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Der Israelit · 1897-09-16 · Heft 74 (16.9.1897) · page 20

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 74 (16.9.1897)
Date
1897-09-16
Page
– (sequence 20)
Language
German
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1454 nicht selbst möglich sei, anwesend zu sein und den Vorsitz zu führen. Das innige Gebet um baldige Genesung kam aus aller Herzen. Die Eröffnungsrede gedachte dann der ersten schon im Jahre 1862 stattgehabten Versammlung der israelitischen Lehrer im damaligen Kurfürstenthum Hessen, von deren Begründern und Mitgliedern wohl kaum noch einer oder der andere am Leben und aus der dann 1868 die israelitische Lehrerkonferenz Hesiens hervorgegangen sei. Wenn die israelitischen Lehrer Hessens alljährlich zusammenkämen, um im Interesse des israelitischen Religionsunterrichtes Berathungen zu pflegen, sowie die die israelitischen Lehrer als solche besonders betreffenden Lebensfragen zu besprechen, so wollten dieselben durchaus nicht einen Sonderverein neben dem hessischen Volksschullehrervereine bilden. Wie diesem fast ohne Ausnahme alle israelitischen Lehrer des Regierungsbezirks angehören, so will die israelitische Volksschule auch nichts anderes sein, als ein Theil der deutschen Volksschule überhaupt mit dem Bestreben, deutsche Bildung und deutsche Gesittung neben dem väterlichen Glauben zu hegen und zu pflegen. Als Gäste waren erschienen Herr Bankier Gustav Plant, als DelegMer des D. I. G. B. und als Vertreter der Gemeinde Cassel, die Herren Dr.sRothfels, Dr. Arnthal und Bankier Blumenlhal vom Vorsteheramt zu Cassel, Herr Provinzialrabbiner Dr. Munk vom Vorsteheramt zu Marburg, Herr Lehrer Bettin g—Cassel, als Vertreter des Vorstandes des Hessischen Volksschullehrervereins, Herr Kreisrabbiner S t r a u ß—Rothenburg a. d. Fulda und Herr Lehrer Kohn—Küstrin. Entschuldigt hatten sich die Vorfteherämter zu Hanau und Fulda, Herr Dr. B ä r w a l d—Frankfurt a. M. und Herr C o r.'n e l i u s —Rothenburg. Nach Bildung des Bureaus durch Ernennung des Ausschußmitgliedes, Herrn Strauß—Gelnhausen, zum Stellvertreter des Vorsitzenden und der Unterzeichneten Ausschußmitglieder zu Schriftführern, erstattete Herr G u t k i n d den Jahresbericht des Ausschusses. Derselbe gab zunächst Kenntniß von der Ehrung unseres Herrn Vorsitzenden bei Gelegenheit seines leider so früh nothwendig gewordenen Eintritts in den Ruhestand, sowie von einem ihm namens des Ausschusses zu seiner Dekorierung zugesandten Glückwunschschreiben und einer ihm bei Gelegenheit der Nebersiedelung aus der bisher innegehabten Dienstwohnung in seine jetzige Privatwohnung ebenfalls im Namen des Ausschusses überreichten Blumenspende und theilt dann das Antwortschreiben mit. Ferner theilt der Jahresbericht mit, daß den beiden emiritierten College» Katzen st ein—Borken und Lion —Frielendorf gelegentlich der Feier des 80. Geburtstages Glüchwunschschreiben überreicht seien und widmete Worte treuen Gedenkens dem verstorbenen Nestor der israelitischen Lehrer in Hessen, Herrn Rothschild—Treysa, zu dessen Ehrung sich die Versammlung von den Sitzen erhob. Weiter gedachte der Jahresbericht des nun in Kraft getretenen Besoldungsgesetzes und erkennt dankbar die große Bedeutung desselben auch für die israelitischen Lehrer in Hessen an. Welche Schritte der Ausschuß hauptsächlich bezüglich § 4 des Gesetzes gethan, darüber sollte besonderer Bericht erstattet werden. — Im Anschluß an den Jahresbericht verlas Herr Gu t kin d noch ein Begrüßungsschreiben des Herrn Dr. Stein. Dem in demselben ausgesprochenen Wunsche, einen neuen Vorsitzenden zu wählen, wie auch einem in Bezug hierauf aus der Mitte der Versammlung gestellten Antrag, Herrn Dr. Stein zum Ehrenvorsitzenden zu ernennen, entsprach die Versammlung nicht, da Herr Dr. Stein Vorsttzender sei und es bleiben sollte. Das Begrüßungsschreiben wurde durch ein Telegramm erwidert. Auch den D. I. G. B. begrüßte die Versammlung durch ein Telegramm. In die eigentliche Tagesordnung eintrelend, hielt Herr Blumenkrohn—Spangenberg seinen Vortrag : „Das Bibellesen in der israelitischen Schule", in welchem er zeigte, wie der Mittelpunkt alles Religionsunterrichts die Bibel sei und sie daher eine immer sorgfältigere Pflege finden müsse; dazu empfahl er allgemeine Einführung des Bibellesens, durch welches jedoch weder der biblische Geschichtsunterricht noch der Unterricht im Pentateuch-Uebersetzen beeinträchtigt werden sollen. Für das Bibellesen verwirft Redner, sich die Leitsätze der deutschen Lehrerversammlung zu Hamburg aneignend, die Vollbibel, empfiehlt dagegen den Bibelauszug von Dr. Jacob Auerbach. Das Korreferat des Herrn Levi—Hofgeismar ergab in der Hauptsache vollständige Uebereinstimmung mit dem Referate. Die Leitsätze des Herrn Referenten lauten: 1. Der Bibelunterricht umfaßt „biblische Geschichte" und „Bibellesen." Dem letzten Unterrichtsgegenstande genügen die eingeführten „biblischen Geschichten" nicht und ist daher dem gesammten Bibelunterrichte ein Bibelauszug refp. eine Schulbibel zu Grunde zu legen. 2. Der Unterricht im Bibellesen beginnt auf der Oberstufe und kann, mit dem biblischen Geschichtsunterricht verbunden, etwa auf die letzten 20 Minuten oiefer Unterrichtsstunde gelegt werden. 3. Gelesen werden historische, didaktische und poetische Stoffe, durch welche das Pensum in der biblischen Geschichte theils verbreitet, rheils erweitert und ergänzt nnrd. 4. Bei der Behandlung der Lektionen ist folgender Siufengang zu empfehlen: I. Vorlesen seitens

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