Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 74 (16.9.1897)
- Date
- 1897-09-16
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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JBei* Israelit. Ccntral-Orgall für das orthodoxe Judeutham. Alälter für dre israek. Schule. 1«. Sept. 1897.] »A MX. [91*. 1«. Zur Abwehr! §* » t *t te zwei Lager in der hessischen Lehrerschaft. Aus der Provinz Starkenburg, im Sept. I Mit obiger Aufschrift brachte die „Allgemeine Jsrl. Wochenschrift" No. 36 einen Artikel (qez. S., Frankfurt a. M) über dieSp.'lluna des „Jsrl. Lehrervereins" im Großherzogthum Hessen Ucber den Verlauf und die Erscheinungen auf der Generalversammlung, welche zu dieser Spaltung führten, ist in der Oeffentlickkeit allerdings wenig bekannt geworden, indem die Maiorität angesichts ihres Auftretens und der Behandlung der für Selbständigkeit eintretenoen Lehrer keine Luft verspürte, sich des zweifelhaften Sieges zu freuen, und auch die orthodoxen Lehrer, welche man zum Austritt veranlaßt hatte, durch Taktgefühl und kollegiale Rücksichtnahme geleitet, vornehm genug waren, über das intolerante Gebühren der Gegner zu schweigen. Da erscheint plötzlich der obige Artikel, wahrlich ein der Gesinnung nach getreuer Abklatsch der seinerzeitigen Generalversammlung, welcher uns veranlaßt, diese Zurückhaltung auszugeben und schonungslos jene Vorgänge zu enthüllen, welche der Oeffentlichkeit ein wahres Bild über die Scheidung geben sollen. Denn nicht Liebe zum Lehrerftano spricht aus diesem Artikel, sondern ohnmächtige Wuth, unbändiger Zorn gegen die Orthodoxen, derart, daß sie anscheinend das Gefühl des Verfassers für Vernunft und Wahrheit vollständig erstickt haben. Denn wie lächerlich nimmt sich nach den von Gift und Galle strotzenden Ausfällen auf die orthodoxen Rabbiner und Lehrer Hessens die fanstmüthig und begeistert am Schlüsse ausgestoßene Phrase von dem Segen des Zusammengehens beider Vereine, von dem hohen Werth des I „Getrennt marschieren und vereint schlagen" aus! Wie vereinbart sich die Logik der Thatsachen und der Charakter des Herrn S. mit solchen Ausführungen? Doch bevor wir zur Beleuchtung der Wahrheit der einzelnen Thalsachen kommen, heben wir ln sonders eine Bemerkung des Herrn S. über die „Partei Orthodoxie" hervor, welcher es gelungen sei, den R bbiner- Verband in perfider Weise zu düpieren". Dlise Anspielung verstehen wir und mit uns die Lehrer Hessens, welche die Geschichte des Verbandes nicht kennen, einfach nicht.*) Deshalb begründet uns d es lbe wi noch weitere Stellen des Artikels >n der ie'^en A»n >' m daß kein Lehrer der Peifnsser se n kan-, H rr S. aus Frankfurt a. M also nicht dem Lehr erstand angehört. Wie verhält es sich aber mit den B. hauptungen des Herrn S? „Die Devise der ausgetretenen Lehrer und ihre Unabhängigkeit sei die Abhängigkeit von den orthodoxen Rabbinern!" Für diese Beleidigung, welche dem 50 Mitglieder zählenden „Unabhängigen Jsrl. Lehrerverein" blinden Servilismus und sklavische Unterdrückung jeder selbstständigen Gesinnung gegenüber den orthodoxen Rabbinern vorwirft, wird Herr „Nichtlehrer" S. auf der nächsten Generalversammlung die gebührende Auskunft erhallen. Für heute fei nur festgestellt, daß die Hauplkämpfer gegen den Anschluß an den Lehrer- Verband Lehrer, keine Rabbiner, waren, wenn- *) Wir glauben zu wissen, worauf der Herr L. zielt, erkennen aber dadurch, daß von ihm die orthodoxen Rabbiner im Rabbinerverband mit demselben Hasse beehrt werden, wie die Herren im Lehrerverein. (Red.)