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Der Israelit · 1897-12-20 · Heft 100 (20.12.1897) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 100 (20.12.1897)
Date
1897-12-20
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1913 Zeitungsnachrichten und Correspondenzerr. Deutschland. ** Hamburg, 5. Dez. Die Beerdigung des langjährigen ersten Vorsitzenden des Delegirten-Collegiums des Synagogen-Verbandes Herrn H.Fr i dberg, welcher im besten Mannesalter vom Tode dahingerafft wurde, hatte gestern die Vorsteher, Amtskollegen und eine große Anzahl von Freunden und Verehrern im Sterbehause vereinigt. Herr Oberrabbiner H irsch widmete dem Verblichenen einen tief empfundenen Nachruf, indem er besonders darauf hinwies, wie der Heimgegangene, der außer seiner Thätigkeit im Delegirten-Collegium und als Vorstandsmitglied vieler Wohlthätigkerts-Jnstitutionen feit länger als zwanzig Jahren das Ehrenamt eines Vorstehers der Beerdigungs-Brüderschaft der Deutsch-Israelitischen Gemeinde in hingebenster Weise bekleidete, allezeit ein Muster echter Menschenliebe, ein unermüdlicher Arbeiter für das Wohl der Gesammtheit war. Hierauf sprach Herr Dr. S. P. Nathan dem langjährigen Freunde im Collegium herzliche Abschiedöworte und ermahnte die trauernden Kinder, stets in den Wegen ihres Vaters zu wandeln, deffen Leitstern in allen Lebenslagen die unwandelbare Liebe zur Religion, zum angestammtenGlauben bildete. Alsdann setzte sich der Leichencondukt nach dem israelitischen Friedhof in Ohlsdorf in Bewegung, wo die Herren Rabbiner M. Weiß und Joseph Levy der Trauer und der Verehrung Ausdruck gaben. Das Hinscheiden des thätigen Mannes hinterläßt eine tiefe Lücke, die schwer ausgesüllt werden wird. n-arai. Oesterr.-Ungar. Monarchie. ** Leutschau Der v. M. in Hunfalu verstorbene Kaufmann Markus Roth teftirte der dortigen isr. Gemeinde den ansehnlichen Betrug von 10,000 fl., und zwar sollen die Zinsen eine» Dritttheiles den dortigen Armen zugute kommen, die des zweiten Dritttheiles werden zur Aufbesserung der Gehalte der Gemeindeangestellten dienen und endlich die des restlichen Theiles werden verschiedenen wohlthätigen Vereinen zugeführt werden. Der Verblichene bekleidete auch im öffentlichen Leben bemerkettSwerthe Stellungen; im 48er Jahre wurde er seitens der Statthalterei mit dem Amte eines Distriktsvertreters der Zipfer isr. Gemeinde vertraut. Rußland. ** Moskau. „Die Zeitung „Birjewia-Wiedomvsii" berrchet, daß mehrere Zemstwos aus Mittelrußland an die Central-Regierung Eingaben gerichtet haben, in welchen sie ersuchen, den Juden des Territoriums in diesen Gegenden den Pferde- und Viehhandel zu gestatten. Diese Eingaben sind folgendermaßen begründet: die schlechte Getreide- und Futterernte hat die Verkaufspreise für Pferde und für Vieh erheblich gedrückt. Auf den Messen und Märkten wimmelt es von Verkäufern, die aber selbst zu Spottpreisen keine Käufer finden können. Früher kamen die jüdischen Kaufleute auf die Messen, kauften dort große Mengen Vieh ein und ermöglichten auf diese Weise den Absatz zum großen Vortheil der Landbevölkerung und besonders der Züchter. Nach den strengen Polizeivorfchriften haben die Juden nicht mehr das Recht, auf die Messen zu kommen. Dies bedeutet einen großen Schaden für die Züchter, namentlich bei der jetzigen Futternoth. Aus diesen Gründen ersuchen die Zemstwos, den jüdischen Kaufleuten wenigstens in den Jahren 1897 und 1898 den Besuch aller Märkte und Messen für den Ankauf von Pferden und Vieh zu gestatten." Wir hören, daß mehrere Stadtbehörden Mittel- und Ostrußlands gleichzeitig ähnliche Eingaben gemacht haben. England.? London. Die reichen jüdischen Familien hier besitzen alle ihre Landgüter und viele derselben haben sich mit großem Eifer den verschiedensten landwirthschaftlichen Aufgaben gewidmet. Sir Francis Montefio re ist auf feinem Gut Worth Park bei Crawley in der Grafschaft Sussex ein großer Viehzüchter geworden, dessen Rindvieh auf den Ausstellungen schon viele Preise errungen hat. Auch jetzt hat er wieder in Jslington (d. h. in London) ansgestellt und Preise errungen. Die letzten zehn Jahre haben ihm an Geldpreisen nicht weniger als 40,000 Mark eingebracht ungerechnet die Ehrenpreise, wie der silberne Southdown-Becher rc. Indien.? Bombay. Unsere Gemeinde hat einen schweren Verlust zu beklagen, denn am 17. Nov. starb der Lubuda-Major Sirda Bahadoa Moses Benjamin, im Alter von 67 Jahren. Der Verstorbene, ein Bene Jsraelrte, entstammte* einer Familie von Soldaten. Sein Vater 'und Hein jüngerer Bruder waren Kapitän 'in der Eingeborenen-Armee in Indien, sein älterer Bruder brachte es, wie er selbst, zum Range eines Sirda Bahadoa, entsprechend dem Oberstenpoften bei den europäischen Truppen und sein Sohn David Moses ist auch bereits Kapitän. Moses Benjamin tratkals Rekrut ein und stieg von Stufe zu Stufe im 12. Bombay Eingeb orenen-Jnfanterie-Regimeni,' . und' während des Aufstandes waren die Frauen und Kinder der europäischen Offiziere des Regiments feiner Obhut im Lager von

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