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Der Israelit · 1897-10-28 · Heft 85 (28.10.1897) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 85 (28.10.1897)
Date
1897-10-28
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1615 falliten Firma ist, da der Chef in Meran krank darniederliegt, vorläufig unbekannt. ** Gpaz, 27. Oktober. Die hiesige Firma Kassowitz hatte unlängst dem Bürgermeister eine Spende von 28 Knabenanzügen zur Vertheilung an arme Kinder zur Verfügung gestellt. Die Spende wurde angenommen und hierfür der Dank ausgesprochen. Nun interpellirte der Gemeinderath Vollenhals in offener Gemeinderalhssitzung de« Bürgermeister, wie er sich dazu hergeben konnte, für eine jüdische Firma „Rellame" zu machen, zumal er doch auf Grund des antisemitischen Programmegewählt worden fet. Bürgermeister Dr. Graf erwiderte, er hätte keine Veranlassung gehabt, eine so bedeutende Spende abzulehnen. Nach der bisherigen Gepflogenheit sei die Spende durch die Zeitungen veröffentlicht worden, obwohl die Firma Kaffowitz keine Veröffentlichung verlangt hatte. Dieser Vorgang werde auch weiter beobachtet werden. § Brünn, 26. October. Zwei am hiesigen Gymnasium angestellte jüdische Professoren fyatteu sich vom Direktor dieser Anstalt Urlaub über den Versöhnungstag erbeten, um so diesen Tag ruhig im Gotteshause zubringen zu können. Der Urlaub wurde ihnen bereitwilligst ertheilt und sprangen freiwillig zwei christliche Collegen für dieselben ein, damit der Unterricht keine Störung erleide. Selbstverständlich sind unsere Herren Antisemiten jetzt schlecht zu sprechen über den Direktor und die christlichen Professoren dieser Anstalt. Rußland. Petersburg. Die offizielle Zeitung des Kriegs- Ministeriums veröffentlicht einen Erlaß an die Armeekorpsbesehlshaber, in denen ihnen anempsohlen wird, die jüdischen Soldaten in den besonderen Detachements, die den festgenommenen Militärperfonen als Escorie dienen sollen, nicht zu beschäftigen. Die jüdischen Soldaten sollen, vom Tage ihrer Einstellung bis zum Tage ihrer Freilassung, in Reihe und Glied dienen. Wereinsnachrichten. Düsseldorf. Dem Jahres-Berichte des „Vereins zur Verbreitung unv Förderung der Handwerke unter den Juden" 1896/97 entnehmen wir: Im Lehrlingsheim Düsseldorf waren 22 und im Lehr! ngsheim Köln 17 Lehrlinge untergebracht. Es beendeten ihre Lehrzeit 26 Lehrlinge und ihr Studium auf Fachschulen : zwei Mechaniker. Vor Beendigung der Lehrzeit traten aus verschiedenen Gründen aus: ein Schneider, Buchbinder, Buchdrucker und ein Schlosser, so daß am Schlüsse des Vereinslasres 66 Lehrlinge verbleiben, zu welchem inzwischen wieder sechs hinzugekommen sind. In Düsseldorf erhielten die Zöglinge zweimal wöchentlich Unterricht in den Elementarfächern durch Herrn Rektor Westendorf, außerdem besuchten die Zöglinge die städtische Fortbildungsschule resp. gewerbliche Zeichen- und Fachschule. Um den Fehlbetrag, mit dem wir das Jahr 1895/96 abschlossen, möglichst zu verringern, legten wir uns in Bezug auf Uebernahme neuer Verpflichtungen Sparsamkeit auf. Dadurch, sowie durch ein auf Mark 3491 — reduziNes Vermächtniß und ganz besonders durch die Unterstützung einiger Wvhlihäter des Vereins, die bei festlichen Anlässen uns in freigebiger Weife Zuwendungen machten, hatten wir die Freude den Fehlbetrag beseitigt zu sehen. Wenn wir beit« Abschlüsse des 17. Jahres auf die Entwickelung und die Resultate der Thätigkeit deS Vereins zurückblicken, so sehen wir zu unserer Freude, wie sich diefilben, Dank der ausdauernden Unterstützung der geehrten Mitglieder, sowohl durch Beiträge, wie durch persönliche Mitwirkung reckt günstig gestallet haben. Eine stattliche Anzahl armer israelitischer Knaben ist bereits durch den Verein ausgebildet und dadurch zur Erreichung einer achtbaren und verhältnißmäßig gesicherten Lebensstellung befähigt worden. — Der Verein hat also daS beste Ziel jeder Wohlthätigkeit bisheran erreicht, das Ziel den Unterstützten so weit empor zu helfen, daß er keiner Unterstützung mehr bedarf. Die Zahl der Anmeldungen armer Knaben bei dem Verein nimmt stets zu. Derselbe ist zwar augenblicklich durch die außergewöhnlich g oßen Zuwendungen im letzten Jahre in der Lage endlich wieder einmal die Rechnung mit einem Ueberschuß abzuschließen, aber wir dürfen uns nicht verhohlen, daß wir nur durch sorgesetzte Bethätigung unserer persönlichen und pekuniären Unterstützung des Vereins, das gute Werk zum Segen unserer ärmeren Religionsgenossen weiterführen uud durchführen können. Denn der Verein besitzt kein Vermögen und ist lediglich, wie bisher, auf die Beiträge und Zuwendungen der Mitglieder angewiesen. Bei der Uröarlion neu eingegangene Köcher. «Falls nicht bereits besprochen, Besprechung Vorbehalten). „Jüdische Familicnpapiere".von W Herzberg. Dritte unveränderte Auflage. Zürich 1893. Cäsar Schmidt. „Zeitschrift für hebräische Bibliographie", von Dr. H Brody. Berlin 1897. „Der Geist der heiligen Schrift." Drei synagogale Festreden gehalten am Passah-, jüd. Neujahrsfeste und am Vorabende desPrisöhnungsfestcs von Dr. H C. Kaufmann, Bezirksrabbiner in Birovitica (Slavonicn). I. Heft. Wien 1"97. „Ueber den Sprachgesang der Vorzeit und die Hersiellbarkeit der althebräischen Vocalmusik", von Leopold A. F. Arends. Berlin 1867. Friedr. Schulze.

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