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Der Israelit · 1897-09-16 · Heft 74 (16.9.1897) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 74 (16.9.1897)
Date
1897-09-16
Page
– (sequence 19)
Language
German
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dieser Herr, der so weidlich auf die Orthodoxen schimpft, doch auch einmal andere Tage gesehen und sich ehemals bei den Orthodoxen sehr heimisch gefühlt! Deshalb ist Herr Dr. H o r o v i tz keineswegs um das zweifelhafte Glück zu beneiden, die Anerkennung des „Nichtlehrers" S. zu ernten, aber hervorheben wollen wir, daß Herr Rabbiner Dr. Horovitz genau ein Jahr vorher, wo er sogar als Delegirter des Gemeindebundes anwesend war, ausführte, daß nicht nur Gründe der Selbstständigkeit, sondern auch religiöse Bedenken gegen die Einmischung des Gemeindebundes sprechen. Denn dieser habe von jeher in feine Verwaltung Männer deputiert, welche in ausgesprochenen Gegensatz zum altüberlieferten Judenthum traten, ja dieselben ostentativ gewählt, während nach altjüdischer Sitte in jeder Korporation auch Vertreter der Opposition Sitz und Stinlme erhielten. Und in der letzten Versammlung haben die orthodoxen Rabbiner Hessens genau wie Herr Rabbiner Dr. Horovitz erklärt, daß man in religiöser Beziehung mit Jedermann verkehren könne, aber, wo es sich darum handle, einen Verein der Führung einer Corporation auszuliefern, welche religiös abweichenden Tendenzen huldigt, man um so vorsichtiger sein müsse! Wo bleibt also der in der Phantasie des „Nichtlehrers" S. geschaffene Gegensatz zwischen Herr Rabbiner Dr. Horovitz und den orthodoxen Rabbinern Hessens? Doch in diesem Gebaren liegt ja M e t h o d e l Mit Herrn S. wären wir fertig und geben dem nur lebhaften Bedauern Ausdruck, daß trotz des bisherigen maßvollen und friedlichen Verhaltens des „Unabhängigen Israel. Lehrervereins" von der anderen Seite die Streitfackel plötzlich entzündet wurde und man uns zwang, solche unerhörte persönliche Angriffe in der schärfsten Form zurückzuweisen. Leider haben wir begründete Annahme, daß der „Israel. Lehrerverein im Großherzogthum Hessen" dieselbe Gesinnung gegen unseren Verein hegt, denn dafür zeugen die unter nichtssagender Begründung erfolgte Ablehnung des von unserer Seite gestellten Antrages zur Abhilfe des schreiendsten Mißstandes in der Stellung der isr. Lehrer Hessens (worauf die nächste Generalversammlung noch zurückkommen wird), sowie namentlich der Umstand, daß der Verein einen Herrn Krämer, Lehrer und tsrw in Fricdberg (Oberhessen), welcher in der vorletzten Generalversammlung die Rabbiner in taktloser Weise angriff und das ^Lrs>-Verbot in Aergerniß erregender Weise verhöhnte, dessen Auftreten die erste Erregung in die Versammlung brachte und von allen Seiten verurtheilt wurde, ostentativ zum Vor st and wählte. Unter diesen Umständen dürfte ein friedliches Zusammengehen beider Vereine als ausgeschlossen betrachtet werden. Ein Lehrer und Mitglied des „Unabhängigen Jsrl. Lehrervereins" in Hessen. 29. Jahresversammlung MtzrE der israelitischen Lehrerkonferenz Hessens. In dem Hanufch'fchen Saale zu Cassel fand am 5. Juli d. I. die 29. Jahresversammlung der israelitischen Lehrerkonserenz Hessens statt. Jn^Ansehung der lvichtigen Tagesordnung waren die Collegen in großer Anzahl herbeigeeilt; in die Präsenzliste zeichneten sich nahezu 90 Therlnehmer ein. Viele derselben waren schon am Tage vorher gekommen, so daß das auf den Vorabend gemüthliche Beisammensein auf Eisengarten's Felsenkeller schon eine recht stattliche Anzahl zusammengefübrt hatte. Morgens um 1/SE10 begannen mit einem von Herrn Organisten Rehmann auf dem Harmonium begleiteten Choral die Verhandlungen. Vor 29 Jahren von Herrn Seminardirigenten Dr. Stein—Cassel in's Leben gerufen, wurden die Jahresversammlungen der israel. Lehrerkonferenz Hessens die 28 Jahre hindurch auch stets von ihm geleitet. Heute zum ersten Male vermißten wir den bewährten, treuen Führer am gewohnten Platze. Eine schwere Erkrankung, die es ihm schon im vorigen Jahre zu Bockenheim unmöglich machte, die Verhandlungen bis zum Schluffe zu präsidieren, und von der er leider erfolglos durch eine Badekur Linderung erhoffte, fesselt ihn seit seinem zum 1. April erfolgten Eintritt in den Ruhestand an's Krankenlager und unsere Hoffnung, im Ruhestände würde ihm wenigstens die Fortführung des Vorsitzes der Lehrerkonferenz noch recht lange möglich fein, erfüllte sich leider nicht. An seiner Stelle leitete der stellvertretende Vorsitzende, Herr Gutkind—Cassel, die Verhandlungen und eröffnete dieselben durch eine herzliche Ansprache, in der er allen Theilnehmern, insbesondere auch den erschienenen Gästen ein „herzliches Willkommen" entbot undldem Bedauern Ausdruck gab,' daß es Herrn Dr. Stein

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