Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 76-77 (23.9.1897)
- Date
- 1897-09-23
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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1478 ire> onwjm nw ritt crvipi, und wie einstens vom 50. Jahre eS heißt, ihr sollt es heiligen, so heiliget euch dadurch, daß ihr werkthätige Menschenliebe übet, daß ihr nput Wohlthaten verrichtet. np-nn rfccn nr.wr Buße, Gebet und Wohlthätigkeit, das sind die drei Factoren, von denen es in unserem Festgebete heißt, daß sie abwenden daS böse Verhängniß. Werkthätige Menschenliebe gepaart mit Gottesfurcht macht unser Gewissen frei, und stärkt uns mit Muth und Hoffnung. Darum stngt David an *ient Heil dem Volke, das da versteht den Truoh-Schall, Herr, im Lichte Deines Antlitzes wandeln sie. Darum fühlt sich jeder angezogen von der Feier dieses Tages und den hehren Tönen des Schofar. Wenn allenthalben Menschen- und Gottesliebe, wozu uns die Teruoh ermahnt, in Israel verbreitet sind, dann wird uns Heil erblühen an allen Enden der Erde. Dann mögen die Feinde auch schmähen und drohen, Gott ist zu unserer Rechten, Er schützt uns und Frieden kehrt ein in Jacob und Freude in Israel. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. 6. Mainz, 19. September. Wie auf allen Gebieten des Wissens, so hat auch auf dem Gebiete der Heilkunst unsere Zeit gewaltige Fortschritte gemacht und wir verdanken der modernen Forschung eine Reihe von Heilmitteln, von denen unsere Alten keine Kenntniß besaßen. Leider befinden sich unter diesen Mitteln eine ganze Anzahl, die solche Stoffe enthalten, die dem gesetzestreuen Juden zu genießen verboten sind und selbst wenn das Stadium der Krankheit ein derartiges ist, daß dem Patienten von den Kundigen des heiligen Gesetzes das Einnehmen des betreffenden Medikaments gestallet wird, entschließt sich der aufrichtige Jehudi dennoch nur mit schwerem Herzen von dieser Erlaubniß Gebrauch zu machen und Dinge in seinen Körper aufzunehmen, von denen er sich ein ganzes Leben hindurch fern gehalten hat. Wenn wir daher erfahren, daß ein in der Medizin unentbehrliches Nähr- und Heilmittel, das man sich seither nur in nichtrituell zubereiteter Weise beschaffen konnte, nunmehr in nach jüdischem Religionsgesetz vollständig erlaubter Art hergestellt wird, so erfüllt uns dies mit großer Freude. Ich bin heute in der angenehmen Lage, Ihnen von einem derartigen Mittel berichten zu können. Den geehrten Lesern des „Israelit" ist gewiß der Nährstoff „Nutrose" aus den Tagesblättern hinreichend bekannt. Nutrose ist der unveränderte Eiweißstoff der Kuh- Milch, nur in lösliche Form gebracht. Er ist demnach kein künstlicher Nährstoff, wie die bisherigen I Fleischersatzmittel, welche die durch chemische Operation veränderten Eiweißstoffe enthalten, sondern ein natürlicher, an welchen der Organismus von Jugend auf gewöhnt ist. Eine Reihe von Versuchen hat gezeigt, daß, wenn ein Mensch, der gewöhnlich z. B. täglich 300 g. Fleisch in seiner Nahrung ausnimmt, diese Menge Fleisch durch Nutrose ersetzt, — wovon nur ein Bruchtheil nöthig ist — er seinen Organismus völlig ungeschwächt erhält. Dies ist aber nicht möglich, wenn man statt des Fleisches Peptone oder andere E weißpräparate nimmt. Diese haben in größeren Mengen eine Neizwirkung auf den Darm, erzeugen Durchfall und werden vonr Organismus entsprechend schlechter ausgenutzt. Nutrose ist dagegen völlig reizlos. Der Vorzug der Nutrose gegenüber dem Fleisch liegt in ihrer Löslichkeit. Nutrose kann deswegen überall da angewendet werden, wo die Darreichung von Fleisch nicht zweckmäßig oder nicht möglich ist, z. B. bei allen denjenigen Kranken, die nur flüssige Nahrung zu sich nehmen können. Nutrose ist — wie sorgfältige ärztliche Beobachtungen betonen — auch leichter und vollkommener verdaulich als Fleisch. Fleisch, das die Eiweißkörper in Bindesubstanz eingehüllt enthält, muß erst durch Kauen sorgfältig zerkleinert werden, wenn die Verdauungssäfte ausgiebig auf dasselbe einwirken sollen. Nutrose dagegen ist durch ihre Löslichkeit den Verdauungssäften ohne weiteres zugänglich. Nutrose wird im Darm vollkommen anfgesaugt, während vom Fleisch gewisse, wenn auch eine geringe Menge, eiweißartiger Substanzen unverdaut Zurückbleiben. Aerztliche Beobachtungen betonen übereinstimmend, daß Nutrose vorzüglich am Platze ist, wo es gilt dem Organismus Eiweiß in leicht aufzunehmendcr Form zuzuführen. Für die praktische Verwendung ist es von hohem Werth, daß durch Nutrose der Eiweißgehalt von Cacao, von leichtem Brei re. beträchtlich erhöht werden kann, ohne daß der Wohlgeschmack leidet. Man kann daher durch Nutrose in den Organismus „mit einer möglichst wenig und möglichst reizlosen Kost größere Eiweißmengen gewlffermaffen einschmuggeln". Die Verwendung der Nutrose bei Erkrankungen des Magens und Darmkanals ist eine sehr mannigfache. Die Erfahrungen über die Bekömmlichkeit, das Ausbleiben unerwünschter Nebenwirkungen und von Widerwillen bei lang dauerndem Gebrauch lauten aufs günstigste „In keinem Fall wurden üble Nebenwirkungen irgend welcher Art beobachtet, insbesondere keinerlei Reizung des Magens oder Darmes, was um so höher ins Gewicht fällt, als die Patienten, bei denen Nutrose verwendet wurde, durchweg an Erkrankungen der Verdauungsorgane litten." Wenn nun dort, wo die Verdauung völlig dar-