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Der Israelit · 1897-12-23 · Heft 101 (23.12.1897) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 101 (23.12.1897)
Date
1897-12-23
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Chocoladewaaren fremdes Fett Verwendung findet, und diese Fabriken dürften überaus zahlreich sein, ist es als sicher auzunebmen, daß auch die fein ft cn Sorten nicht frei von Beimischungen sind. Wenn auch eine Fabrik erklärt, daß bei besseren Fabrikaten keine Beimischung von frcmbcu Fetten statt finde, so ist dadurch noch lange nicht ausgeschlossen, daß bet der Fabrikation nicht eine Zugabe von Feit stallfinde, und zwar nicht als Fäljchungsmittel, sondern als ein Mittel, um die Verarbeitung zu erleichtern. Die so vielfach verbreitete Annahme, als wenn die feineren Sorten von Chocoladen im Allgemeinen frei von fremden Fetten seien, beruht auf mangelhafter Sachkenntniß und ich erkläre, daß diese Annahme eine durchaus irrige ist und daher bei dem Ankäufe alter Sorten von Chocolade und Chocoladcnwaaren große Vorsicht geboten ist. Rabb. Buttenwieser. Rumänien. ** Bukarest Se. Majestät der König Carol hat eine besondere Audienz einer aus dem Ober-Rrbdiner Dr. Beck und dem Präsidenten der israeUtsschen Gemeinde bestehenden Deputation der Bukarester Juden bewilligt. Der König forderte nämlich unter dem Ausdrucke des lebhaftesten Bedauerns über das Vorgefaüene die erwähnten Delegirten auf, ihren Glaubensgenossen im ganzen Lande die beruhigende Ver, sicherung zu geben, daß diese Scenen keine Wiederholung finden werden, und erklärte zugleich, daß auch jene Israeliten, welche keinen fremden Schutz genießen, für die vom Pöbel angerichteten Verwüstungen entschädigt werden sollen. Wie verlautet, soll die vom Ministerium des Innern zur Feststellung des durch die Pöbelrevolten angerichteten Schadens eingesetzte Commission bereits heute ihre Arbeit abschließen und das Resultat derselben der Negierung vorlegen, welche sodann auf Grund dieser Feststellungen und der seitender verschiedenen Consulate erhobenen Schadenersatzansprüche eine diesbezügliche Creditvorlage dem Parlamente unterbreiten wird. Obgleich verschiedene Stimmen der Regierungs-Majorität der Ansicht sind, daß keine Verpftichtung zur Schadloshaltung nach Pöbelrevolten bestehe, und von Se!te der Opposition die Heranziehung der Regierung znm Ersätze des durch die Polizei verschuldeten Schadens beantragt werden wird, so dürfte doch die in Rede stehende Creditvorlage angenommen und die Schadenersatzsrage im Sinne der fremden Gesandtschaften und der Negierung erledigt werden. ** Bukarest, 23. Dez. Die Exzesse des Pöbels haben bisher keine Wiederholung gesundest, was ebenfalls als ein neuer Beweis dafür dienen kann, Vaß er der Regierung, wenn sie nur will, durchaus Macht? and Einfluß gebricht, um Ruhestörungen zu verhindern und Exzessen vorzubeugen. Da den durch die Verwüstungen und Plünderungen des roden und raubgierigen Mob zum Theile schwer geschädigten Geschäftsleuten der inneren Stadt schon bei Kovstatiruag der erlittenen Verluste von Seiten der behördlichen Organe nahe gelegt wurde, daß sie für den Fall einer Verzichtleistung aus jeden Schadenersatz diese ihre Entschließung auch durch die Presse bekannt machen sollen, so haben viele der Geschädigten diesen Wink mit dem Zaunpfahl verstanden und auf die ihnen von der Negierung im Parlamente -»gesicherte Entschädigung verzichtet. Nicht ohne allen Grund glaubten nämlich die betreffenden Kaufleute und Unternehmer annebnien zu können, daß es Wunsch und Absicht der Regierung sei, die Schadenersatzsumme so viel als möglich herabzudrücken und sie haben es daher auch als nicht in ihrem Interesse gelegen erachtet, sich mit den maßgebenden Kreisen eines einmaligen Verlustes halber in Widerspruch zu setzen. Amerika.? Netv-Uork Wie scharf der antisemitische Wind hier in den Kreisen unserer Shoddy Aristokratie weht, kann der folgende Vorfall bewerfen. Miß Bachett, eine der tüchtigsten Schulvorsteherinnen, sah sich genöthigt, ihr von dem „besten" Publikum benutztes Institut zu schließen. Sie hatte sich geweigert, die jüdischen Schülerinnen zu entfernen und daher gingen so viele christliche ab, daß die Schule nicht mehr zu halten war. Im freien Amerika! Sei-er Redaktion neu eingegangene Sucher. (Falls nicht bereits besprochen, Besprechung Vorbehalten.) „Das Heine-Grab auf dem Montmartre", von A. v. d Linden. Leipzig, H. BarSborf, 1898. „Neue Heine-Funde-, von I. Nassen. Leipzig, H., Barsdorf, 1893. „Die Mischehe", von Dr. Rüben Vierer. Frankfurt a. M. I. Kanffmann. „Z ei tschrift für heb rä i sche B ibl iog r aphi e", von Dr. H Brody. Berlin 1897. „Lichot Sikoron", enthaltend Epitaphien von Grabsteinen des israelitischen Friedhofes zu Krakau, nebst biographischen Skizzen von Bernhard Fricdberg in Krakau. Drohobitsch 1897. A. H. Zupnik. „O'iBDn Dö’Kn N r. 2", von M. ficr&ooitä. Munkacs 1897. Vlayer u. Kohn. Vermischtes. Wie«. (Antisemitismus in der Kunst) Eine junge Sängerin, mit dem Künstlernamen Carneri, hatte in einem Konzerte des Akademischen Gesangvereins in Wien ein Meirdelsohn'sches Lied singen sollen. Auf Anrathen eines Bcicinsmitgliedes mußte die Dame das Programm ändern, weil die He ren Studenten den Juden Mendelssohn nicht haben wollten. Schließlich verzichtete man ganz auf die Mitwirkung der Dame, well die deutsch-nationale Studentenschaft „unangenehme Austrittegegen die Sängerin vorbereitete, die cs gewagt hatte, in einem Programm des Wiener Akademischen Gesangvereins auch nur einen Moment lang an Mendelssohn zu denken. Edel und klug!

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