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Der Israelit · 1897-11-22 · Heft 92 (22.11.1897) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 92 (22.11.1897)
Date
1897-11-22
Page
– (sequence 6)
Language
German
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3—«C /^'S^Tä^W1*, M^^^HffSWBiW^DW^dUVWWM 1748 haben uns die 18 Folioseiten umfassenden unter dem Titel: nun' m beigedruckten nrm angesprochen, die den berühmten, schlagfertigen, geist- und gemüthvollen Redner bekunden, als welcher der Verfasser in weiten Kreisen bekannt ist. Es würde den Rahmen dieser Besprechung* überschreiten, Proben aus diesen herrlichen ErklarungenAmitzutheilen, zumal die Auswahl aus dem Trefflichen, das hier geboten wird, ungemein schwierig ist. Um so angelegentlicher möchten wir alle Freunde unsereheiligen Schriftthums auf das Werk selbst verweisen und es zur Anschaffung wärmstenempfehlen. Wir sind überzeugt, daß kein min p diesekostbare Werk ohne volle Befriedigung aus der Hand legen wird. —L. L. Uereinsnachrtchlen. ** Frankfurt a M. Der Verein zur Erziehung jüdischer Waisen in Palästina, der seinen Sitz in Frankfurt hat, nahm im vorigen Jahr 25 Zöglinge in seiner Anstalt in Jerusalem auf. Die mit der Anstalt verbundene Schule hatte bei dem Beginn des Schuljahres 10fc> Schüler, die fast sämmtlich Lehr- und Lernmittel, sowie den Unterricht unentgeltlich erhalten; 40 bekamen auch Kost im Waisenhause und eine weitere Anzahl Kleidung. Die Ausgaben für die Waisenanstalt erforderten Mk. 15,015, die Schule kostet 9s13 M. An Jahresbeiträgen wurden M. 3956, an Geschenken M. 9012, an Zinsen M. 4271, an Zuschüssen von Vereinen und an Geschenken für die Schule M. 6822 eingenommen. Ferner erhielt der Verein M. 1600 für den eisernen Fonds. Das angreifbare Kapital hat sich demnach im Jahre 1896 um M. 2400 vermindert, nachdem ihm in den früheren fünf Jahren bereits 16000 M. zur Deckung der Ausgaben entnommen werden mußten. Es beträgt nur noch 40.000 M. Vermischtes. Aug-l»rrrg. (EinWiderruf.) Die„Augsb. Abendztg."oom 25 Ökt. schreibt: In No. 290 der „Augsb. Abendztg." ist ein der Lentz'schen Reichsgerichtkorrespondenz entnommener Bericht enthalten über eine Verhandlung, welche vor dem Reichsgericht gegen den Dr. med. Hamburger wegen Vergehens gegen die Religion gepflogen wurde. In dem Berichte war der Angeklagte als der „jüdische Arzt" bezeichnet: abgesehen davon, daß die Konfession mit dem Vergehen gar nichts zu thun hat und die durchaus ungehörige Bezeichnung nur im Drang der Geschäfte durch ein Versehen unserem Rothstift entging, ist Dr. Valentin Hamburger aus Schifferstadt i. Pfalz kein Jude, sondern aus katholischer Familie stammend, katholisch getauft. KSoig-Verg t Pr. Wegen Vergehens gegen die Religion und zwar gegen die jüdische, wurde von der Strafkammer der Zimntetgeselle Julius Neumann zu drei Tagen Gefängniß verurthellt. Er hatte im Sommer dieses Jahres in der Synagoge Zimmerarbeiten auSgeführt. Da diese sehr mühsam waren, ärgerte er sich und machte seinem Groll, als er das Gotteshaus verließ, in sehr unwürdiger Weise Lust; er rief nämlich den bereits zur Andacht Versammelten Mit lauter Stimme eine Lästerung zu Das Gericht belehrte ihn darüber, daß der 8 166 des Reichsstrafgesetzbuches auch den Israeliten Schutz gewährt. Washington. Hierselbst wurde der Grundstein zu einem neuen Tempel gelegt. Der Präsident und mehrere Minister der Verein. Staaten waren bei der Feier anwesend. Die Festrede hielt der Rabbiner der Gemeinde, Herr Stern. Rischni-Now-oro- Herr Gregor Abramovitch Polack hat in seinem Testamente einen Bauplatz für ein jüdisches Schaulhaus und zur Errichtung desselben 25 000 Rubel vermacht. Feuilleton. Die Stunde der Vergeltung. Von Paul Gotthklf. 19) sAllc Rechte Vorbehalten.) Der große Jubel über den siegreich zu Ende geführten Kamps mit dem Erbfeind, die Freude über das Wiedererstehen eines einigen deutschen Vaterlandes, der Stolz auf den Besitz des linken Rheinufers, schwellte die Brust eines jeden Patrioten. Siegesfeste und Bälle bildeten den Ausdruck für diese Freude und jede Stadt, ja fast jedes Dorf war bereit, die heimgekehrten Sieger durch rauschende Feste zu ehren. Auch das Städtchen, von dem unsere Erzählung spricht, wollte nicht Zurückbleiben und den Vaterlandsvertheidigern die ihnen gebührende Ehre erweisen. Zum ersten Male wurde nun ein Fest gefeiert, an welchem alle Stände und Confessionen gleichen Antheil nahmen, zum ersten Male die Haltbarkeit des Kittes erprobt, mit dem auf dem blutigen Felde der Ehre der Bruderbund geschloffen worden war. In hellem Glanze erstrahlte der Ballsaal und in gemüthlichem Geplauder saß die ältere Generation beim Glase Wein, während die Jugend sich mit Tanz und Spiel vergnügte. Eine freudige Stimmung herrschte überall und das darf uns nicht wundern. Wo Schönheit und Jugend dem edelsten Gute, dem Vaterland, ein Fest geben, da muß Harmonie herrschen. Den Preis der Schönheit mußte man aber am heutigen Abend unstreitig Selma Fink zuerkennen. Sie verdunkelte alle Damen und glich in ihrem einfachen Tüllkleide einer Fee, die ihrem Reich für einige Zeit entflohen war, um Theil an der Freude der Menschen zu nehmen. Trotzdem Selma außerordentlich munter war, bemerkte man doch einen wehmüthigen Zug in ihrem Gesicht, und als sie sich jetzt dem Brautpaar näherte,

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