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Der Israelit · 1897-09-16 · Heft 74 (16.9.1897) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 74 (16.9.1897)
Date
1897-09-16
Page
– (sequence 18)
Language
German
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7^7°' ’tr' p •^»•■tv «T7 iT^ry- U52 gleich auch Die Herren Rabbiner durch Rath und That unsere Sache unterstützten. Von Den orthoooxeu Rabbinern Hessens waren nur zwei Herren aus Der Versammlung in Frankfurt anwesend, während die anderen, nicht minder für das Wohl der Lehrer eiutrelend, vom Besuche abgehalten waren und keinem Massenaufgebot folgten, welches die Gegenpartei durch Mobilmachung aller Lehrer und Rabbiner, sogar derjenigen, welche man noch niemals oder nur einmal in den bisherigen Generalversammlungen gesehen hatte, ergehen ließen. Ebenso wurde s. Z. der Name „Unabhängiger Lehrerverein" in Darmstadt nach Vorschlag eines Lehrers trotz Widerspruch eines Herrn Rabbiners beschlossen, nachdem in den Statuten die Unabhängigkeit gegenüber dem Gemeindebund sestgesetzt war. Und da wagt man noch von einer Abhängigkeit des Lehrervereins von den orthodoxen Rabbinern zu sprechen! Ueber den Verlauf der Versammlung scheint Herrn S. das Gedächtniß merkwürdig im Stich gelassen zu haben. Denn als Neuigkeit erfuhren nur aus seinem Artikel, daß der Beschluß auf Beitritt zum A. L. V. unter Führung des Gemeindebunoes umgestoßen wurde und diese Frage vertagt werden sollte. — Wohl hätte ein solcher Beschluß zustande kommen können und die „Orthodoxen" hätten sich auch damit vorerst beruhigt. Aber in Wirklichkeit verhielt sich die Sache anders: Inmitten der höchsten Erregung, als die Frage der Spaltung schon drohte, hatte ein Herr, nur ein einziger, den Antrag gestellt, die Sache des Friedens halber auf ein Jahr zu vertagen, aber da erhob sich zu allgemeiner Ueberraschung ein „Nichtlehrer" Dr. N. N., heute noch Mitglied des Jsrl. Lehrervereins und Nicht-Ortho oxer, um in derartig häßlichen und widerlichen Ausfällen auf die Orthodoxie die Erregung auf die Spitze zu treiben, daß er ein allgemeines „Pfui" auf Seilen der Lehrer entfesselte. So war der Bruch denn unvermeidlich und an einen Ausgleich nicht mehr zu denken. Auf welcher Seite ist demnach die Urheberschaft der Sprengung des Vereins zu suchen? „Den Scheidebrief" sollen die Orthodoxen schon in der Tasche gehabt haben! Welche findiger Einfall zur Kennzeichnung der verhaßten „Orthodoxen!" Schreiber dieses kann auf das entschiedenste versichern, daß die Austrittserklärung nur die ureigenste Thal eines einzigen Herrn war, welche für die befürchtete und von den Gegnern in der That erfolgte Majorisirung der Orthodoxen entworfen wurde, wovon jedoch die ausgetretenen Lehrer vor der Versammlung nicht das Mindeste wußten, obschon sie später alle dieselbe Unterzeichneten. Im Gegentheil, es steht fest, daß ein älteres gegnerisches Vorstandsmitglied lange vorher einem Herrn gegenüber äußerte: „In dieser Versammlung muß es zu einer Spaltung kommen!" Man war also aus der anderen Seite nicht nur aus eine Trennung vorbereitet, sondern wollte dieselbe auch unbedingt herbeiführen. Und jetzt dreht man den Spieß um und insinuirt den „Orthodoxen" den Vorwurf des „Scheidebriefes!" Als weitere Ruhuresthat derMajoritäi wird in dem Elaborat des Herrn S. die Traktirung der orthod. Rabbiner mit den Liebesworten : „L ü g e" und „Q u a t s ch" gepriesen! Wir konnten uns bei diesen Ausführungen des Gefühls eines liefen Bedauerns nicht erwehren! Denn der Verein, dessen Wortführer sich i hres unpa r lame nta ris ch en, im höchsten Grade rüden Benehmens noch in der O e f s e n t l i ch k e i t b r ü st e n, i st u m solch „w a ck erer" Vertreter tief zu bedauern! Doch zrrr Ehre aller Collegen sei es gesagt: Auch der Mann, der sich mangels sachlicher Einwände solch gasienhafter Ausdrücke bediente, war wieder ein „Ni cht lehr er," derselbe, dessen Heldenthaten schon oben gebührend gewürdigt wurden. Kein Lehrer hätte sich zu solchen Auswüchsen parlamentarischen Anstandes versteigen können. „Em Nichtlehrer" war es, welcher seinen orthod. Collegen, die nicht als „Gäste," sondern gleich ihm als vollberechtigte Mitglieder anwesend waren, inmitten der Debatte über die religiöse Seite des „Verbandsanschluffes" laut und widerlich die Worte „Lüge" und „Quatsch" zugerufen hatte! Ein näherer Commentar dazu ist überflüssig. Wenn auch diese Ausdrücke wohl aus Rücksichtnahme auf den „Nichtlehrer" vom Vorsitzenden nicht gerügt wurden, so verdient jedoch die parlamentarische Gepflogenheit dieses Herrn niedriger gehängt zu werden! Wohl die interefianteste Stelle in dem „S."'schen Produkt ist der Gegensatz, in welchen dasselbe die orthodoxen Rabbiner Hessens zu Herrn Rabd. Dr. H o r o v i tz in Frankfurt a. M. stellt. Dann fährt Herr S. fort: „Der Partei-Orthodoxie ist Herr Dr. Horovitz noch nicht waschecht genug . . . . , bei ihr fängt der rechte Jude erst bei Dr. Breuer an." Durch diese Bemerkung nach ihrem Inhalt und ihrer Tendenz wurden wir unwillkürlich an eine Serie, in der letzten Zeit in der „Allgemeinen Jtzr. Wochenschrift" erschienenen Sensationsartikel erinnert, welchen sammtlich eine bestimmte Methode, Skandal zu machen, anhaftete. Herr „Nichtlehrer" S. in Frankfurt, oder sagen wir besser bei Frankfurt, scheint ja in äußerst naher Beziehung zu dem Verfasser der Sensationsartikel zu stehen. Heute schimpft man auf Hirsch und Breuer, morgen auf Adolf Brüll, dann auf Dr. Vogelstein, um endlich zum heimischen Kreis zurückkehrend, in den orthodoxen Lehrern das neueste willkommene Schimpfobjekt zu finden. Dabei hat

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