Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 82-83 (21.10.1897)
- Date
- 1897-10-21
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Ihn, den himmlischen Vater bitten Sie inbrünstig, daß er solche Ihnen stets ungetrübt möge fließen lasten. Ihre Oberfläche sei der klare Spiegel, in welchem Sie die Glanzsonne göttlicher Gnade, das leuchtende Himmelsgestirn der Gottseligkeit erblicken. Des Reichthums Segen, redlicher Thätigkeit entquillend, wälze Ihren Häusern sich zu, damit Sie sorgenlos und freudig gestimmt, dem Dienste des Allgütrgen sich weihen und Ihre Mitmenschen beglücken können. Mit bald brausenden, bald hüpfenden Wellen kräftiger Gesundheit fluthe Ihnen das Leben bis zum höchsten Alter durch das Strombett einer gottgefälligen Wandels. Der Weisheit Segensstrom, dem heiligen Born der himmlischen Lehre entfließend, möge stets dem dürstenden Geiste zur erquickenden Labung dienen, und seine sich thürmenden Wellen Ihnen erglänzen von den Strahlen der unendlichen Weisheit. Den Segensfluß gottseliger Nachkommenschaft friedensbeglückter, gottgefälliger Ehe entströmend, möge die Sie beglückenden Güter des Lebens künftigen Geschlechtern zuführen, damit diese noch Ihr Andenken segnen, wenn Sie längst hienieden geendet. Und diese vier Segensströme, die bei ihrem Ausfluffe im Garten Eoen's einen einzigen Strom gebildet, und erst bei ihrem Eintritte in die Erdenwelt sich getheilt, sie finden einst ihre Vereinigung wieder an der Grenze dieses Erdenlebens, wo das Meer himmlischer Seligkeit sie aufnimmt. Dort biloen sie einen vereinigten Freudenbund, denn dort athmet Alles nur Freude und Entzücken. Rur solchen Segensftrömen, die dem Eden entfloffen, wollen wir daher stets durch das Erdenleben folgen, um einst jene unendlichen Seligkeiten zu finden, nach welchen ihr Lauf leitet, in welchen ihre Fluthen ausmünden. An der Grenze des irdischen Daseins, wo dem Sterblichen der Werth *) vv .psr. pD i'v'vv mc. des irdischen Reichthums schwindet, beginnt besten wahrer Werth, der durch denselben von ihm gespendeten Wohlthaten, erst wahrhaft beglückend für ihn. Da, wo das zeitliche Leben, und mit ihm der Segen der Gesundheit endet, nimmt den Scheidenden der Erde ein höheres, seligeres Leben auf, wo Siechthum und Tod man nicht kennt. Da, wo Segensborn irdischer Weisheit versiegt, öffnet der geistig, ewig quellende sich, die verklärte Seele unendlich erquickend. Da, wo seine ihn beglückende Nachkommenschaft seinem sich aufschwingendem Geiste nur noch Thränen aus dem Jammerthale hienieden nachzuweinen vermag, empfangen seine geistigen Nachkommen — seine und ihre Tugenden — ihn mit Jubelchören heiliger Seelen und Engel in einer himmlischen Heimath des ewigen Heils, des unendlichen Segens. Zeitungsnachrichten und Corresporrderrzerr. Deutschland. ** Berlin, 14. Oct. Die „Stat. Korr." untersucht, wie sich die Blinden, Taubstummen und Geisteskranken in Preußen auf die einzelnen GlaubenSbekenntniffe vertheilen und kommt dabei zu der Feststellung, daß Blindheit, Taubstummheit, namentlich aber Geisteskrankheit bei den Juden sehr viel häufiger vorkommt als bei den Christen und bei den männlichen Personen jedes Religionsbekenntnisses häufiger als bei den weiblichen. Während bei den Evangelischen unter 100,000 Ortsanwesenden nur 67 und bei den Katholiken 66 Blinde entfallen, beträgt die Verhältnißzahl bei den Juden 83. Taubstumme entfallen auf 100,000 Personen bei den Evangelischen 87, bei den Katholiken 01, bei den Juden aber 136. Bei den Geisteskranken haben die Evangelischen die Verhältnißzahl von 261, die Katholiken die von 250, während bei den Juden die Zahl auf 498 steigt. Es finden sich also bei den Juden fast noch einmal soviel Geisteskranke als bei den christlichen Konfessionen. Für das männliche Geschlecht lauten die Verhältnißzahlen der Blinden bei den Evangelischen 72, bei den Katholiken 70, bei den Juden 100, der Taubstummen 97, 107 und 148, der Geisteskranken 278, 270 ünd 534; für das weibliche bei den Blinden 63, 63 und 66, bei den Taubstummen 78, 81 und 124, bei den Geisteskranken 246, 231 und 462. Das sind sehr bedenkliche Zahlen, die lauter sprechen als alle Tiraden und Angriffe der Antisemiten. Fürth, 14. Oct. Am zweiten Tage des verfloffenen n^-Feftes ist Herr Salomon Cramer hier im 72. Jahre seines Lebens verschieden. Diese Nachricht wird weite Kreise schmerzlich berühren; L