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Der Israelit · 1897-11-25 · Heft 93 (25.11.1897) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 93 (25.11.1897)
Date
1897-11-25
Page
– (sequence 4)
Language
German
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1762 die eiferfreudige Bethätigung der Bürgerpflichten, deren höchste der Dienst unter den Fahnen sei, eine der heiligsten Religionssatzungen des Judenthums bilde. Die in Form und Inhalt gleich wirksame, von edler Begeisterung durchglühte Predigt klang in ein vor geöffneter heiliger Lade gesprochenes Gebet stimmungsvoll aus. Der Vortrag deS llrvenuebau jaumar beendete die erhebende Feier.? Berlin. Am Mittwoch, 15. November, fand im großen Saale des Münchener Hof eine Mitgliederversammlung des „Esra",-Verein zur Unterstützung ackerbautreibender Juden in Palästina und Syrien statt. Die Versammlung, der auch einige Gäste beiwohnten, war so gut besucht, daß der Saal nicht ausreichte. An Stelle des Dr. H. Loewe, der durch eine Zugverspätung am Erscheinen verhindert war, übernahm Herr Bambus die Aufgabe, einen Bericht über die Fortschritte der Kolonisation Palästinas in den letzten zwei Jahren zu erstatten. Der Redner bezeichnete diese Periode als eine Zeit äußerlichen Fortschreitens wie der innerlichen Kräftigung der jüdischen Ansiedelungen im heiligen Lande. Die Entwickelung des Umfanges bezeichne die Neuanfiedlung von Metule und Kastinieh, die Reorganisation mehrerer älterer Kolonien und die Ansiedelung einer größeren Anzahl von Tagelöhnern in den schon länger bestehenden Dörfern und eine Zunahme der Seelenzahl um ca. 2000. Die Kräftigung nach innen ist besonders durch die Besserung der wirthschaftlichen Lage der Kolonisten charakterisirt, die zum größten Theil schon auf die Unterstützung verzichten, selbst Vorschüsse zurückerstatten. Aus Baden. Die früher ganz kleine israelitische Gemeinde in Schwetzingen Hai durch Zuzug auswärtiger Israeliten so zugenommen, daß die seitherige alle Synagoge, bisher zu groß, jetzt eine Vergrößerung erfahren dürfte, zumal am jüngsten njpn e>xi in Folge der schwülen Luft, eine Frau ohnmächtig geworden ist, so daß man am darauffolgenden dv> aus sanitären Rücksichten in einem gemietheten Saal den Gottesdienst abzuhalten verpflichtet war. Es wurde nun beschlossen die alte Synagoge abzureißen und ein neues der jetzigen Gemeinde entsprechendes Gotteshaus zu erbauen. Für diese Zwischenzeit, Einreißen der alten und Wiederaufbau der neuen Synagoge, wurde die Erlaubniß von hoher Stelle ertheilt, daß die Abhaltung des Gottesdienstes in einem Vorsaale des rechten Zirkelhauses im Großherzoglichen Schlosse in Schwetzingen stattfinden dürfe. Das Schloß befindet sich am Eingang des weltberühmten, vielbesuchten Schwetzinger Schloßgartens. Solche hochherzigen Handlungen dürfen der Mit- und Nachwelt nicht vorenthalten werden, weshalb ich deren Mittheilung den Lesern dieses geschätzten Blattes widme. W. M.-Gladbach, 15. Nov. Das war gestern ein herrliches Fest, welches in hiesiger Synagogen- Gemeinde gefeiert wurde. Es galt dem 75jährigen Bestehen der v'-!vn rnbya: -an. Präcise 5 Uhr Nachmittags begann in der festlich erleuchteten und geschmückten Synagoge der Festgottesdienst. Einleitend trug der Chor das aits no vor. Nach Beendigung des 2'-!72-Gebetes bestieg Herr Lehrer Rosenbusch, der ständige t« der man, die Kanzel. In formvollendeter, begeisterter Predigt wußte Redner unter Zugrundelegung des Ausspruchs Hillels: 'ix px ex. "’döx v-boj? ab bxi *jx ne ’Jxiwi ,'b '2 /b alle Hörer hinzureißen, so daß nach beendigtem Gottesdienste viele Wünsche laut wurden, diese beherzigend werthe Predigt möchte durch den Druckverbreitet werden. Nach Schluß der Predigt trug der Chor einen eigens für das Fest einftudirten mehrstimmigen Choral vor. Hiermit war die synagogale Feier zu Ende. Nun begab sich die Festversammtung in den prachtvoll dekorirten Mansheim'schen Saal, wo das Festessen stattfand. Hier sei gleich bemerkt, daß Herr Gastwirth Hertzmann aus Crefeld dasselbest zu voller Zufriedenheit stellte. An dem Essen nahmen 130 Männer und Frauen theil. Den ersten Toast brachte der langjährige erste Vorsteher des Vereins, Herr Jacob Hecht aus. Selbstredend galt dieser Sr. Majestät dem Kaiser, woraus die Nationalhymne unter Musikbegleituung von allen begeistert vorgetragen wurde. Es wechselten die obligaten Trinksprüche mit den von Herrn Rosenbusch gedichteten Liedern ab. Herr Musikdirector Nichte hier hatte eine Jubel-Ouverture gewidmet, die da, capo vorgetragen werden mußte. Die feftlitye (Stimmung mar so groß, daß eine zur Erweiterung der Zwecke des Vereins vorgeschlagene Zeichnung über 2000 M. ergab. Die neue Stiftung soll armen Bräuten einen Zuschuß zu ihrer Ausstattung und herabgekommenen Handwerkern ein zinsfreies Darlehen gewähren. Das Fest verlies ohne die geringste Störung; manch kräftiges Wort ward noch gesprochen und blieben die Festtheilnehmer bis zu früher Morgenstunde beisammen. Es wird die Feier allen unvergeßlich bleiben und ruft Schreiber dieses dem Vereine zu: „Auf Wiedersehen zur Säkularfeier." O esterr.-Ungar. Monarchie. ** Wien, 11. Nov. Eine zahlreich besuchte Versammlung des Polnischen Volksvereines hat bezüglich der Reform der Armenpflege in der Wiener Cultusgemeinde einstimmig folgende Resolution angenommen: Die Versammlung anerkennt: Die dringende und unaufschiebbare Nothwmdigkeit einer durchgreifenden Reform der Armenpflege innerhalb des Gebietes der israelitischen Cultusgemeinde in Wien — unbeschadet

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