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Der Israelit · 1897-11-04 · Heft 87 (4.11.1897) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 87 (4.11.1897)
Date
1897-11-04
Page
– (sequence 1)
Language
German
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lXXTm.^ Jahrgang. M mr, Der Israelit. Gin Gentrak-Hrgan für das orthodoxe Iudenthum Begründet von Dr Lehrnairrr in Mainz Donnerstag, den 4. November 5658 (1897), Leitender Artikel. Abraham, unser Vorbild. (Schluß.) Einer der Freunde unseres Blattes sendet uns die jüngste Nummer der „Staatsbürger Zeitung", jenes fürchterlichen Rischusblattes, dessen Hauptaufgabe darin besteht, unserem Stamme die entsetzlichsten Verleumdungen und Schandthaten anzudichten. Die meisten der giftgeschwollenen Ergüsse dieses Schandblattes bleiben von unseren Glaubensgenossen ohne jede Erwiederung und das ist auch in Ordnung, denn dieselben machen auf den gesunden Sinn des deutschen Volkes keinen Eindruck, ebendeshalb weil sie zu kraß und zu unwahrscheinlich find. Von Zeit zu Zeit ist es aber doch gut, eine oder die andere ihrer Behauptungen herauszugreifen und zu widerlegen, eingedenk des Sprüchwortes, daß bei fortgesetzten Verleumdungen stets etwas an dem Verleumdeten hängen bleibt. Wir wollen deshalb heute ein Pröbchen aus dem genannten Blatte reproduziren, um zu zeigen, wie der blinde Haß und der gelbe Neid es versteht, die Wahrheit in ihr Gegentheil umzukehren. In einer Betrachtung vom 30. Oktober über soziale Zustände in Deutschland schließt die mehrfach erwähnte Zeitung: In deutschen Märchen mrrd bäufig von dem Baum erzählt, der trotz aller gärtnerischen Bemühungen immer wieder dahinwelkt, bis endlich man an seiner Wurzel eine Kröte entdeckt, die ihm die besten Säste entzieht; mit einem kräftigen Tritt auf ihr giftiges Haupt erhält der Baum den Glanz seiner Blätter zurück; und so wird auch die Befreiung der deutschen Arbeiter vom Judenthum in ihrer Brust wieder Raum schaffen für die Liebe zum deutschen Vaterland! Es bedarf wohl nur der wortgetreuen Wiedergabe dieses entsetzlichen „Märchens", um die ganze Niedertracht der darin enthaltenen Gesinnung zu kennzeichnen. Nicht einer giftigen Kröte vergleichbar ist Israel, sondern dem Segen, der die gesammte Menschheit beglückt hat und desto mehr beglücken wird je vollkommener zu werden wir uns bestreben. Wir haben in voriger Nummer zu schildern versucht, welche Art von Gottesfurcht, welche Art von Gottesliebe und welche Art von Gottesdienst Abraham zu der hohen Bestimmung befähigten, ein Segen zu werden für die ganze Welt: „und Abraham wird werden zu einem großen und mächtigen Volke und es werden durch ihn gesegnet werden alle Völker der Erde". Der Segen, den ein guter Mensch rings um sich verbreitet, ist unberechenbar, unendlich groß; es wird erblühen der Wohlstand derer, die in seiner Nähe leben, denn der wahrhaft gute Mensch ist stets bereit, zu helfen, zu rathen und zu stützen; keine Thräne, die er nicht zu trocknen, keinen Kummer, den er nicht zu lindern, keine Noth, die er nicht zu heben versucht. Er wird die Bösen ermahnen, die Leichtsinnigen zurechtweisen und die Guten kräftigen. Den Erwachsenen wird er ein Maßstab des Urtheils und der Jugend ein leuchtendes Vorbild sein. Er wird Lehre und Erkenntniß verbreiten, gegen Wahn und Vorurtheil kämpfen, und das geistige Saatkorn, das er pflanzt, wird ausgehen und gute Früchte tragen. Die Erkenntniß wird wachsen, die Sittlichkeit sich heben, und, wie immer, in ihrem Gefolge höherer Wohlstand erblühen. Solch ein Segen ist ein wahrhaft guter Mensch seiner gesammten Umgebung. Wie groß muß erst der Segen werden, wenn sich solch ein Einzelner zu einer gleichgesinnten Familie entfaltet, wenn die Gattin und die Kinder in demselben Maße Gutes wirken! Wenn aber ein ganzes Volk von diesem Sinne getragen, von diesen Absichten durchdrungen ist, so muß dieses Volk ein Segen werden für die ganze Welt m tt mtn und Abraham wird sich entfalten, bis daß er wird zu

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