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Der Israelit · 1897-10-28 · Heft 85 (28.10.1897) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 85 (28.10.1897)
Date
1897-10-28
Page
– (sequence 18)
Language
German
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Gebetewerde klarer, wenn man wiffe, bei welcher Gelegenheit das Gebet entstanden sei und unter welchen Verhältniffen der Verfasser gelebt habe. Sodann zieht der Vortragende aus Tischgebet, Schma und Schmone eßre eine Fülle von Stoff, den diese Gebete für den systematischen Religionsnnterricht enthalten. In der Diskussion, an der sich namentlich die Herren Löwenstein, Selig, Dr. Löb u. A. betheiligen, wird hervorgehoben, daß wenn auch der Vortrag nicht streng im Rahmen des Themas sich gehalten habe, die Ausführungen des Referenten doch von großer Sachkenntniß zeugen und mit anerkennenswerthem Fleiße ausgearbeitet seien. Nachdem die Resolution des Ref. mit einer redaktionellen Aenderung angenommen ist, spricht Vorsitzender demselben im Namen der Anwesenden den Dank aus. Die Resolution lautet: Für den systematischen Religionsunterricht ist es zu empfehlen, bei den Glaubens¬ und Pflichtenlehren außer auf die Quellenschriften auch möglichst aus die betreffenden Stücke in dem Gebetbuche hinzuweisen. Es folgt der Antrag des Verbandsvorstandes: „Nochmalige Erörterung der Frage über „die definitive Anstellung" sämmtlicher jüdischer Lehrer, ihre Pensionirung und Versorgung ihrer Hinterbliebenen." Von einer Seite wird der Vorwurf erhoben, daß der Verbandsvorstand zur Zeit, als das Besoldungsgesetz vor dem Forum des Landtages gewesen, sich vollständig unthätig verhalten habe, und daß auch nicht einmal der Versuch gemacht worden sei, durch eine Petition aus die Besserungestallung der Besoldungsverhältniffe der jüd. Lehrer einzuwirken. Herr Dr. Mannheimer und Strauß beleuchten die rechtlichen Verhältnisse der jüdischen Religionslehrer in Preußen und nehmen den Verbandsvorüand gegen den gemachten Vorwurf in Schutz. Dasselbe thut Herr Dr. Löb, indem er darauf hinweift, daß dem Verbandsvorstande ja nicht einmal das nothwendige Material zur Verfügung gestanden, weil eine große Anzahl von Lehrern es nickt für nöthig gehalten, die eingeforderten statistischen Tabellen zu beantworten. Er und der Vorsitzende beantragen die Annahme der vom Prooinzialvereine zu Hannover ausgestellten Thesen, bezw. deren Ergänzung. Zur Prüfung derselben ernennt die Versammlung eine Kommission, bestehend aus den Herren Dr. Mannheimer, Selig, Bernheim, Oberschützky und Strauß. Ein Schreiben unseres Vereinsvorstandes an den Vorsitzenden des Lehrerverbandes, in welchem die Gründe für die Berechtigung des selbstständigen Tagens des diesseitigen Vereins klar dargeftellt werden, gelangt zur Verlesung und erhält die allseitige Zustimmung der anwesenden Vereinsmitglieder. Bei den freien Besprechungen tritt wieder das Lehrerbesoldungsgesetz in den Vordergrund der Erörterungen. Hierauf gibt der Vorsitzende von dem Ersuchen des Verbandsvorstands Kenntniß, nach welchem bei allen die Gesammtheit oder einen Theil derselben betreffenden Angelegenheiten die einzelnen Mitglieder nicht eher mit Petitionen und Anträgen an die Staatsregierung oder den Landtag vorgehen möchten, bis sie sich mit ihrem Vorstand ins Einvernehmen gesetzt haben. Zu diesem Ersuchen gibt die heutige Versammlung ihre Zustimmung. Zur Lesebuchfrage bemerkt Herr Dr. Löb, daß der Entwurf bereits an die Königliche Regierung zu Aurich abgegangen sei, und daß er wohl mit einiger Bestimmtheit auf Billigung der kompetenten Behörden rechnen dürfe. Die Religionsbuchangelegenheit habe geruht, weil die Arbeiten des Lesebuchs viel Zeit erfordert hätten. Aus Vorschlag wird die im Vorjahre mit der Ausführung betraute Kommission aus ihrer Mitte einen Vorsitzenden wählen. Schluß 8x/2 Uhr Abends. Zweite Sitzung am 6. September, Morgens 8^ Uhr in der jüo. Volksschule zu Emden. Herr Lehrer Klein—Norden hält eine Lehrprobe „über Silbentrennung" mit den Kindern der Mittelstufe. Die Besprechung ergibt das Einverständder KonferenMeilnehmer mit der Behandlung des Lehrstoffes, wie es auch der Vorsitzende in seinen Dankesworten gebührend hervorhebt. Unmittelbar darauf referirt Herr Hauptlehrer Selig über das Thema: „Ueber den Unterricht in der deutschen Grammatik." Nachdem zunächst einleitend die Schwierigkeiten beleuchtet werden, die sich dem Lehrer beim Unterrichte in der hochdeutschen Sprache entgegensiellen. beantwortet Referent in anziehender und eingehender Weise die Frage nach Werth, Ziel und Umsang der Disziplin, verbreitet sich des weiteren über Vertheilung des Stoffes und gibt in gedrängter Kürze die Geschichte der Methode dieses Ünterrrichtsfaches an. In der Diskussion über diesen Vortrag wird von verschiedenen Seiten betont, daß solche theoretischen Ausführungen, die eigentlich nichts anderes als stilistische Proben des Referenten geben, in unseren Versammlungen füglich wegbleiben könnten, um dem praktischen Können möglichst großen Spielraum zu lassen; insbesondere sieht sich Kollege Strauß veranlaßt, die Nutzlosigkeit der geschichtlichen Ausführungen des Referats darzuthun. Im Schlußwort sucht daher der Referent die Nutzanwendung seines Vortrages nackzuweisen, und überzeugend und treffend zeigt er an dem Gang der Geschichte dieser Disziplin, was wir von den Methodikern lernen und verwerthen können. Die meisten Theilnehmer mußten anerken-

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