Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 98 (13.12.1897)
- Date
- 1897-12-13
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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gwwwny-faaiP1- XXXTin. Jahrgang. Jß QÜ. Ern Dtr Israelit Genlrat-Hrgan für das orthodoxe Audenthum. Begründet von Dr. DrHmsnn in Msinz Motttag, den 13. Dezember 5658 (1897). Da mit dem 1. Januar 1898 ein neues Quartal beginnt, so erlauben wir uns, die geehrten Abonnenten darauf aufmerksam zu machen, daß namentlich bei der Post das Abonnement frühzeitig erneuert werden muß, damit die Versendung keine Unterbrechung erleide. In der Postzeitungsliste pro 1898 eingetragen unter Nr. 3684. Neu eintretende Abonnenten (Postabonnenten gegen Vorlage der Postquittung) erhalten unser Blatt bis Ende Dezember gratis. Leitender Artikel. Rabbi 5imcha Bamberger Würzburg, 12. Dezember. 8.8. Wenn diese Blätter in die Hand der Leser gelangen, werden Viele derselben schon von dem großen Verlust erfahren haben, welcher die Judenheit durch das Hinscheiden des Herrn Distriktsrabbiner Simon Bamberg er Vn in Aschaffenburg betroffen hat. Wiewohl Rabbi Simon längere Zeit leidend war, war man doch durch diesen Unglücksfall tief erschüttert. Die Krankheit hatte bereits im Herbste begonnen und schon am jüngsten bot hatten die Aerzte das Fasten verboten, trotzdem unterließ Reb Simche es nicht und fungirte sogar zu ribw noch als rrte ms, ebenso wie derselbe trotz heftigster Schmerzen und schwerer Erkrankung sich nicht abhalten ließ, noch fisjo Juso zu erfüllen. Aus seinem Krankenlager während der letzten drei Monate beschäftigte er sich anhaltend und unaufhörlich mit ms\ und bis zum letzten Augenblicke bewegten sich seine sterbenden Lippen noch mit nm m-i. Simon Bamberger >sr war der älteste Sohn des verewigten Distriktsrabbiners Seligmann Bär Bamberger b*xr. Er war im Jahre 5592 geboren. Im elterlichen Hause ntrvrr mm »ra bv großgezogen, war der Verstorbene stets bestrebt, min zu lehren. Neben diesem Thorastudium beschäftigte er sich eifrig mit Fachkenntnissen für seinen späteren Beruf. In seinem 22. Lebensjahre erhielt er einen Ruf an die Talmud-Thoraschuts nach Kolmar, an welcher er zwei Jahre wirkte. Die Gemeinde in Fischach, die von den Kenntnissen und dem Wirken des jungen Gelehrten gehört hatte, berief ihn als ihren Rabbiner, welchem Ruf er auch Folge leistete. Kurz nach Antritt dieser Stelle vermählte sich B. mit einer Tochter des durch wahrhafte Frömmigkeit, seltene Menschenliebe und Aufopferung für die Interessen des unverfälschten Judenthums weithin bekannten Jakob Tedesko Vst in Paris. (Bine würdigere Lebensgefährtin «*rr hätte er wahrlich nicht finden können. War sie doch gleich ihm durchdrungen von den Gefühlen echter Frömmigkeit und Gottesfurcht. In diesem Sinne erzog auch das beliebte Ehepaar ihre Kinder, fünf Söhne und vier Töchter. Mehrere der Söhne wirken segensreich seit mehreren Jahren als Rabbiner nach dem im Elternhause herrschenden Sinne. Und auch mehrere Töchter sind an würdige Männer verheirathet. In Fischach wirkte er 24 Jahre. Als im Jahre 1881 durch das Hinscheiden des Rabbiners Avler Vst in Aschaffenburg sich dessen Stelle erledigte, richtete die Gemeinde und der Distrikt ihr Augenmerk auf Bamberger, und sicherlich hätten sie keinen Besseren finden können. Er entschloß sich, die Gemeinde Fischach zu verlassen und die Aschaffenburger Stelle anzunehmen. So wirkte er 16 Jahre bis zu seinem leider allzufrühen Tode. Während er jedoch in Fischach sich ungestört dem Thorastudiunr hingeben konnte, lagen die Verhältniffe in A. so, daß er, der sonst so wahrhaft friedlich und bescheiden, für ™ und rwp kämpfen mußte. Mit allen Mitteln kämpfte er für die Aufrechterhaltung des unverfälschten Judenthums in seinem Wirkungskreis. Er