Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 93 (25.11.1897)
- Date
- 1897-11-25
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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WDWWWMWWWWWW«Ml.MMWW»,EM^«^-''- XXXTm, Jahrgang. Erste Beilage M M S3 des „Israelit". Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Berlin, 21. Nov. Sine schmerzliche Pflicht hatte heute die israelitische Synagogengemeinde zu erfüllen. Eines ihrer wackersten Mitglieder, der Kaufmann Emanuel Blumenthal, war nach längerem Leiden aus dem Leben geschieden, und heute mußten wir sein irdisch Zt/til der Erde übergeben. Ein edler, gradsinniger und wahrhaft frommer Mann ging mit ihm dahin. Von einer rührenden Bescheidenheit war sein ganzes mildes und schlichtes Wesen, und dabei erfüllte ihn eine glühende Begeisterung für unsere heilige Religion, für ihre Lehrer und Lehren sein glaubensvolles und gottvertrauendes Herz. Der andächtigste Beter an seinem Platze, selbst in Wolken und Sturm, selbst in Schmerz und Leid, gleich liebenswürdig in Wort und That, erfreute sich der Heimgegangene ungetheilter Hochachtung in weiteren Kreisen ohne Unterschied des Standes und der Partei. Zwanzig Jahre hindurch wirkte er im Vorstande des „Hurnanitätsvereines Geout tauw", dessen Ehrenmitglied er war. Die Armen und Kranken verlieren an ihm einen treuen Freund und Berather. So recht kennzeichnet sich sein ganzes Wesen in den Worten, mir welchen er einen hinterlassenen Brief schließt, den er an seinen Sohn, den Rabbiner Dr. Blumenthal in Ratibor, richtete: „Wenn du von mir sprichst, überhebe mich nicht; war ich ja nur ein einfacher Jehudi!" Die Beerdigung fand unter einer ungewöhnlich großen Theilnahme statt. Viele Hunderte gaben dem edlen Verklärten das letzte Geleite. An der Bahre zeichnete zunächst Dr. M. Hildesheimer das leuchtende Tugendbild des frommen Mannes, der gleich dem Patriarchen gelebt habe und gestorben sei. Sodann gab der Sohn des Verewigten, Dr. Blumenthal in ergreifenden Worten dem tiefen Schmerze Ausdruck, den die Familie mit dem Heimgang ihres herrlichen Vaters erlitten. Schließlich sprach der Schwiegervater des Herrn Dr. Blumenthal, Landradbiner Dr. Feilchenseld aus Schwerin — gleich den anderen Rednern in Anknüpfung an Bibel- und Talmudstellen — von der großen Liebe und Verehrung, die der Heimgegangene In weiten^Kreisen 'gefundril/E uird die über das Grab hinäM förtdäudrn werden. Die Hinterbliebenen haben •. eine Reihe Ertrage ' rfitr WhltWW Zwecks gespendet) nroS pnx ist. ** Köln In hiesiger Stadt hat sich ein neuer Verein gegründet, welcher, obwohl sonst an Vereinen kein Mangel ist, doch mit Freuden begrüßt werden muß, nämlich ein „Verein jüdischer Handwerksgesellen." In Köln gibt es schon eine erkleckliche Anzahl von jüdischen jungen Leuten, welche dem Handwerk als Gesellen obliegen. Diejenigen nun, welche aus 'der Fremde zugezogen sind, haben zum größten Theil keinen Familienanschluß, und für diese ist es von großem moralischen Werthe, wenigstens für einige Wochenabende in der neuen Vereinigung ein Heim zu finden. Doch auch für die Kölner Handwerksgesellen wird der Verein segensreich wirken. Derselbe hat sich nämlich zur Hauptaufgabe gestellt, ihre Mitglieder sortzubilden, ihnen durch gegenseitige Anregung, vermittelst Belehrung durch außenstehende Herren denjenigen Grad der Bildung zuzusi'chren, der den Handwerkern so vielfach mangelt und doch jedem strebenden Menschen nöthig ist. Die junge Vereinigung fano denn auch schon verdiente Anerkennung und Unterstützung. So hat die Rheinland-Loge dem Verein für feine Vorträge, zu denen sich schon eine Anzahl dazu berufener Herren bereit erklärt hat, ihre Räume zur Verfügung gestellt. (Der erste Vortrag wurde am vergangenen Donnerstag „Ueber die jüdischen Propheten" gehalten.) Ein junger, tüchtiger Kaufmann wird im Laufe dieses Monats einen Lehrkursus in Buchführung und Korrespondenz, soweit solche dem Handwerker nöthig, eröffnen. (Daß alles dies unentgeltlich geschieht, brauchen wir kaum zu erwähnen.) So tritt also der junge Verein unter den günstigsten Aussichten ins Leben; wir wünschen ihm von Herzen, daß er wachse, blühe und gedeihe. Wreschen, 22. Nov. Ju Nekla verschied der Rentier Jacob Lew in im Alter von 74 Jahren. Der Verstorbene war ein wahrer Jehudi, gerecht in seinem Wandel und treu seinem Väterglauben. Die heiligen Gesetze befolgte er gern und freudig. In Ermangelung eines Neligionslehrers am Orte unterrichtete er auch die Jugend und trug durch sein belehrendes Beispiel viel zur Belebung und Erhaltung des Judenthums bei. Die Mizwo-Suko erfüllte er bis zum letzten Augenblicke. Schon kränklich ließ er sichs nicht nehmen, noch Kidusch in der Suko zu machen. An den Iomim-Haneroim zeigte er sich als bewährter und geschickter Baal-Tefilo. Die kleine Synagoge in Nekla mir allem dazu Gehörigen aus- - gestattök, ist: das Schöpfungswerk-de«>Sntschl»sk«m. Kein'Fremder, war bedürftig oder nicht, der irgmd- UülerkvmMW suchte^ in^feinswsiHaüfe 'gütliche Ausnahme. Bei der Lewajo Hierselbst bewies