Mann in einer Schrift kennen zu lernen, muß für jeden von Interesse sein. Daß gerade nun in diesem Jahre dieser Plan zur Ausführung gebracht wurde, hat seinen Grund darin, daß in diesem Jahre der neunzigste Geburtstag des berühmten Gelehrten s. A. gefeiert wird. Nicht Kränze und Blumen sollten sein Grab schmücken, keine modernen Seelenfeiern sollen in ben Synagogen abgehalten werden, sondern fein Leben werde öffentlich geschildert, damit dasselbe nachgeahmt und seine Werke, die er begonnen, weiter erhalten und gepflegt werden sollen. Und gerade der Bericht der israelitischen Lehrerbildungs-Anstalt ist besonders für diesen Zweck geeignet. Ist doch diese Anstalt eines seiner Werke gewesen, die — abgesehen von der literarischen Thätigkeit des Gelehrten — einen Weltruf erhalten hat! Der Mangel an Lehrern, die neben ihrer Fachkenntnis auch in den jüdischen Disziplinen jenen Grad von Bildung erhalten, der nothwendig ist, um die Jugend für die jüdische Religion zu begeistern, sie heranzubilden zu „Juden und Menschen" hat die Gründung der Anstalt veranlaßt und macht deren Existenz heute noch nothwendig. Und das läßt sich nicht bestreiten, daß die aus der Würzburger Anstalt entlasienen Lehrer in den verschiedensten Gegenden Deutschlands und noch weiter hinaus, segensreich wirken! ' ...■ ....... Wenn man nun/ bedenkt, was es heißt,"eAe' Anstalt mit vielen Lehrkräften in's Leben Zu rufen und für deren Bestand Sorge zu tragen, ohne daß genügende Mittel zur Gründung derselben vorhanden, so muß man staunen, über das Gottvertrauen, das dieser Mann besessen. Und wie ihm diesevollauf belohnt wurde, das beweist das Zustandekommen und dar Bestehen derselben. Ihm war es vergönnt, die Anstalt bis zu ihrer Großjährigkeit zu leiten, auch ein eigenes Haus für dieselbe zu erwerben, diese blühen und anerkannt zu sehen. Und das Vermächtnis, das er uns hinterlassen, es liegt heute in den besten Händen, in den seines Sohnes. Auch er scheut keine Zeit und läßt keine Gelegenheit vorübergehen, das Gedeihen der Anstalt zu fördern und derselben durch einen eisernen Fonds eine Sicherheit für die Zukunft zu verschaffen. Das erhabene Ziel, das sich der berühmte sel. Rabbi gestellt, es wird mit Gottes Hilfe durch das emsige Schassen und Wirken seines Sohnes 'v bald erreicht werden. Wie besorgt er aber bereits 20 Jahre vor Gründung der Anstalt für die Heranbildung der Jugend war, das beweist die Einsetzung seiner vollen Kraft für die Religionsschulen seines Distrikts und die Gründung einer jüd. Elementarschule zu Würzburg. Die alljährlichen Prüfungen in den Schuten waren ein Sporn zu neuer Thätigkeit für Lehrer und Schüler; sein Lob begeisterte auf's neue, sein Tadel brachte Besserung und Abhilfe. Seine Fürsorge für die Jugenderziehung erstreckte sich aber auch auf den Stoff, der der Jugend geboten werden sollte. Da wurde jedes Lehrmittel geprüft, und das, was nicht geeignet, aus der Schule verbannt. Durch diese Fürsorge entstand auch die Gründung der orthod. israel. Bibetanft alt, welche er unter Mitwirkung hervorragender Gesinnungsgenossen ins Dasein rief. Der Zweck dieser Anstalt war, zu billigem Preise eine gediegene Uebersetzung des Pentateuch zu beschaffen, um den neologen Arbeiten aus diesem Gebiete, die es auf Irreführung und Verleitung der Jugend abgesehen hatten, den Eingang in die jüdischen Häuser zu verschließen. Welche Verbreitung diese Anregung gesunden, können wir am besten beurtheilen, indem diese Ausgaben bei unserer Gesellschaft hergestellt werden. Und da ist es wieder der Amtsnachfolger, der das begonnene Werk feines fel. Vaters forisetzt und leitet. Und wie Bamberger für die Jugend sorgte, so war er auch bestrebt, für seine Milbrüder einzutreten und. zu wirken. Man erinnere sich nur der zahlreichen Collekten für das heil. Land, deren Ergebnisse aüviertelMrlich^voy ihm zur Weiterbeförderung än das Komited/^ngesaM chmSenI^Jhtn undniehrer ren g^ichgWstteN Rabbtneir' ist-es auch zu verdanken,

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