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Der Israelit · 1897-11-04 · Heft 87 (4.11.1897) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 87 (4.11.1897)
Date
1897-11-04
Page
– (sequence 2)
Language
German
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"TT* I s~grr}'*ri^ ^TT^-^irisTr**« •. .ryTTV^ijn. x« 1652 einem großen und mächtigen Volke. Dieses große und mächtige Volk wird wirken in seinem Sinne, nach seinem Beispiele und dann werden durch ihn gesegnet werden alle Völker der Erde. Die Erfüllung dieser erhabenen Bestimmung hat sich sofort an Abraham selbst vollzogen, mm ’= denn ich habe ihn erwählt, habe ihm meine besondere Fürsorge gewidmet. Die göttliche Vorsehung sorgt für die ganze Welt jtfAa nnwn: eine ins Einzelne gehende Fürsorge entwickelt der Allmächtige für Israel, fein Volk (jinr® nrwn); der vollkommene Fromme aber freut sich der immerwährenden, nie unterbrochenen Fürsorge seines Gottes; niemals überläßt ihn der Allgütige den das All beherrschenden Naturgesetzen; Er hebt ihn heraus aus der Mitte der Geschöpfe, führt und leitet ihn, rettet ihn und hilft ihm in jedem Augenblicke (nmon rmm). Mit solcher Fürsorge hat Gott den Abraham erwählt und geweidet, damit die von ihm vertretenen Ideen sich fortpflanzen und entwickeln in seiner Familie, damit „er befehle seinen Söhnen und seinem Hause nach ihm, daß sie beobachten den Weg des Ewigen, zu üben Gerechtigkeit und Recht." Wie kein Mensch vor ihm und nach ihm befand sich Abraham im Gegensätze zu der gelammten Mitwelt. Seine Zeitgenossen waren Götzendiener — er war ein Diener Gottes; sie waren reich, mächtig, vornehm, die Götzendiener seiner Zeit, es gab unter ihnen Könige und Helden — Abraham war ein umherwandernder Hirt! Vor dem mächtigen Einflüsse dieser Mitwelt sollte er seine Nachkommen bewahren und hat sie bewahrt. Sie haben den Gedanken von der Einheit Gottes getragen vom einen Ende der Welt bis zum anderen, die Jahrtausende hindurch. — Aber auch in materieller Hinsicht ward Israel ein Segen sür die Welt. Diejenigen Erwerbszweige und Fertigkeiten, für welche die Völker, unter denen die Juden lebten, noch kein Verständniß und noch kein Geschick hatten, wurden stets von unseren Glaubensgenossen ergriffen und so lange betrieben, bis die Nationen ringsum sie ebenfalls lernten und uns daraus verdrängten. Der Reihe nach Ackerbauer, Handwerker, Kleinhändler, Großhändler, Bankiers und Großindustrielle, daneben Gelehrte, Lehrer, Aerzte und Künstler ist Israel doch wohl nicht zur wurzelzernagenden Kröte, sondern zum Segen für die Menschheit geworden. Wir befinden uns in unserer Zeit fast in einer ähnlichen Lage wie unser Vater Abraham; auch wir sehen uns in die Nothwendigkeit gesetzt, den herrschenden Zitt ideen innerhalb wie außerhalb des Judenthums entgegenzutreten und unsere Kinder vor ihrem Einfluffe zu bewahren. Die Verleumdung sucht deshalb von allen Seiten an uns heranzukommen. Möchten wir uns doch die dazu erforderliche Kraft und Entschiedenheit erhalten, und wo sie fehlen, sie erlangen. Seit Jahrtausenden hat es der heiligen Bestimmung Israels nicht an Trägern und Vorkämpfern gefehlt und es wird ihr auch niemals daran fehlen. Cs kömmt nur darauf an, daß wir uns für dieselbe erhalten und unsere Kinder dafür erziehen, daß wir, daß sie beobachten den Weg des Ewigen, den Weg, den Gott uns vorgezeichnet hat. Unsere heilige Thora zeichnet uns genau diesen Weg vor, sie ordnet unser Familienleben, unser Eheleben, unsere Speisen und Getränke, lenkt und leitet jeden Schritt, zähmt unsere Willkür, läutert unsere Gedanken, ermuntert uns zu gottgefälligen Thaten — auf daß wir üben Gerechtigkeit und Recht. Die Gerechtigkeit soll wohnen in unserm Herzen, beherrschen unser Haupt, den Sitz des Gedankens und mit unserm Arme sollen wir aus führen, das, was unser Herz als gut billigt, und unser Geist als wahr erkannt hat, damit Gott über Abraham bringe, was er über ihn verheißen hat: daß seine Nachkommen, soweit sie es noch nicht geworden, werden sollen ein Segen der ganzen Welt. ZettungSnachrichrerr und Correspondenzen. Deutschland. ** Berlin, 2. Nov. In der Strafanstalt zu Moabit befinden sich jetzt, nachdem die Strafanstalt in Rawitsch aufgehört hat, eine Centrale für verurtheilte Glaubensgenossen aus den Ostprovinzen und Brandenburg zu sein, auch sechs Juden. Dieser Umstand Hai in der Strafanstalt eine kleine Aenderung hervorgerusen, indem diese Gefangenen am Sonnabend keinerlei Arbeit zu verrichten, dagegen am Sonntag zu arbeiten haben. Für die stille Sabbatseier werden ihnen israelitische Gebetbücher verabfolgt und auch ein Rabbiner erscheint von Zeit zu Zeit in ihren Zellen, um ihnen Trost zuzusprechen und sie für ein neues Leben vorzubereiten. Für diese jüdischen Gefangenen wird keine besondere Kost hergestellt; sie erhalten wie jeder andere Sträfling das Anstalts-Effen. Oesterr.-Ungar. Monarchie. ** Miskolez, 28. Oktober. (Zwistigkeiten in der israelitischen Gemeinde). Wie bereits gemeldet, hat die aus 150 Mitgliedern bestehende Repräsentanz der Miskolczer israelitischen Kultusgemeinde den bisherigen Lofonczer Rabbiner, einen absolvirten Zögling des Berliner Hildesheimer'- schen Rabbiner-Seminars, Dr. Salomon Spira, einhellig zum ungarischen Prediger gewählt. Hicgegen sendeten die orthodoxen Elemente der Gemeinde einen Protest an die Budapester Kanzlei der orthodoxen Landes- - Durchführungs - Commission. Nichts-

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