Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 93 (25.11.1897)
- Date
- 1897-11-25
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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1768 MkMWMjWW die starke Betheiligung, in welcher Achtung Rabbi Jacob Lewin bei Allen gestanden. Herr Gemeinde- Rabbiner Dr. Lewin sprach auf dem Bes-Aulom liefergreifende Worte und schilderte in großen Zügen die Verdienste des Dahingegangenen, vornehmlich ermahnte Redner die Kinder und Enkelkinder im Geiste ihres liebevollen Vaters und Großvaters fortzuleben. H. Wolfs. Düsseldorf, 23. Nov. (Warnung.) Ein Schwindler, gemeingefährlichster Art, treibt sich seit einigen Jahren als Besucher der jüdischen Unterstützungskassen herum. Zu seiner Legitmation als Jude führt er eine zerrissene rr^en, sowie ein altes rrb mit sich, um sein Aeußeres, das dem eines polnischen Schnorrers nicht unähnlich ist, glaubhaft erscheinen zu lassen. Er reist auf zwei gefälschte, indessen verschieden lautende russische Pässe; in dem einen derselben gerirt er sich als I tz i g O k a n o w s k y aus Nischni-Nowgorod, in dem anderen als Moses Michalowskp aus Lumpis. Ich habe diesen Menschen am vergangenen Freitag in seinen betrügerischen Unternehmungen erkannt und ihn der Polizei überliefert, wobei es sich herausgestellt hat, daß er Franz Niermann heißt und aus Heringshausen bei Herford in Westfalen stammt. Er ist 75 Jahre alt und nichtjüdischer Confefsion. Hermann Zivi. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Budapest. Im schönsten Mannesalter, in vollster Blüthe, von allen Seiten geschätzt und geachtet, begeht am brm ibos rm n Ihr langjähriger Mitarbeiter Herr D. H. Spitzer die 25. Jahreswendeseier seiner Vermählung. Den unzähligen Gönnern und Verehrern Spitzer's dürfte viese Mittheilung erhebliche Freude bereiten und werden gewiß die zahlreichen Freunde den Anlaß gerne benützen, um den verdienstvollen Jubilar aus vollem Herzen zu beglückwünschen. Unter jenen, denen es vergönnt ist, sich seinen Glaubensgenossen nützlich zu erweisen, nimmt Herr Spitzer einen hervorragenden Rang ein. Fünfundzwanzig Jahre hindurch leistet er durch feine publizistischen Arbeiten hervorragende Dienste; Dienste, die nicht nur in unserem Vaterlands, sondern auch im Auslande zur Genüge bekannt sein dürften. Nur wenige confefsionelle Blätter oder Zeitschriften sind es, in denen nicht Spitzer für das Wohl seiner Glaubensgenossen eingetreten wäre! Ein edles, für seinen Nächsten warm fühlendes Herz besitzend, ist er zu allen Zeiten stets bestrebt, das Ansehen des Judenthums zu heben, dasselbe gegen unberechtigte Angriffe zu verlheidigen, muthig und unerschrocken für dasselbe in die Schranken zu treten. Mit sichtlichem Jntresse, mit scharfem Kennerblick, verfolgt er jede Bewegung in jüdischen Kreisen, und sind bei jedem Anlasse seine, Praxis und tiefes Denken verrathende Rathfchläge, stets willkommen. In zwei Fällen wurde Spitzer selbst durch königliche Gnaden ausgezeichnet. Und zwar im Jahre 1889, zu welcher Zeit er anläßlich des 40jährigen Regierungsjubiläums Sr. Majestät des Königs Franz Joseph I., diesem eine in herrlichen Worten gehaltene Fest- und Jubelschrift widmete. Die in erhabenem Styl geschriebene Festschrift wurde der Fideikomißbibliothek einverleibt und hiefür Spitzer die allerhöchste Anerkennung Sr. Majestät ausgesprochen. Außerdem erhielt er seinerzeit, als er anläßlich des Todes Sr. Majestät des deutschen Kaisers Friedrich, diesem einen überaus warmen Nachruf widmete, ein huldvolles Dankschreiben Ihrer Majestät der Kaiserin Friedrich, ebenso ein eigenhändiges Anerkennungsschreiben des Wiener deutschen Botschafters Prinzen v. Reuß. Spitzer besitzt werthvolle Briefe von den berühmtesten, jüdischen Gelehrten, Literaten und Schriftstellern, mit denen er in steter Correspondenz steht. Was sein Wirken hier in der Hauptstadt anbelangt, so verdient seine eitrige Thätigkeit, die er gegen die Missionsschulen entfaltete, insbesondere hervorgehoben zu werden. Wo nur eine Möglichkeit vorhanden war, versuchte er, und mit Erfolg, jüdische Kinder den Missionsschulen, wo diese hingelockt wurden, zu entreißen. In ihrem eigenen Organ haben sogar die Missionäre eingestanden, daß ihnen viele in Sicherheit geglaubte Beute entrissen wurde. Viele Tausende wurden bereits durch seine Intervention wohlthätigen Institutionen und Privaten zugesührt. Zahlreiche Institutionen und Private genießen die Früchte seines Bestrebens. Möge der Jubilar der infolge seiner freundlichen urbanen Umgangsformen in allen Schichten der hiesigen Gesellschaft wohlgelitten ist, noch viele Jahre in voller Kraft, rüstig und wohlbehalten, Gutes und Edles stiften, und feiner Familie als treues mit den edelsten Charakterzügen ausgezeichnetes Oberhaupt angehören. Rußland. ** Riga, 17. Nov. Folgender Tagesbefehl des Polizeimeisters vom 20. v. Monats wird in der „Pol.-Ztg." veröffentlicht und ist für die gegenwärtigen russischen Verhältnisse traurig charakteristisch: In Ergänzung meiner bereits mündlich getroffenen Anordnungen erachte ich für geboten, den Chargen der mir unterstellten Polizei zur Pflicht zu machen, bei Ausführung der Untersuchung in Angelegenheiten, betreffend die Berechtigung auswärtiger Ebräer zum Aufenthalt in Riga, meinen folgenden Befehl zur Richtschnur zu nehmen: 1. Alle Untersuchungen über die Zeit des Aufenthaltes auswärtiger Ebräer in Riga, welche darum nachsuchen, den Punkt