Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 99 (16.12.1897)
- Date
- 1897-12-16
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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$Ber ^Jsraelit Ccntral-Organ für das orthodoxe Jlldcnthum. Akäller für die israek. Schule. '«> Dez. 1897., M-KAYZ. »A W. 99._^ l3~ ..KlnadhiinMrr Uerelll lsrort. Kehrer m Grußherrliglhilill Aesseo." Amtliches Protokoll der am 25. Novemver d. I. in Frankfurt a. M. ftattgehabten Generalversammlung. Die Generalversammlung war von 40 Mitgliedern besucht. Der Vorsitzende, Herr Dr. B a r n a ß—Pfungstadt, begrüßt die Anwesenden und giebt einen Bericht über die bisherige Thätigkeit des Vorstandes, wobei er namentlich die Schrirte zar Herbeiführung eines gemeinsamen Vorgehens mit dem anderen isr. Lehrerverein — im Interesse einer Besserstellung der Lehrer — mit dem bekannten Resultat erwähnt und überläßt es der Versammlung, hierüber weitere Beschlüsse zu fassen. Sodann entwirft der Vorsitzende ein gedrängtes Bild über das Material der heutigen Tagesordnung, regt die Bildung einer Kommission zur Aufstellung eines Normallehrplans an und wünscht für die Berathung besten Erfolg. Nach Erledigung des zweiten Punktes — Rechnungsablage — fragt Herr Kahn—Mainz, ob betr. seines Antrags auf Befreiung der Schüler an den höheren Schulen Hessens vom Unterricht an sämmtlichen Feiertagen, sowie der Volksschüler an Samstag während des Gottesdienstes und an den Feiertagen die geeigneten Schritten erfolgt Wären. Herr Rabbiner Dr. Mar x— Darmstadt erwidert hieraus, daß auf einediesbez. Eingabe seinerseits mit Herrn Rabbiner Dr. Bondi—Mainz die oberste Schulbehörde über ersteren Punkt sich in wohlwollendem Sinne geäußert und versprochen habe, bei der Berathung im Ministerium in günstiger Weise dafür wirken zu wollen. Doch bittet Herr Rabbiner Dr. Marx, die beiden Punkte getrennt zu behandeln und hinsichtlich der Volksschulen erst nach Erledigung des ersten Punktes vorzugehen. Der Antrag wird hierauf zurückgezogen. —--- Zum dritten Punkt der Tagesordnung reserirl Herr Mandelbaum—Ober-Seemen über „Die Behandlung des Pentateuch-Unterrichts". Der Referent führt aus, daß dem systematischen Religionsunterricht und der biblischen Geschichte im Vergleich zum Pentateuch zu viel Werth in der Schule beigelegt werden. Der Pentateuch-Unterricht sei der beste Konzentrationsstoff, besonders für Religionslehre und Grammatik. Bei Vertheilung des Lehrstoffes bezieht sich Ref. auf den badischen Lehrplan für Religionsschulen. Auch Mädchen müssen zum Pentateuch-Unterricht zugelaffen werden, schon mit Rücksicht auf deren erhöhte Theilnahme am Gottesdienst. Die Methode sei eine elementare, die allgemeinen Prinzipien der Methodik müssen auch hier beachtet werden, Übersetzung und Grammatik sollen stets Hand in Hand gehen. Zum Schluffe beleuchtet Referent das Verfahren der früheren Zeit im Gegensatz zum heutigen und giebt hierauf die Methode in seiner Schule an. Der Correferent, Herr E h r m a n n—Friedberg, erörtert erst einige prinzipielle Fragen über die Rothwendigkeit eines Normallehrplans und bekämpft sodann das Verfahren der Centralifation, er will bei beschränkter Unterrichtszeit dem Gebctübersetzen mehr Zeit eingeräumt wissen, als dem Pentateuch-Unterricht. Die Grammatik soll zwar im engsten Zusammenhang mit diesem Unterricht bleiben, aber auch mit denk Gebetübersetzen verbunden werden. Correferent ist ferner für das Abfragen von Vokabeln im Pentateuch- Unterricht und bemerkt zum Schluffe, daß man nicht mit Verachtung auf die Zeit des „Cheder" blicken solle, denn die Fehler des letzteren feien heutzutage