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Der Israelit · 1897-11-11 · Heft 89 (11.11.1897) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 89 (11.11.1897)
Date
1897-11-11
Page
– (sequence 10)
Language
German
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1696 und Humanitären Arbeiten herangezogen werden, unsere Mitwirkung bereitwilligst leisten,«nie'und nimmer aber uns anderen Kreisen aufdrängen, sondern bescheiden uns eine gewisse Reserve auferlegen, wenn wir ferner Ln unseren Bedürfnissen keinerlei demonstrative Prunksucht zur Schau tragen, unseren confessionellen Verhältnissen die vollste Aufmerksamkeit widmen, aber alles auch hintanhalten, was dem Zeitgeiste und den Zeitoerhältnissen widerstrebt. Diese Gesichtspunkte empfehlen wir unseren Glaubensgenossen, und für diese Grundsätze werden wir aufs Entschiedenste eintreten und wir hoffen mit vollster Zuversicht, daß, wenn sich diese Grundsätze allgemein Bahn brechen, wir dann ruhigeren Tagen und einer ruhigeren Zukunft entgegengehen. ** Lemberg, 8. Noo. Die Lemberger Statthalterei beauftragte den hiesigen Cultusvorstand, die Aufgebote für die Parteien auch in der vorstädtischen Synagoge vorzunehmen, wozu der Oberrabbiner Herr Isaak S ch m e l k e s delegirt wurde. Am letzten Samstag hat bereits Herr Rabbiner Schmelkes seine Function angetreten. Diese neueste Anordnung hat die hiesige conseroatioe Partei sehr befriedigt. Auch die Einführung eines unentgeltlichen Abendcurses für hebräische Sprache seitens des hiesigen Schriftstellers Herrn Arwin für arme Schüler hat in der hiesigen jüdischen Bevölkerung freudig berührt. Der hiesige Cultusvorstand hat sich der Kundgebung des Wiener Cu!tu»vorstandeS, betreffs der Beschimpfungen der jüdischen Richter seitens des Wiener Gemeinderathes angeschloffen. Unter Aegide der Herren Dr. Wilhelm Holzer, David Maschler, Julius Hochfeld, OsiaS Dornzweig und M. S. Gold bäum wird der herrschenden Roth und Arbeitslosigkeit in der jüdischen Bevölkerung auch heuer wieder durch Beiheilung der Armen mit Holz und Wohnungöbefträgen entgegengewirkt werden. ** Budapest, 8. Nov. Mehr als 200 aus Galizien eingewanserte Hausirer wurden drvdlos. Auf Grund des neuesten Statuts wurde ihnen nämlich der Gewerbschein entzogen, was sie natürlich in eine sehr mißliche Lage brachte, denn die wenigsten konnten das ungarische Staatsbürgerrecht erwerben. In ihrer bedrängten Lage wandten sie sich an die! Pesther israelitische CultuSgemeinde mit der Bitte, zu ihren Gunsten bei der städtischen Behörde interveniren zu wollen. Diesem Ansuchen wurde nun in der Weise entsprochen, daß Paul Tenzer, ein einflußreiches Mitglied des Gemeindevorstandes und des hauptstädtischen Munizipalausschuffes, in der letzten Generalversammlung den Antrag stellte, es möge ausgesprochen werden, daß die Hausirer, welche das Hausirgewerbe bis zum Januar 1807 betrieben haben, den Gewerbeschein auch in dem Falle erhallen mögen, wenn sie das ungarische Staatsbürgerrecht nicht erworben haben. Der Antrag wurde an den Magistrat zur Begutachtung überwiesen. Hoffentlich wird beim Magistrat die bessere Einsicht zum Siege gelangen und es den armen Hansirern die seit Jahren in Ungarn leben, dieser schwere Erwerb gestattet werden. Sopron-Szill, 5. November. Die ungarische Negierung ist zwar aufrichtig bestrebt, den Antisemitismus überall, wo er sich nur zeigt, rasch zu unterdrücken, aber nichtsdestoweniger finden sich noch immer in unserem Vaterlands einzelne Ortschaften, wo der Judenhaß noch in schönster Blütve steht und gifthaltige Früchte trägt. Zu diesen Ortschaften gehört leider auch Sopron-Szill. Auf Anrathen des hiesigen katholischen Kaplans Ko l o ma n M eß ar o S hat nämlich der hiesige Spar- und Darlehensverein, dem fast alle Einwohner unseres Ortes angehören, beschlossen, daß alle seine Mitglieder sich schriftlich verpflichten müssen, daß sie bei keinem Juden etwas kaufen werden. Zuwiderhandlungen verlieren ihre eingezahlten Beiträge. Frankreich. Paris. Am 31. Oktober fand hier die Wahl eines Delegirten zum Consistorium statt, die aber resultatlos verlief, da die Zahl der Wühler, welche sich betheiligte, nicht einmal das vorschriftsmäßige Drittel aller eingeschriebenen Stimmberechtigten erreichte. Eingeschrieben sind 3911 Wähler, gewählt haben aber nur 1129 für M. Alfred Neymark, so daß am 1r>. Nov. eine Neuwahl ftattfindet, bei der freilich das Resultat nicht zweifelhaft sein kann, da kein Gegenkandidat nominirt ist. - Mr. Danon, der frühere Direktor der Allianceschulen in Salonichi und Galata ist nach Paris berufen, um die Leitung der eeole normale orientale in Paris zu übernehmen. — Die vereinten Hilsscommiies für Die durch die Gasexplosion verunglückten Grubenarbeiter in Saint Etiknne sind zur Prüfung der Kassenberechnung des Schatzmeisters Jfaac Levaillaut gegen den die „Libro Parole" einen ganzen Verleumdungsfeldzug bei dieser Gelegenheit eröffnet hat, zusammengetreten. Die drei Comites haben aber einstimmig die Kassenführung gutgeheißen, Decharge ertheitt und Herrn Levaillaut ihr vollstes Vertrauen und ihren wärmsten Dank ausgesprochen. Damit fällt abermals eine der Verleumdungen der „Libre Parole" weg. Rußland. § Odessa, 2. November. Aus der Hauptstadt liegen heute zwei erfreuliche Nachrichten für uns Israeliten vor, welche neuerdings beweisen, daß der edle und großmüthige Czar Nicolaus II. fest entschlossen ist, die Lage unserer Glaubensbrüder in

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