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Der Israelit · 1897-10-21 · Heft 82-83 (21.10.1897) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 82-83 (21.10.1897)
Date
1897-10-21
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1577 für den Verstorbenen selbst war der Tod eine Erlösung von schwerem Leiden. Mit dem Hintrilt oes Herrn Sal. Cramer in die Ewigkeit steht hier ein Haus verwaist, welches durch treues Festhalten seiner Glieder an den frommen Sitten der Väter, durch Wohlthätigkeit gegen Arme und Bedürftige, durch edle Gastfreundschaft gegen Fromme und Gelehrte, •pSx iR-m n*n, eine Zierde Israels war. Wenn in uaserm Heimathlande sowohl, als weit darüber hinaus der Name Cramer zu den gekanntesten und geachtesten innerhalb der gesetzestreuen Kreis? zählt, so beruht dieses nicht zum kleinsten Theil auf der edlen Wirksamkeit des Verstorbenen in allen Angelegenheiten, welche das Interesse unseres Glaubens betrafen, und der innigen verständnißvollen Theilnahme, die er in allen solchen Bestrebungen feinem von den Idealen lauterster ow -xv erfüllten Bruder, Herrn Jacob Cramer rar "p.v rr, entgegenbrachte. Wiewohl in geschäftlichen Unternehmungen von Gottes reichstem Segen unterstützt, durch wohlgerathene Kinder, die zu feiner Freude fest und stark auf dem Boden gleicher Gesinnungstreue heranwuchsen, begnadet, durch wünschenSwerthe Familienverbindungen der glaubenstreuen Judenheit unseres Landes ausgezeichnet — führte der Verstorbene dennoch ein Leben bewundernSwerther Demuth und weisester Bescheidenheit. Die Freundlichkeit seiner Sitten und die Milde seines Wesens zogen Jeden an, der mit ihm in Berührung trat. Darum war er auch in des Wortes vollstem Sinne -icnr rtoob Gin« geliebt von Gott und wohlgelitten bei den Menschen. Alles brachte ihm ungesucht die größte Achtung und Werthschätzung entgegen. Bei seinem Ableben und seiner Beerdigung kamen diese Gefühle selbstverständlich zu eindrucksvollstem Ausdruck. Von nah und fern waren Freunde und Verehrer herbeigeeilt, ihm die letzte Ehre zu erweisen. Salomon Cramer hinterläßt bei Allen, die ihn gekannt, das Beispiel eines edlen, strengreligiösen, guten und hilfreichen Iehudi und der gesetzestreuen Judenheit in seinen auf den Wegen echter Glaubenstreue wandelnden Kindern, Schwiegersöhnen und Enkeln eine moralische Erbschaft, auf welche sie mit Stolz und Befriedigung zu blicken vermag: .nmuri .nsyy r nbi: cvb vpnx nvrc i«g> —ü. Aus Baden, 3. Oct. Am Sonntag, den 26. Sept. wurde in der Stadt Emmendingen zu Ehren der dortigen, eingeborenen Krieger vom Jahre 1870/71 ein Kriegerdenkmal unter größeren Festlichkeiten enthüllt. Mit dieser Enthüllung wurde auch eine besondere Ehrung der noch lebenden Emmendinger Kriegsveteranen aus jenen denkwürdigenKämpfen verbunden, indem jedem derselben, worunter sich auch zwei Israeliten befinden, nämlich Vr. med. Bloch aus Freiburg i. B. und Hauptlehrer Weil aus Eichstetten, vom Bürgermeister der Stadt Emmendingen eine geschmackvoll geprägte, silberne Erinnerungsmedaille angesichts Hunderter von Festtheilnehmer öffentlich überreicht wurde. Aber auch der bereits verstorbenen Kämpfer von 1870/71 sollte nicht vergessen werden, indem auf den Friedhöfen der verschiedenen Konfessionen zu Ehren der Dort ruhenden Krieger eine würdige Gedächtnisfeier veranstaltet wurde. Auf dem jüdischen Friedhofe, auf welchem zwei derselben beerdigt sind, wurde diese Feier am Sonntag Vormittag rwn "i ny abgehalten. Zu diesem Zwecke begaben sich der ganze Emmendinger Militäroerein mit seiner Fahne, sämmtliche Veteranen, eine Abordnung des Stadt- und Synagogenrathes und eine große Anzahl jüdischer Einwohner in feierlichem Zuge auf den jüdischen Friedhof. Dort hielt der Kriegsveteran, Herr Hauptlehrer Weil von Elchstetlen, eine feierliche Ansprache an die Versammelten, in welcher derselbe in gediegenen Worten die schöne, sinnreiche Bedeutung dieser Gedenkfeier hervorhob. Hierauf begab sich derselbe auf die Gräber der beiden verstorbenen Krieger und widmete jedem derselben einen kurzen, ehrenden Nachruf, welchem ein von Herrn Cantor G o l d b e r g laut und feierlich vorgetragenes, hebräisches Gebet folgte. Nachdem Herr Hauptlehrer Weil noch ein kurzes Schlußwort an die Versammelten gerichtet, in welchem dieselben ermahnt wurden, sobald der Ruf des obersten Kriegsherrn an seine Krieger wieder ergehen sollte, mit gleicher Treue mch mit demselben tapferen Kampfeömuthe, wie die beiden Verstorbenen, seiner Fahne zu folgen mit Gott für Fürst und Vaterland, schieden die Versammelten mit sichtbarer Rührung und Befriedigung über den äußerst würdigen Verlauf dieser Erinnerungsfeier. Tiefer Akt wahrer Pietät und echter Toleranz auf einem jüdischen Friedhöfe ist ^gewiß ein erfreulicher Lichtblick in unserer gegenwärtigen, vielbewegten Zeit der schwersten, confessionellen Anfeindungen und gereicht seinen Veranstaltern, ganz besonders aber den zahlreichen, nichtjüdischen Theilnehmern zur hohen Ehre. Berichtigung: Die Angaben eines Ungenannten in Nr. 73, S. 1428 dieses Jahrgangs in betreff meiner Person sind größtentheils falsch: 1) Mein Hauptstudium ist nicht Sprachwissenschaft, sondern Geschichte. Bibelexegetische Vorlesungen hörte ich an der Universität nicht mit Vorliebe, sondern überhaupt nicht. 2) Der „Akad. Verein zum Studium der hebr. Bibel", in dem ich thätig bin. wurde nicht von einem Verwandten von mir gegründet. Nicht Christen und Juden vereinigten sich dort, sondern Erftere waren von Beginn an laut Statut ausgeschlossen. Es ist nicht wahr, daßi wir die hl. Schrift nicht anders

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