Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 97 (9.12.1897)
- Date
- 1897-12-09
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
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1858 Entwürfe einer Advokaturordnung, in die auch schon ein Paragraph ausgenommen wurde, demzufolge von nun an die Anzahl der jüdischen Advokaten in einem GerichtSrayorr nur 10 Percent des gesummten Advokatenstandes betragen dürfe. Die Commission sion hätte sich diese Manifestation ihres Judenhasies schön ersparen können, denn nach einem soeben veröffentlichten statistischen Ausweise gibt eS überhaupt unter den in den Provinzen lebenden 2149 Advokaten nur 211, die dem jüdischen Glauben anqehören. Wie man sieht, kommen daher jetzt schon auf 100 christliche Advokaten kaum 10 jüdische. Ganz anders verhält sich jedoch die Sache in Betreff der Advokaturgehilfen, denn auf 1204 christliche kommen 389 jüdische, also ungefähr 33 vCt. Procent. Was wird man daher mit diesen jüdischen Advokaturgehilfen nach Vollendung ihrer Praxis machen, wenn der Antrag, daß auf 90 christliche nur 10 jüdische Advokaten kommen dürfen, Gesetzeskraft erlangen sollte? Viele Blätter erklären daher jetzt schon, daß dieser Antrag eine Absurdität sei, da man doch nicht die Anzahl der jüdischen Advokaten beschränken kann, während die Anzahl der jüdischen Advokaturgehilfen eine gänzlich unbeschränkte ist. Amerika.? New-Novit. Bei der Bürgermeisterwahl von Groß-Rew Dort fiel das jüdische Votum sehr schwer in das Gewicht. Begreiflich genug, denn von den 400,000 Juden in New-Pork haben sicher mindestens 100,000 Stimmrecht. Obwohl nun auch hier die Juden sich dagegen wahren, daß sie als einzelne politische zusammengehörige Gruppe betrachtet werden, sehen doch alle Politiker die Sache so an und nehmen deßhalb auf ihren Listen immer einige jüdische Kandidaten, wenn auch für Stellen zweiten oder dritten Ranges, auf. Viel charakteristischer ist aber, daß sich die Kandidaten wechselseitig des Antisemitismus beschuldigten, um dem anderen die Stimmen abzutreiben. Die jüdischen Freunde der einzelnen Bürgermeifterkandidaten waren daher zu einer Polemik in den weitverbreiteten Jargonzeitungen genöthigt, um ihre Erwählten von dem schwerwiegenden Vorwurfe der Judenfe'mdfchaft reinzuwaschen. Afrika. ** Süd-Afrika Auch ein Organ der Buren nimmt sich jetzt der Rechte der jüdischen Bevölkerung Transvaals an. „Land en Volk" schreibt in einer Besprechung der bekannten Petition an die Regierung in Pretoria, daß die Juden so gut wie sie zu den Steuern und sogar zu dem Militärdienst herangezogen werden, auch berechtigt sein müssen, die vollen bürgerlichen Rechte zu genießen. — Die Dampfercompagnien, welche die Auswanderer von England nach Südafrika bringen, haben schon seit längerer Zeit für die jüdischen Paffagiere die größten Bequemlichkeiten beschafft. Sie sind bemüht, dieselben in Gruppen zu verschiffen, und besorgen dann für dieselben alle religiösen Erfordernisse, wie koscheres Fleisch rc. Kürzlich prüfte wieder der Superintendent des Asyls für jüdische Arme in London die Einrichtungen der (Saftei Linie uttb fand, daß dieselben allen billigen Anforderungen, welche die jüdischen Paffagiere stellen können, vollkommen entsprechen.? Süd-Afrika. In Pretoria wird eine neue Synagoge erbaut werden, um dem Bedürfnisse der wachsenden Gemeinde zu entsprechen. Das Gebäude wird sehr elegant in maurischem Style errichtet werden, es soll 530 Sitzplätze enthalten und wird mit elektrischem Licht und allen modernen Einrichtungen versehen sein. Sam. Marks liefert die Ziegel zum Bau als Geschenk kostenlos, trotzdem werden die Kosten ca. 20 000 Mark erreichen. Statistisches. ** Wien. Die neueste Publikation der statistischen Centralcommission enthält unter Anderem auch eine Nebersicht über die im Jahre 1896 errichtete Stipendien für Studenten. Es sind im Ganzen 55 mit einem Capital von 479 678 fl., davon sind an die Bestimmung, daß nur Studenten einer bestimmten Confesston zum Genüsse der respectiven Stipendien zugelassen werden sollen, 15 Stiftungen gebunden, und zwar: Zwei Stiftungen nur für griechisch-katholische Studenten mit 87 836 fl., sechs Stiftungen nur für israelitische Studenten mit 79 132 fl., eine Stiftung nur für griechisch-orientalische Studenten mit 50 000 fl., sechs Stiftungen nur für römisch-katholische Studenten mit 47 824 fl. Der Erwähnung werth ist noch das Faktum, daß ein Privatier aus Bukarest, Rumäne von Nationalität, eine Stiftung von 20 000 fl. für drei Stipendien k 260 fl. errichtete, deren Empfänger aber gleichzeitig Deutsche und Juden sein müssen. — Es ist bekannt, daß die Juden eine besonders hohe Zahl von Geisteskranken zählen. Die von der hiesigen statistischen Centralcommission veröffentlichen Zahlen bestätigen dies vollinhaltlich. Danach befanden sich Geisteskranke in Anstalten: Männlich Weiblich Zusammen Katholiken .... 3948 2745 6693 Evangelische .... 73 62 135 G riechisch - Orientalische 49 33 82 Juden. 267 241 508 Sonstige. 8 4 12 Unbekannt .... 7 4352 "3065 7 7437 Sehr bemerkenswerth ist die Tabelle, aus der L