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Der Israelit · 1897-12-16 · Heft 99 (16.12.1897) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 99 (16.12.1897)
Date
1897-12-16
Page
– (sequence 18)
Language
German
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1898 noch oft zu finden, ohne daß jedoch dessen Vorzüge erreicht werden. — Der Vorsitzende dankt beiden Rednern für die sachlichen, eingehenden Arbeiten und eröffnet die Diskussion. Dieselbe dreht sich hauptsächlich um die Frage der Wichtigkeit und Zulässigkeit des Pentateuch-Unterrichts für Mädchen, welche schließlich von fast allen Seiten nach ihrem bildenden, moralischen und praktischen Werth erkannt uud empfohlen wird. Ebenso werden hinsichtlich der Methode im Pentateuch-Unterricht von verschiedenen Seite noch einige Rathschläge gegeben. Herr Rabbiner Dr. Marx—DarmstadL weist auf ein Werk von Berlinger hin, welches diesen Gegenstand in fesselnder Weise behandle und regt zur Untersuchung der Frage an, ob auch die wissenschaftlichen Strömungen im Pentateuch-Unterricht berücksichtigt werden sollen. Nach Erledigung dieses Punktes verliest der Vorsitzende das Offert einer Buchhandlung auf Gewährung von Rabatt zu Gunsten der Hilfskasse beim Bezug der verschiedenen Schulbücher. Hierauf wird der vom Vorstand vorgelegle Statutenentwurf berarhen und mit einigen Abänderungen genehmigt. Auf Antrag eine« Mitgliedes beschließt die Versammlung, die Statuten in vielen Exemplaren drucken zu lassen und zur Werbung von Mitgliedern und Gönnern der Hilsskasse in weitere Kreise zur Vertheilung zu bringen. Die von dem Vorstand beschlossene Petition an das Großh. Ministerium zur Abhilfe der schreiendsten Mißstände in der Stellung der Lehrer, welche schon einmal Gegenstand der Verhandlungen zwischen den beiden Hess. Lehreroereinen war, jedoch von dem anderen Verein abgelehnt wurde, wird von der Versammlung einstimmig genehmigt. Die Provinzialkonserenzen sollen jährlich im Herbst, die Generalversammlung soll jedoch im Frühjahr ftattfinden. Mit Rücksicht auf die soeben abgehaltene Generalversammlung wird beschlossen, die etsteren in diesem Jahre aussallen zu lassen. Die Frage der Unterhandlung mit einer Versicherungsgesellschaft behufs Erlangung einer Tantieme zu Gunsten der Hilfskasse wird verschoben. Für die nächste Generalversammlung übernimmt Herr Klein—Gießen ein Referat über „Die Vorbildung des Lehrers zum Kantorberus." In das auf Grund der Statuten für die Hilfskaffe zu schaffende AgitationScomil6 werden die HH. Eisenheimer—Großenbuscck, Kahn—Mainz und Scheuer —Groß-Umstadt gewählt. In seinem Schlußwort gedenkt der Vorsitzende der Bedeutung deS heutigen Tages für jeden patriotischen Hessen, dessen Herz am Geburtstage unseres erlauchten Herrscherpaares stets aufs neue Treue und Hingebung für sein angestammtes Fürstenhaus gelobt und fordert vre Anwesenden zu einem dreimaligen Hoch auf Ihre Kgl. Hoheiten den Gcoßherzog und die Grobherzogin von Hessen aus, in welches die Versammlung begeistert einstimmt. Frankfurt, 25. November l8i)7. I. A. dcS Vorstandes: I. Le b er m a nn—Darmstadt, Schriftführer. MlaMtzlen iui$ Schulfeiern ln der Israel. fWigiottsfümlt. Dortrag, gehalten von Lehrer Baumgart—St. Lengsfelauf -er Konferenz -es ^Vereins tsr. Lehrer Mitteldeutschlands" in Hatte a. Ä. zu Pfingsten 1896. Die Religion ist nicht zuerst Erkenntniß, sondern Empfindung, sie ist nicht Begriff, sondern Gemüth und Gefühl, sie ist nicht Denken, sondern Gesinnung, Sinn für das Höhere, Ahnung des Göttlichen, Leben in Gott. Der Religionsunterricht unterscheidet sich seinem Wesen nach von den andern Disziplinen der Volksschule vor allem dadurch, daß es bei ihm in erster Linie darauf ankömmt, das menschliche Gefühl und Gemüth anzuregen, zu erwärmen uud zu begeistern. Nicht trockene WiffenSdarbietung vermag hier ihren Zweck zu erreichen, sondern es ist eine stetige, andauernd und unbewußt auf da« Seelenleben des Kindes rinwirkende Behandlung des religiösen Wissensstoffes unerläßlich, wenn das wahre Ziel dc« Religionsunterrichts erreicht werden soll. Das zu erziehende Kind muß von seinem Religionsbekenntnisse überzeugt und begeistert werden Wenn wir zu unserm großen Leidwesen heutzutage finden, daß vielen unserer Glaubensgenossen diese Begeisterung abgeht, daß viele nur ungern, viele auch gar nicht ihre Kinder in die jüdische Religionsschule schicken, daß wenige Eltern Interesse für den Fortschritt ihrer Kinder im religiösen Wissen an den Tag legen, während sie mit Bangigkeit daran denken, ob der Sohn wohl sein

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