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Der Israelit · 1897-12-09 · Heft 97 (9.12.1897) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 97 (9.12.1897)
Date
1897-12-09
Page
– (sequence 10)
Language
German
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1848 MÜ werden, bet Zäher, (Ganuhis, Chf.) und der Staat, (Stornos, L.,) zeigen ihre Verschiedenheit in dieser Beziehung auf's trefflichste. Buffon erzählt in seiner Vogelbeschreibung, daß er öfters einem Häher Nelkenknospen hinrrichte, und pickte dieser Vogel nie anders den Samen aus diesen Knospen, als indem er seinen rechten Faß auf die Knospen stellte, um sie damit zu halten. Doch der Staat, der die gleichen Knospen erhielt, machte durchaus von seinem Fuße keinen Gebrauch; er nahm die Samenkolben in den Schnabel und suchte damit an beit Stäben des Käfigs den Samen herauszuklopfen Naumann führt ein Gleiches an von diesen beiden allgemein als gleichartig gehaltenen Vögel. Im Talmud werden diese beiden Vögel auch angeführt, der Häher als prrrn rw (Chulin 63 a,) unter den Rabenvögeln selbst und der Staar als rabenartig, unter der Bezeichnung nvnn pr: „Sich bei Raben aufhält und ihnen sowohl durch Körper, als Merkmal ähnelt." (Chulin 65 a.) Wiederholen wir nun die Frage, welches mag wohl die Ursache sein, daß diese beiden Vögel so verschieden Vorgehen bei ihren Mahlzeiten? Warum überhaupt giebt es einerseits Vögel, die o-m sind, während die anderen es nie thun? Verbinden wir sofort mit dieser Frage die Untersuchung, warum die no'-n eigentlich als Erkennungszeichen aufgestellt wurde? Hierzu bedarf es vor allem einer richtigen Auffassung der schon angeführten Boraitha, in welcher die vier Merkmale festgesetzt werden. Der hier nothwendige Passus ist: .b pur i m» d itr; rro neo. .pb WfHm'o pw non Wie ist es mit dem Adler.- er zeichnet sich durch folgende Charakterzeichen aus, doch die Tauben zeichnen sich folgenderweise aus. Nehmen wir für einen Augenblick an, die Boraitha hätte nicht selbst die darin folgenden Merkmale ausgestellt und die Aufgabe würde uns selbst zufaüen zu bestimmen, welches die markantesten Punkte sind, in welchen Adler und Taube am meisten von einander abweichen. Nehmen Wir diese Unterschiede der Reihe nach; vor allem nun, welches ist die erste und wichtigste Abweichung zwischen diesen beiden Vögeln? Möge man, zur selbstständigen Lösung der aufgeworfenen Fragen auf einige Augenblicke mich in die Werkstätte geleiten, wo die Merkmale geschmiedet werden, und sehen wir zu, wie die Charakterisirungen, Classifikationen und Bestimmungen der Thiere und Vögel vorgenommen werden, vielleicht gelingt es uns auch, ohne die Hilfe der Boraitha die nothwendigen Trennungspunkte herauszusinden. Wiederholen wir nun die Frage, welches sind die augenfälligsten, markansten Erkennungszeichen, welche die Vögel in ihrer Beschaffenheit, Eigenschaft und Naturanlage uns bieten, um sie unter einander zu erkennen? Da die Vögel vielleicht etwas fremdartig und als Unbekannte in ihrem Leben uns Vorkommen, suchen wir zuerst dieser Frage in der Thierwelt beizukommen. Halten wir uns bei dieser Besprechung an die von Geoffroy St. Hilarre und Cuvier in ihren Vorlesungen immer wieder vorgeführten Bilder. Es ist gewöhnlich der Ochs und die Katze, die ihnen Stoff zu ihren Betrachtungen lieferten. Wer vermag nun wohl die größten zwischen Ochs und Katze bestehenden Unterschiede herauszufindeu? Gewiß viele, denke ich mir, möglicherweise auch solche, die auf Universitäten keine Vorlesungen gehört haben, vermögen sich hierbei einen Hauptunterschied auszumalen. Doch wie bei Geoffroy St. Hilaire und Cuvier wird die Differenz der Größe hier auch nicht als Differenzialpunkt angenommen; es giebt ja auch große Katzen, wie der Löwe, der Tiger, und noch eine Reihe anderer Thiere sind nichts anderes als große Katzen, anderseits gehören zu der Familie des Ochsen auch kleinere Thiere, so das Schaf, die Ziege. Auch denke ich mir die Katze in ihrem primitiven Naturzustand als rein carnivore ehe sie durch Gewohnheit und Anerbnng zur Degeneration kam, wie wir sie allgemein im gezähmten Zustande vor uns haben; diese Bemerkung wurde auch jedesmal von den angeführten Gelehrten in ihre Vorträge eingestochten Noch hierzu die Bemerkung, daß was der Differenzialpunkt der Größe anbelangt, solche von der jetzt besprochenen Boraitha auch nicht berührt wird; und doch ist der Größeunterschied zwischen Adler und Taube nicht geringer als derjenige, welcher zwischen Rind und Katze besteht. Von der Differenz der Größe also abgesehen, welches ist wohl der Hauptunterschied zwischen diesen beiden Thieren, dem Rind und der Katze? Ohne Zweifel Folgendes: der Ochse frißt Gras, die Katze frißt Mäuse. Einen größeren markanteren Unterschied zwischen beiden als diesen kann ich mir nicht denken. Aber nicht allein daß die Katze Mäuse frißt, sie muß sie auch fangen, sie fliegen ihr nicht ins Maul. Jedes Thier ist ja in der Natur auf Sclbstverpfleguug angewiesen. Es handelt sich ja auch um die Naturkatze, die durch Zähmung noch nicht so weit herunter gekommen ist, daß ihr jede Speise gut genug und annehmbar ist. Um diese zu ihrem Unterhalt nothwendigen Mäuse oder andere gleichartige Beute selbst herbeischaffen zu können und da es nicht anders als durch Fang sich durchsetzen läßt, rnuß sie nothwendiger Weise hierzu geeignete Werkzeuge besitzen, sonst könnte sie sich ja nicht mit dem Mäusefang abgeben. Sie hat sie auch, diese hierzu nothwendigen Hilfsmittel; die Natur, welche den Organismus dieses Thieres als ein fleischfreffendes ausftattete, gab ihm auch hierzu die nothwendigen Anlagen, damit es seinen Bedürfniffen genügen kann. Auf den Beutefang angewiesen, um ihren Bedürfniffen zu genügen, hat die Katze hierzu sehr geeignete Werk-

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