Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 97 (9.12.1897)
- Date
- 1897-12-09
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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XIITIU Jahrgang. Erste Beilage zu M 97 des Jterntttt“. Leitender Artikel. ‘□’mon msiy Eine wissenschaftliche Abhandlung über talmudische Systematik und Namen der bibl. Vögel von I. Gugenheim, Rabbiner in Saarunion. Die vier Charakterzeichen, die Aufstellung der mnto y *) xot2 emnn 5]iy Pd. Die Mischna führt die vier Charakterzeichen nur zur Bestimmung der Halacha an. Von der Natur der Vögel, von einem Eingehen in die spezielle Diversität ihrer Organe und deren Gebrauch, findet sich in der Mischna selbst keine Spur. Es ist eine nachfolgende Boraitha, welche als Hauptquelle und Grundlage des ganzen Systems zu beachten ist. Diese Boraitha ist von so ungemein hoher Bedeutung, daß dieselbe nothwendiger Weise ganz angeführt werden muß: psn mrr ynx« lP pxp nnrc neo ne ,ntw K’jnni pin sec 12 ssrpe P2 nev Pdiki cnrr r^pj ^apnp p«i P“)to pPeiir penn pw "Pp; ppnpi per m*? yzxx pp wt? ♦ pnino p2 xii'2 bz sjx In dieser Boraitha wird nach strengen in der Naturwiffenschaft stets geltenden Grundsätzen von dem Bibelwort abgeleitet, daß die vier besonders ins Auge fallenden Verschiedenheiten von Adler und Taube als Werthmesser für andere gleichartige Vögel zu gelten haben. Jeder Vogel, der nach dieser Seite dem Adler gleich ist, der soll wie der Adler als unrein gelten; diejenigen Vögel, welche darin der Taub« gleichen, sind als rein zu betrachten. Indem der Talmud von 2K p;2 ausgehend als biblische Anordnung festsetzt, daß alle Vögel, bei welchen die gleichen Merkmale wie bei dem Adler Vorkommen, als adlerartig, alle, bei denen Merkmale wie bei der Taube zutreffen, als taubenartig gelten, befolgt er genau, was heute in der ganzen modernen Naturlehre und in jeder begründeten Systematik als logische Folge üblich ist. Demzufolge wurden in der angeführten Boreitha unter dem Namen nnnts ’jö’d, „Reinheitsmerkmale", folgende vier Merkmale ausgestellt: 1. das Einhacken der Krallen nein-,; 3. die übrige Zehe nnrr 2228; 3. das Vorhandensein eines Kropfes pet und 4 die Lösbarkeit der Jnnenhaut des Magens (eutieulu) *) Pp; ppnp. Ohne den Werth und die Wichtigkeit *) Siehe Nummer 68. dieser vier Merkmale und ihrer Variationen im Haushalte der Vögel selbst zu kennen, ist es eine Unmöglichkeit, von der ganzen talmudischen Abhandlung sich eine Vorstellung zu machen, oder auch nur überhaupt irgend ein Verständniß von einem ihrer Theile zu haben. nom* Das Einhaiken der Kraven kos emnn ejijj Pa. Jeder Vogel, der (beim Fraß) seine Krallen einhackt, ist unrein. Chulin 59 a. Ich gebe hier von vornherein schon dieses ein als gleichbedeutend und gleichwertig mit p;n rm und nv'n-i 2kh, da dies bei dem in der Boraitha angeführten Fall: P2w ein-— *nwno, woselbst dieser Punkt als Charakerzeichen zur Bestimmung gelangt, thatsächlich, da er vom Adler redet, auch nur in dem Sinne von „Einhacken" übersetzt werden kann. Es ist selbstverständlich, daß bei anderen Vogelarten, deren Krallen nicht zum Einhacken formirt find, der Ausdruck nenn in abgeänderter Auffaffung zu nehmen ist. Uebrigens waren über das Wesen und den Werth dieses Ausdrucks nenn, des wichtigsten der vier Kennzeichen, die Ansichten der Kommentatoren sehr gelheilt. Wir finden nebst der hier von mir jetzt angeführten Ansicht, die ich nach langer Untersuchung als die richtige ansehe, noch drei andere verschiedene Meinungen vertreten. Nach '"un ist die Bedeutung des hier vorkommenden nein, eine Speise mit den Füßen ergreifen und sie mit denselben an den Schnabel führen. Eine andere Erklärung ist auf etwas Lebendem stehen und dasselbe (Wurm oder Käfer) lebend zu verschlingen. (Rabenu Tam.) Maimonides in seiner Mischna-Erklärung glaubt, es sei das Auflegen der Füße auf die Speise um dieselbe so zu verspeisen. In Wirklichkeit ist die Ansicht aller richtig und unumstößlich richtig, denn die nem kommt auf vielerlei Arten vor und alle haben noch talmudischer Auffaffung den gleichen Werth. Wie auch immer der Vogelfuß beim Fraß zur Anwendung kommt, insoweit es durch die Naturanlage des Vogels geschieht, so ist dieser Gebrauch des Fußes als nein zu beachten; es gieot sogar noch mancherlei nenn-Erscheinungen bei den Vögeln, die man kaum ahnt. Um den Beweis, was alles unter nenn zu verstehen ist, zu erbringen, bedarf es vor allem einer Erklärung über die Erscheinung der nenn selbst und warum es überhaupt Vögel giebt, welche beim Fressen den Fuß zur Mithilfe verwenden, während andere Vögel nur den Schnabel allein hierzu benutzen. So zum Beispiel zwei sehr nahe verwandte Vögel, welche alle beide von vielen Ornithologen dem Raben beige-