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Der Israelit · 1897-12-09 · Heft 97 (9.12.1897) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 97 (9.12.1897)
Date
1897-12-09
Page
– (sequence 2)
Language
German
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1940 uns nicht vor der erneuten Thätigkeit der Herren „Freisinnigen", wir kennen ihre Lust zur Arbeit, sowohl om vD'2 wie p72, hatten doch schon Holdheim, Geiger und Philippson keine Schüler hinterlassen, die ihr Werk fortsetzten. War doch schon bei Lebzeiten Philippsons die Reform eine verlorene Sache, der sich keine jugendliche Kraft mehr widmen wollte. Diese Ünthätigkeit unserer Gegner soll uns aber nicht in den Schlaf lullen. Nichtsdestoweniger dürfen wir uns abhalten lassen, an den hohen und erhabenen Zielen, die wir uns gesteckt, mit dem ganzen Aufgebot unserer Kräfte weiter zu arbeiten, denn wenn die Kämpfe auch schwächer geworden sind, so hat der Kampf doch nicht aufgehört. Die Epigonen stecken sich dann und wann in die schwere Rüstung einer verflossenen Zeit und holen mit den alten Schlachtschwertern zu furchtbarem Schlage gegen uns aus. Leicht ist es diese unbeholfenen Ritter zu besiegen, aber wenn man auch den schwächsten Gegner Hinstrecken will, so muß man doch wenigstens mit ihm streiten. Die wichtigste Aufgabe für uns ist und bleibt die innere Kräftigung. Da ist in allererster Reihe die Schaffung von Gelegenheiten zum Studium unserer heiligen Gotteslehre. Es herrscht in unserer Zeit doch mehr mntt rrnm als man im Allgemeinen anzunehmen geneigt ist. Es ist nur tief zu beklagen, daß lernbegierige Kinder und Jünglinge nicht genügend Gelegenheit zum Lernen finden. Da ist es denn an Euch, Ihr jungen Rabbinen, die Ihr die Sitze von früher freisinnigen Rabbinatsposten innehabt, es als Eure heiligste und wichtigste Aufgabe zu betrachten für eine gute Ausbildung unserer Jugend in der Thora zu sorgen. Wir wissen ja, daß die Anforderungen an die Thätigkeit des heutigen Rabbiners viel größere sind, wie in früheren Zeiten. Viele Dinge sind ihm zugefallen und nehmen einen großen Theil feiner Zeit in Anspruch, die zu den Amtspflichten gar nicht gehören. So muß der Rabbiner heutzutage an der Spitze aller Wohlthätigkeits - Aktionen stehen, was früher die Vorsteher der Gemeinde besorgten, das Herumgehen und Sammeln, das Kollektieren und Vertheilen, das liegt heute größtentheils den Rabbinern ob, auch verlangt man von ihnen, daß sie öfters Vorträge in den Vereinen für jüdische Geschichte und Literatur halten, aber sollte dies Alles und noch Anderes sie hindern ihrer ersten Pflicht, der Verbreitung der Thora zu entsagen? pem „Tränket die Lämmer aus dem reichen Lebensborne der Lehre" und ist Euch der Stein zu schwer, um ihn alleine von dem Brunnen zu wälzen, so finden sich gottlob in Ungarn noch Tausende von gelehrten Männern und Jünglingen, die gegen geringes Entgelt zu Euch kommen und Euch bei Eurer aw jidkVö zu helfen bereit sind. Auch die deutschen Lehrer, die eben einen schweren Kampf um ihre Existenz und die Konsolidirung ihrer Stellung ausfechten, in welchem sie soviel Muth und Energie entfalten, werden Euch werthvolle Genossen bei Grstrebung dieses heiligen Zieles sein. Durch drei Mittel, so bemerkt Raschi in unserer dieswöchentlichen Sidra, suchte unser Stammvater Jacob seinem feindlichen Bruder zu begegnen: Mit Geschenken, durch Gebet und durch Krieg, auch uns haben diese drei Mittel während unserer langen Goluthnacht beigeftanden. Wie oft mußten wir große Theile unseres Vermögens opfern, mußten den Fürsten kostbare Geschenke machen, damit sie dem Pöbel, der wider uns ausstand, Einhalt thaten, half das oft nichts, so wandten wir uns in heißem Flehen zum Allvater und wir schöpften neue Hoffnung und Stärke, auszuharren bis zu einer besseren Zukunft, war aber auch unser Gebet oft scheinbar vergebens, so rettete uns Gott noch in letzter Minute, als wir bereits mitten im Kampfe standen und die Spitze des gezückten Schwertes schon auf unserer Brust fühlten. So wollen auch wir heute wie unsere Väter dereinst, ausharren und kein Mittel unversucht lassen, um dem wahren Judenthum, wenn nöthig, im heißen Kampfe zum Siege zu verhelfen. Der „Israelit" aber bittet alle seine Freunde und Förderer sich nach wie vor um seine Fahne zu schaaren, ihm ihren werthvollen Beistand zu leihen und ihm immer mehr Freunde zu gewinnen, der „Israelit" selbst lohnt es Euch; er erleichtert Euch die Erziehung Eurer Kinder und erhält sie treu dem Gotte der Väter, er bespricht alle Zeitfragen im Sinne unserer heiligen Lehre, er wirkt durch seine Erzählungen beispielgebend für die Jugend und aneifernd für die Erwachsenen, seine Nachrichten aus allen Ländern, in welchen Glaubensgenossen wohnen, bilden ein einigendes Band um die zerstreute Lämmerheerde Israels. So möge uns denn der allgütige Gott auch für den bald neu zu beginnenden neununddrerßigsten Jahrgang Seinen Segen geben, auf daß es uns auch fürder gelinge. Seinen heiligen Namen zu verkünden, Seine Thora zu verbreiten und zur Befolgung Seiner Gebote anzueifern. svu ,pm w pi. HettrsrrgKnzchrtchte« un* «orrelpsndenre«. Deutschland. Ml«, 3. Dez. Am 17. November, Nachmittags fand im Crystallpalast zu Köln eine Konferenz der Bezirke I und II (Köln, Bonn und Umgegend) des Vereins der jüdischen Lehrer in Rheinland und Westfalen statt. Wäre eS noch nöthig, den Beweis

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