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Der Israelit · 1897-09-20 · Heft 75 (20.9.1897) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 75 (20.9.1897)
Date
1897-09-20
Page
– (sequence 3)
Language
German
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1461 11t31 “pB'X "J3!TW 71718 28 , bc'J 71518 71717121 71*771 lyjt .8271 ab'vb ~p 2121 71771 B^Utt 1'72'8 ,"f? „Bros mit Salz effen, Wasser mit Matz trinken, auf der bloßen Erde schlafen und dennoch derTyoro leben. — Wenn du also thust, dann Heil dir und Wohl dir, Heil dir in dieser und Wohl dir in der künftigen Well!" Und nun noch Eines! Die Schicksalsschläge in einem gottverlassenen Leben! Ww müssen sie den Erdendienern die Röthe der Scham in die Wangen treiben, wenn sie bangend dastehen vor den Rälhseln der strafenden Gerechtigkeit! Hier trifft sie eine Reihe kleiner Leiden; die nehmen sie hin, ungeduldig vielleicht, aber ohne tiefere Bedenken. Allein, wenn die schweren Schläge nahen, die ja keinem erspart bleiben, wie dann? Hier stehen sie am düsteren Krankenbett, ein geliebtes Wesen liegt ihnen schwer darnieder: Wohin steigen die Seufzer ihrer Brust, wohin schaut ihr hoffender Blick, schlägt ihr zagendes Herz, wenn nicht zu dem großen Helfer, der da tödtet und belebt, zu Ihm, der ihnen im Leben nichts gewesen, den sie aber in des T o d e s Antlitz zitternd und zagend suchen?! Und wenn er seinen Todesengel herabgeschickt und Gatten auseinanderreißt und Kinder von der Eltern Herzen hinwegnimmt, und Eltern den Kindern entführt, wie ttes, wie niedrig ruhen da die Gedanken dieser Erde, und wie hocherhaben, wie heilig und unantastbar steigen in des Menschen Brust die Gedanken an Gott empor, wie ranken sich da die Herzen so innig trostheischend unr Ihn, um Ihn, der ihnen im Leben nichts gewesen, deffen Allmacht sie aber im Tode ehren und fürchten?! Es ist klar, daß eine solche Lebensführung, die den Menschen seiner unentbehrlichsten Stützen beraubt, nimmermehr eine menschenwürdige sein kann. Nein, von ihr gilt das Abrahamswort, das Wort an die Knechte, in ftiner ganzen vernichtenden Schwere: 71V 22*? 12L» „Ihr bleibt zurück, zurück hinter allem Schönen, Guten und Edlen, zurück bei dem Thier, das ja so wenig ein Bewußtsein von Gott hat, wie Ihr!" Doch genug der trüben Bilder! Wenden wir nun vielmehr den Blick nach jenem wundersamen Gemälde, auf jenes glückumstrahlte Wirken und Schaffen, das sich uns darstellt in einein gotterfüllten Leben.' Dem Sohne Abrahams, dem Einzigen, Geliebten, ihm, der zum reiufteti Gottesopfer ausersehen war, ihm erschien die Stätte dieses Opfers wie eine kostbare Aussicht, in die er voll Entzücken sich versenkte. Und gleicht nicht die Erdenwanderung jedes gottergebenen Israeliten jenem bangen und doch so siißen Morgenpfade, den der Erzvater mit seinem Sohne dahin zog? Oder was winken dem Frornmen für Ziele, wenn nicht Opfer; was verlangt jede Stunde, die er lebt, von ihm, wenn nicht Entsagung? Sehen wir ihn nicht in vielen Lagen seines Daseins begriffen, in der entbehrungsreichen, opferfreudigen Hingabe von tausend und abertausend Gütern, deren Besitz ihm wie Feuer auf der Seele brennt, sobald er dem Gotlesgebote widerspricht? Und dennoch ist ihm gleich Jsak seine opferumwobene Aufgabe eine so beglückende, dennoch sieht er in ihr seine einzige Freude, das leuchtende Ziel, dem sein Pfad ihn so herrlich entgegensührt! Er preist im Gebete seinen Schöpfer, der ihn beschützt und bewacht, er betet — und die Tesfilliu zieren ihm Arm und Haupt, auf daß er Körper und Geist nur in des Einzigen Dienst verwende, und die Schaufäden umgeben ihn, das warnende Mahnzeichen, daß er nicht nachbuhle nach feinem Herzen oder nach seinen Augen, und der Sabbat ist ihm das ewig unverrückbare, durch keine wie immer geartete Rücksicht umzustoßende Zeichen, daß wahrer Segen nicht in dem liegt, was wir haben, sondern in dem, was wir sind, und so, auf Schritt und Tritt, vom ersten Frühroth der Kindheit bis ins späte Greisenalter ist es Gottes Wort, das sich als Offenbarung seines Lebens kundthut, ja noch im Alter selbst, wenn sein Pfad sich umschattet, steht er markig unb belaubt, der sprossenden Palme vergleichbar: denn er ist eingepflanzt mit allen seinen Fasern und Wurzeln 'n mi im Hause Gottes! Wie endlich an solchem Lebensbaume die süßen Früchte reifen, die wahren und echten Freuden, die ewigen und bleibenden, ein sonnenbeschienenes Glück, das mit sattstem Flügelschlage des Frommen Haupt umweht, so steht, wer sein Leben Gott geweiht, in sich selbst gefestet da, wenn ihm das Schicksal mit seinen Stürmen naht. Er ist in einer unauflöslichen Gemeinschaft mit Gott, er ist eins mit Ihm, er kann seines Daseins Lose nicht anders fassen als in Ihm und durch Ihn, und alle seine Tage sind ihm von diesem Strahle licht und hell! Wenn ihm daher die Aussicht verhängt ist und ein widriges Geschick seinen Weg kreuzt, wenn sein Weg sich verengt und sein Himmel sich mit Wolken überzieht, ihn geleitet ein sicherer Faden aus dem vielverschlungenen Labyrinth. Vor ihm darf ein ungeahntes Weh auftauchen, ein unberechenbares Ereigniß dein Blitze gleich herniedersahren, ihm darf selbst der Tod und das Gericht des Herrn vor Augen stehen — sein Gott, an dem er im Leben festgehalten, ist ihm Stütze immerdar. 12 2'21N71 bl 122>8' xbi rnss "1 711'v, „Der Herr erlöst die Seele seiner Frommen und es werden nimmer zu Schanden, die auf ihn vertrauen." So sehen wir ihn vor uns stehen, den lebendigen Wegweiser mit den beiden ausgestreckten Armen, deren einer zum Glücke führt, zu Gott hin, indes der andere von Gott hinweg, ins Unglück zeigt. Das-

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