Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 100 (20.12.1897)
- Date
- 1897-12-20
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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1906 Hände Macht haben mir all diese Fülle geschaffen", nicht gern einen Gott über sich anerkennen, der gesprachen: m 'bi Pps h „Mein ist das Silber, mein das Gold;" es sind mit Ehre und Ansehen Ueberhäufte, mit Titeln und Orden dekorirte, die sich zu hochgestellt dünken, um in den beengenden, entsagungsreichen Kreis jüdischer Gesetzesübung hinabzusteigen. (Fortsetzung folgt in der Beilage.) Zeitrmgsnachrtchren und Eorrefpsndenzen. Deutschland. ** Köln, 17. Dez. lieber die jüdischen Ackerbau-Kolonien in Palästina, deren Gedeihen in einzelnen glaubensgenösstschen Kreisen noch immer skeptisch angezweiselt wird, äußert sich die „Kölnische Zeitung": „Während man in Europa den Juden Luft und Befähigung zur Landwirtschaft abzusprechen Pflegt, wird ihnen in Palästina von christlicher Seite ein viel befferes Zeugniß ausgestellt. Von der Hoffnung getragen, daß Palästina früher oder später wieder in den Besitz des jüdischen Volkes gelangen werde, sind in den letzten Jahrzehnten die Juden massenhaft dahin eingewandert. Daß sie den größten Theil des Handels an sich zogen, kann nicht überraschen, mehr schon, daß sie in allen Gattungen des Handwerks, selbst als Steinmetzen und Maurer, Hand mit antegen und Fleiß und Geschicklichkeit zeigen. Merkwürdiger aber ist es, daß es ihnen gelang, blühende jüdische Ackerbau-Kolonien zu gründen, deren mehr als 20 auf der Küstenebene des Mittelmeers und im oberen Jordanthal bestehen. Im Anfang ging es ihnen dabei schwer, und sie mußten viel Lehrgeld zahlen. Aber nun wissen sie, welche Gewächse sich mit Nutzen pflanzen lasten und wie das Land zu behandeln ist, damit es die Mühe der Bebauung lohnt. Ermöglicht wurden diese landwirthschastlichen Versuche durch reichliche Unterstützung seitens jüdischer Vereine, insbesondere Edmund v. Rothschilds. Die aus diese Weise entstandenen Kolonien machen den landwirthschaftlichen Fähigkeiten der Juden alle Ehre und liefern den Beweis, daß man durch Viehzucht, Wein- und Getreidebau auch bei europäischen Ansprüchen sein Fortkommen in Palästina finden kann, ein Umstand, der für die Kolonisierung des Landes von höchster Bedeutung ist." O e st err. - U nga c. Mo n a r ch i e. Nikols bttkg 12. Dez. In dem hier bestehenden Vereine „Zion" hielt der Wiener Hof- und Gerichtsadookat Dr. Sigismund Feffler einen Vortrag „Nikolsburger Spezialitäten". In seiner Rede führte Dr. Feffler aus, daß viele Gemeinden, darunter auch die Nikolsburger Gemeinde, welche eine ruhmvolle Vergangenheit hinter sich haben, nichts gethan haben, um der Nachwelt von dieser hinter sich liegenden glanzvollen Zeit Kunde zu geben. Er empfahl alte Gegenstände, wie beispielsweise Chanukka-Leuchter, Sabbat-Lampen, Gewürz-Büchsen, uralte Schofars, Abzüge von Grabinschriften von berühmten Männern, die hier gewirkt haben, die Porträts der Rabbiner und Lehrer, die in der Ausübung ihres Amtes ihre Kräfte eingesetzt haben w. zu sammeln. Um die Aufbewahrung aller dieser Gegenstände zu ermöglichen, empfiehlt der Redner die Gründung eines Museums in Nikolsburg. Dr. Feuchtwang schließt sich insofern der Idee an, wenn durch die Gründung des Museums die Hoffnung gehegt werden könnte, daß der jüdische Geist und jüdisches Leben erstarken würde, wenn jeder Besucher dieses Museums beim Anschauen dieser alten ehrwürdigen Sachen von dem festen Vorsatz beseelt werde, in religiösem Sinne so zu leben, wie diejenigen gelebt haben, welche einst diese Untensilien benützt haben. Glaubt aber Jemand, diese Objecte aus dem Hause wegzuschaffen und von ihnen immer Abschied zu nehmen, um sie dort im Museum zu vergraben, dann ist der Redner entschieden gegen Errichtung desselben. Pretzburg. Die Talmudjünger der hiesigen Jeschibah brachten ihrem hochgeehrten Lehrer, Herrn Oberrabbiner Sch r e i b e r ’7j, anläßlich der Verlobung seines Sohnes eine großartige Ovation. Als Sprecher derselben fungirte Herr Samuel Reich, Sohn des Oberrabbiners Reich in Budapest. Vater und Sohn dankten gerührt. Es wurden außerdem von verschiedenen Rednern Toaste ausgebracht, viele nun ’nst gesprochen und war die Stimmung eine allgemein gehobene. 8. B. Erlau, Ungarn. (W arnu ng.) Vor Kurzem wurde mir von einem bedeutenden Chemiker in Wien die Mittheilung, daß er mehrere Proben von Chocolade untersucht habe, welche ausschließlich animalische Fette enthielten. Solche Chocolade ist also vollständig Tins und uns Juden zum Genuffe verboten. Es gibt zwar auch eine feine Sorte, die frei von diesen verbotenen Substanzen ist, allein diese ist sehr theuer, und das jüdische Publikum ist nicht in der Lage eine Unterscheidung zwischen den verbotenen und erlaubten Sorten zu machen. Ich halte mich verpflichtet, diese Sachlage zu veröffentlichen, um meine Glaubensgenossen vor dem Genuß der Chocolade zu warnen. Simon Schreiber, Oberrabbiner. Bei uns in Deutschland sind die besseren Fabrikate angesehener Firmen vollständig frei von zum Genüsse verbotener Substanzen, wie dies vor einiger Zeit die bekannte Fabrik Gebr. Giorgi, Frankfurt a. M., in diesen Blättern mitgetheilt hat. „Red. d. Jsr." Frankreich. ** tyari&f 12. Dez. (Gegen die Juden und die Ausländer.) Der Abgeordnete de Beauregard beabsichtigt nachstehenden Gesetzentwurf in der Kammer einzubringen: Artikel 1. Jedem In-