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Der Israelit · 1897-10-28 · Heft 85 (28.10.1897) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 85 (28.10.1897)
Date
1897-10-28
Page
– (sequence 6)
Language
German
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1616 »Eine brennende Frage des gegenwärtigen Israels", von Dr. Emil Hofmann, Rabbiner in Reichenberg. Reichenberg 1896. Paul Sollors. „Das jüdische Erbrecht", ein Abhandlung, zugleich ein Beitrag zur biblisch-talmudischen Exegese von Rabbiner A. Wolff in Kurnik. Berlin 1888. H Jtzkowski. „Anklägerund Verthei di ger des Talmud." Nach einem Vortrage von Dr. H. Goitein, Rabbiner in Nachod. Frankfurt a. M. 1897 H. Kaufmann. „Die Juden, die verjudeten Ehriftlichsocialen und Deutsch-Nationalen", von Dr. Ludwig Ernst. Leipzig u. Wien 1896. Literarische Anstalt August Schulze. „Ausführliches Verzeichniß neuer Hebraica u. Judaica", aus dem Verlag u. Lager vonI Kaufmann, Frankfurt a. M. „Führer durch die Deutsch-Israelit., unterhaltende (schönwissenschaftliche), geschichtlich belehrende. populär-religiöse u. Jugendschriftliteratur vom Beginn des 18. Jahrhunderts bis heute", von H. Jacobsohn Zweite verbesserte Auflage. Breslau 1894. Wilh. Jacobsohn u. Eo. „Predigten", von Dr. I. Kohn Rabb. in Jnowrazlam. Heft VII. (Peßach und Schabuoth) Berlin 1897. M. Poppelauer. „Das Programm Jungisraels", von Dr. Simon Stern Rabbiner in Saaz. Saaz 1896. „Festpredtgt zur Feier des 100jährigen Geburtstags Wilhelm I. in der Synagoge zu Stuttgart am Sabbat 20. März 1897", gehalten von Kirchenrath Dr. Kroner Stuttgart. Richard Kaufmann. „Antisemiten sindRschoim" Zweckdienliche Broschüre aus dem „Wiener Blatt" zur Belehrung und Bekehrung der christlichen und auch der jüdischen Rschoim-Antisemiten. „Auswahl von Gedichten", nach dem ungarischen Texte von Rrviezky Gyula, in dcufcher Uebertragung von Professor Dr. S. Nascher. Budapest, R. Lampcl, Leipzig, Bruns Witt 1896. „S. Pascheles illustrirter israelitischer Volkskalender iür das Jahr der Welt 5658." 1897-98. Prag 1897. „Brandeis illustrirter israelitischer Volkskalender für das Jahr der Welt 5658." 1397-98. Prag 1897. „Württembergiscker Taschen-Kalender für Israeliten." 1897-98 Stuttgart 1897 S. Abraham. „Land rabbinatlich bestätigter Hannoverscher Kalender für Israeliten auf das Jahr der Welt 5 658." (1897/98). Hannover 1897. M. Gottlieb. Zionistenkongreß und Zionismus . . . eine Gefahr? von Dr. Heinrich Sachse. Berlin 1897. Hugo Schildberger. _ Daniel Sanders, von Anna S>egert-Stein. Neustrelitz 1897. Barnewitzsche Hosbuchh-indlung. Sale Jnif, par Louis Dollivet Paris Armand Collin & Cie. Ecole Confessionnelle Jsra41ite ouEcole Neutre? par L. K. Imitai. Bruxelles 1897. Tempus Lo<inendi über di e Agada der palästinensischen Amoräer, von Rabbiner Dr. M. Aschkanaze. Straßburg i. E. 1897. Fr. Engelhard. FestredezurJahrhundertseierSeinerMajestät des hochselgen Kaisers Wilhelm I., gehalten am 20. März 1897 in der Synagoge zu Bühl von Bezirks- Rabbiner Dr. Mayer. ’plö, Sprüche der V äter, zum Lchulgebrauch und Selbstunterricht übersetzt und erläutert in jüdischdeutscher Schrift nebst einem Anhänge zur Einführung in die Quadrat-, Kursiv- und Raschischrist, von Rabbiner Dr. S. Bamberger, Schrimm. Frankfurt 1897. Die Enthaltsamkeit von geistigen Getränken eine Konsequenz moderner Weltanschauung, von Dr. med. Heinrich Wehberg Leipzig 1897. G. Tienken. Vermischtes. Berlin. CE in antisemitisches Malheur.) In ein großes Dilemma bringt, so lesen wir im „Vorwärts" . die antisemitische Zeitung „Frei-Deutschland" den getreuen Theil ihrer Anhängerschaft. Während das Blättchen an der Spitze die Parole ausgiebt: „Kaust nicht bei Juden", bringt es auf der 4. Seite der Nummern 216, 214, und 215 vor den Annoncen in fetter Schrift die folgende Aufforderung: „Wir bitten unsere Gesinnungsgenossen, den unten verzeichneten Geschäftsleuten ihre Kundschaft zuzuwenden, da wir grundsätzlich nur Anzeigen unredlicher christlicher Geschäftsleute veröffentlichen: beim Einkauf wolle man sich aus die Anzeigen in unserer Zeitung berufen." Ob und in wie weit der schwere Vorwurf der Unredlichkeit, den das Blatt seinen Inserenten macht, tatsächlich begründet ist, wagen wir, fährt das genannte Blatt fort, natürlich nicht zu beurthcilen; immerhin sollten „Schriftleiter" und Verleger von „Frei-Deutschland" bedenken, daß sie beide sich der Begünstigung von Eigenthumsvergehen schuldig machen, wenn sie grundsätzlich nur Anzeigen unredlicher christlicher Geschäftsleute veröffentlichen. Auch kann dieser fatale Grundsatz dem Antisemitenblatte ebenso wenig zum Vortheil gereichen, wie der Umstand, daß der Verleger die Zeitung fast ausschließlich von Lehrlingen Herstellen läßt. Dresden. Bei den Landeswablen in Sachsen ist die antisemitische Rcformpartei in die Brüche gegangen. Ein einziger Antisemit wurde gewählt. Budapest Die skandalösen Vorgänge, deren Schauplatz vor Kurzem eine hiesige Schule gewesen, werden demnächst ihr gerichtliches Nachspiel haben. Die städtischen Lehrer Schönviczky und Kotzo haben die religiösen Empfindungen ihrer jüdischen Schüler insultirr, indem sic ihnen ein weißes Tuch, das einen Gebetmantel dnrstellen sollte, über die Schultern hänglen, ihnen „Schmachtlocken" an die Stirne befestigten und sie auf der „Schandkbank" dem Spott ihrer Mitschüler aussetzten. In ihrer gerechten Entrüstung über diese Frivolität wandten sich die Eltern der Kinder an de« in derselben Schule angeftellten Lehrer Julins Gabel um Rath, und dieser empfahl den Beschwerdeführern, bas Verhalten der Lehrer vor der Qeffentlichkeit zu brandmarken, was auch geschah. Schon am folgenden Tage fand man in den Blättern Auslassungen über jene antisemitischen Umtriebe und die Aufforderung an die Unterrichtsbehörde, dem Skandal ein Ende zu machen und die schuldigen Lehrer zu bestrafen. Der einzige Effect dieser publicistischen Kennzeichnung war, daß der weise (Lchulrath — den Lehrer Julius Gabel versetzte und daß die Lehrer, gegen die sich die Klagen richteten, gegen Gabel klagbar wurden. Für die Verhandlung giebt 'ich ein reges Interesse kund. Arnsterdam Die Fabel von dem ungeheueren Neichihum der lJuden wird cigenthümlich beleuchtet durch eine Zusammenstellung, welche ach in einern soeben veröffentlichten Werke des Direktors des Amsterdamer Statistischen Bureaus Dr. Falkeuburg über die Armenpflege im Haag findet. Daraus ergiebt sich nämlich, daß z. B. im Haag auf je 1000 Mitglieder jeder Konfession bei den Protestanten 41,7, bei den Katholiken 55,7, bei beit Juden hingegen 98,3 Armenunterstützung genießen.

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