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Der Israelit · 1897-11-25 · Heft 93 (25.11.1897) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 93 (25.11.1897)
Date
1897-11-25
Page
– (sequence 3)
Language
German
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1761 und vergessen, daß sie nur schwache, hilflose, hinfällige Geschöpfe sind, gleich anderen Sterblichen. (Jesaias 14, 4—16.) So endete früher Goljath, der riesenhafte Philister, der auf seine Stärke vertraute und den Gott Israels lästerte, so endete Sanherib, König von Assur, der dem König Chiskijah sagen ließ: Lasse dich von deinem Gotte nicht betrügen, daß er dich vor meiner Gewalt schützen wird, und so endeten alle, die mit Hochmuth auf ihre Macht sich stützten. Von ganz anderem Geiste beseelt war Israels siegreichster König. David blieb bei seinen größten Triumphen demuthsvoll und bescheiden. „Herr," sprach er, „mein Herz war nie hoffärtig, meine Augen blicken nicht stolz, ich wandte nicht in großen Dingen, die mir zu hoch sind." (Ps. 131.) Nicht nur die Selbstüberschätzung und maßlose Selbstvergötterung der Mächtigen mißfällt Gott, sondern auch das Prahlen und Sich-Brüsten mit irdischen, vergänglichen Schätzen, und der Prophet Jesa ias kündete dem König Chiskijah die schwere Strafe Gottes an, weil er vor dem König von Babel mit seinem Reichthum großthat (Jesaias 39). „Denn so spricht der Herr, es rühme sich der Reiche nicht mit seinem Reichthum, der Mächtige nicht mit seiner Stärke, der Weise nicht mit seiner Weisheit; sondern wer sich rühmen will, der rühme sich deß, daß er mich begreife und erkenne, daß ich der Ewige bin, der Barmherzigkeit, Recht und Gerechtigkeit übt auf Erden; denn solches gefällt mir, spricht der Herr." (Jeremias 9, 22—23.) „Denn auch die Weisen sterben, gleich dem Narren und Thoren kommen sie um und müssen ihr Vermögen Anderen zurücklassen. Laß' dich nicht irre machen, so Einer reich ist und die Herrlichkeit seines Hauses immer größer wird. Er wird das Alles nicht in seinem Sterben mitnehmen und seine Pracht wird ihm nicht Nachfolgen. (Ps. 49 ) Denn Du (Gott) hilfst dem armen Volke und die stolzen Augen erniedrigst Du. (Das. 18, 28.) Ich (Gott) spreche zu dem Hochfahrenden, rühme Dich nicht gar so sehr und zu dem Gottlosen, poche nicht so auf die Gewalt, überhebet Euch nicht selbst in Eurem Glanz und redet nicht so hochmüthig, denn Gott ist Richter, der Diesen erniedrigt und Jenen erhebt (das. 75, 7—9). Ihr Gottlosen, ihr geberdet Euch so, als wäret ihr Götter, gleich dem Allerhöchsten, aber ihr müsset sterben wie jeder Mensch und wie jeder andere Fürst werdet ihr fallen (das. 82, 6—7). Denn Ich (Gott) mag nicht den, der seinen Nächsten im Geheimen verleumdet, ich vertilge ihn, stolze Geberden und hohen Muth, die vermag ich nicht zu ertragen. (Das. 101, 5.) Er schüttet Verachtung auf Fürsten, führt sie irre und pfadlos und erhebt den Dürftigen aus seinem Elend. (Das. 107, 40.) Stolz ist bei unserem Psalmsänger gleichbedeutend mit Frevel, Hochmuth identisch mit Gottlosigkeit. In seiner Ueberhebung plant der Hochmüthige den Schwachen und Dürftigen zu verfolgen, er rühmt sich seines Uebermuthes, in seinem Stolze verletzt er, geräth er in grenzenlosen Zorn, da fragt er wenig nach Recht und Gerechtigkeit, selbst die Gottheit achtet er da für gering, zügellos und ohne Einhalt fährt er fort in seinem bösen Thun, das Gottesgericht glaubt er fern von sich, es wird ihn ja nicht erreichen; er spricht in seinem Herzen: „ich werde ja nimmermehr wanken, nie daniederliegen, mich trifft für und für kein Unheil." Das ist die Sprache des Stolzen nach König Davids Auffassung. (Das. IO). (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Eorrespondenren. Deutschland. ** Berlin, 17. Nov. Das Gotteshaus der Israelitischen Synagogengemeinde Adaß Jisroel trug in der Mittagsstunde des gestrigen Tages ein militärisches Gepräge. Seitens des Generalkommandos des Gardekorps war Herr Rabbiner Dr. I. Hildesheimer und in dessen Vertretung Herr Prediger Dr. Meier Hildesheimer mit der Vorvereidigung der jüdischen Rekruten dieses Truppentheils betraut worden, was unseres Wissens bei dem Gardekorps überhaupt zum ersten Male geschah. Unter Führung eines Offtziers, mehrerer Feldwebel und Unteroffiziere fanden sich ea. neunzig Soldaten in der festlich erleuchteten Synagoge ein, in welcher außer ihnen nur noch die Vorsteher und die Beamten der Gemeinde anwesend waren. Unter dem Gesänge des Wajehi binsoa öffneten die Vorsteher die heilige Lade und entnahmen derselben eine im Silberschmuck prangende Thorarolle, welche sie zum Almemor trugen. Hierauf wurde das Gebet für den König und das ganze königliche Haus gesprochen, und nachdem sodann unter den rituellen Gesängen die Thorarolle in die heilige Lade zurückgetragen war, betrat der Prediger die Kanzel, um in Anlehnung an Psalm 45, 2: „Mein Werk, es gilt dem König, drum sei meine Zunge gleich dem Griffel des Schreibers", seine Hörer zu mahnen, in dem militärischen Dienste einen Tribut der Dankbarkeit gegen das Vaterland und sein erlauchtes Oberhaupt zu erblicken, mit Freudigkeit und Hingebung den neuen Pflichten sich zu widmen und bei dem Treueid, den sie in wensgen Tagen ihrem obersten Kriegsherrn leisten werden;-- sich^bowuA.zu sein, daß kein Bekenntniß nachdrücklicher die-HeMgkett des Gelöbnisses einschärfe, Äs" lLas' Kusche, haß

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