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Der Israelit · 1897-09-30 · Heft 78 (30.9.1897) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 78 (30.9.1897)
Date
1897-09-30
Page
– (sequence 6)
Language
German
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1508 Amerika. ** New-Nork, 20. oept. In den Consularberichlen der Vereinigten Staaten schreibt Consul German unter dem 17. Juni 1897 über die jüdischen Kolonien in Palästina, und obwohl der Bericht nicht viel Neues enthält, verdient er doch die Wiedergabe, weil er in vsfizicllcr Weise das anderweitig Behauptete bestätigt. Er lautet: „Die Ansiedelungen, welche von jüdischen Emigranten aus Rußland und Rumänien gegründet wurden, hießen früher Samaria, heute Sichron Jaaeob und Rosch Pinah in Galiläa. Wie alle neuen Unternehmungen hatten auch sie mancherlei Rückschläge auszuhalten, die Kolonisten, früher Kansleute oder Handwerker, kannten ihren tteuen Beruf nicht und entbehrten fachmännischen Nathes. Fehler in der Auswahl und Bearbeitung des Bodens und daher geringe Ergiebigkeit desselben waren die natürliche Folge, aber die Spenden von auswärts verbesserten die Lage der Kolonisten. Heute giebt es 22 Dörfer mit einem Areal von 90,000 Acres, fast sämmtlich in blühendem Zustande. Die Ackerbauschule Mikweh Israel mit einem Umfange von 593 Acres dient als Muster, Farm und Versuchsstation und ihre Resultate dienen den Kolonisten zur Belehrung. Die Reineinkünfte dieser Schttle sind genügend zum Unterhalt von allen Lehrern und mehr als 100 Schülern. Die größte Ansiedelung ist Sichron Jaacob mit 4942 Acres und 1000 Einwohnern, gepflasterten Straßen, einer großen Schule, in der 5 Lehrer urlterrichten, Synagoge, Arzt und Apotheke. Die Kolonisten pflanzen hauptsächlich Gemüse und Wein, daneben Obstbäume, sowie Maulbeerbäume für die Seidenzucht, welche man anlegen will. Rischon Lezion mit einem Umfange von 22,236 Acres besitzt schon eineinhalb Millionen Weinstöcke, welche 1894, 210,000 Gallonen Wein ergeben haben, ferner 20,000 Maulbeerbäume und 10,000 diverse Fruchtbäume wie Mandeln, Nußbäume, Feigen rc. Jeder Kolonist hat ein Stein Haus, mit Gemüse- und Kücheugarten, Pferd und Wagen, Küche und Geflügel. In den anderen Dörfern sieht es ähnlich aus. In Gadarah, einer Ansiedelung ehemaliger russischer Studenten, ist eine Brennerei für Branntwein schon im Gange. Alles in Allem sind die Aussichten jetzt sehr ermuthigend. Ich würde glücklich sein, wäre ich im Stande solch einen Erfolg für die jüdischen Kolonien in Amerika konstatiren zu können. Literarisches. Ein Buch voll köstlichem Humor und feiner Charakteristik, voll Narrheit und Weisheit aus dem bunten Leben einer kleinen Schaar, in der sich die große Welt spiegelt, liegt uns in Manuel Schnitzers „Drillichauer Lebensläufe" vor. (Verlag von F. Schirmer, Berlin, Neuenburgerstr.) Die Originale, die in früherer Zeit so üppig in Vlüthe waren, und die in der großen Welt immer mehr im Aussterben begriffen sind, hat Schnitzer m in der jüdischen Gemeinde feiner HeimathSstadt „Dcillichau" noch in reichem Maße vorgefunden und sie in dem vorliegenden Büchlein zu einem Strauße zusammengewunden, dessen Duft auf die Lachmusketn gewaltig einwirkl. Das sind wieder einmal echte Typen aus dem Leben einer jüdisch-galizischen Kleinstadt. Schade nur. daß der geistreiche Verfasser, wohl um dem deutschen Leser das Verständniß zu erleichtern, auf manches spezifisch Jüdische und daher besonders scharf Charakteristische verzichtet hat. Ader auch hinter der Maske, die bei manchen Figuren vorgenommen ist, erkennt das jüdische Auge den Stammesgenoffen, denn die Zeichnung ist so scharf, daß sich die Originalität der Vorbilder durch Aeußerlichkeiten nicht verdunkeln läßt. Die eine oder andere dieser Geschichtchen ist wohl schon früher im „Israelit" erschienen und haben dem Leser einen Vorgeschmack besten gegeben was ihm das Buch zu bieten vermag. Einen guten Wunsch brauchen wir dem Buche nicht mit aus dem Weg zu geben, den Jeder, der Heiterkeit liebt, die sich in künstlerischen Grenzen häli, wird es sich gar bald zum Freunde erwählen. Betreffs der von Herrn RabbinerDr. P l e ßner- Ostrowo in Nr. 72 mitgetheilten Erklärung feines verewigten Vaters vn zu rnvn ’ax Hiob 5, 23 erlaube ich mir darauf hinzuweisen, dag bereits in dem vom Verein Mekize Miroamim, Berlin 1889 herausgegebenen Hiobcommentar des Samuel ibn MaSnuth aus Aleppo (rm 12. Jahrhundert), betitelt D'a pyo, sich p. 21 zu dieser Stelle folgende Erklärung findet: mtrn ix"ip:i mpn ■on b"i?pbxn ,rntscr osx bxyv«" 'jsi c’myn p» "ron mips 0'wiL> vnv> 'vb nn nno oitr cnb pxtr ibx ib’cx ib *iox , O’bnxn rnixb pon nn pc cnb onoix an ms -joy n’rmsi *joy ras nbxcTT -pn by mc*n ’jsx x"r nitrn zsx xnpJi onxrr ,bxi r’ fix nyn nira Allerdings soll durch diesen Hinweis oa« Verdienst des verewigten Gelehrten nicht geschmälert, vielmehr die Richtigkeit seiner Grundauffastung bewiesen werden. Briefen W.-Pr., 16. Ellul 5657. Rabb. Dr. Eppen stein. Vermischtes. Mostaganem Das Strafgericht verurtheilte 60 Araber, die bei den jüngsten algerischen Angriffen auf die Juden jüdische Läden geplündert hatten, zu je vier Monaten Gesängniß: weitere 30 Häftlinge kommen nächste Woche vor den Strafrichter.

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