Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 72 (9.9.1897)
- Date
- 1897-09-09
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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1413 Menschen in Frieden leben kann, hingegen hat er die Symoathie seines Gottes, dessen Sache er unentwegt und ehrlich hier aus Erden bestellte, das nennt der Prophet: Pineas. hat für die Gottcssache geeifert. Deshalb war sein hp^ nach „oben" vollkommen: aber der D'öW nach „unten", z u m Volke, war gestört, wie naturgemäß. »njn Njrep i"n w mon mD irm. Jeder ehrliche Mann findet Trost im salomonischen Spruche: (L>pr. 2$, 23.) p^niDD NSD’ ]n nnN DIN N'2iQ \'VP. Raschi: PL77 -7'>k1!2!2 IktN VJ’JO Nyo’ \T\ JOT TIN?,, Einstweilen ist meine aus S- 44 u. 89 noch nicht entschieden. Wer sie recht aediegcn zu lösen weiß, der thue es, und er wird dadurch sehr erfreuen den Sohn des hochseligen Verfassers: . O st r o w o, n' ~>y 5657. Rabbiner Dr. E. Pleßncr. Zeitungsnachrichten und Correspondenze«. Deutschland. ** Berlin. Als erfreuliches Zeichen der begonnenen Fürsorge für den jüdischen Religionsunterricht seitens der königlichen Unterrichtsverwaltung sei gemeldet, daß von dem Vrandenburgischen Provinzial- Schulkollegium der Rabbiner Dr. Krön er als Lehrer in der jüdischen Religion am Charlottenburger Refonngymnasimn bestätigt, dabei auch die Erhöhung der einstweilen festgesetzt gewesenen Remuneration für die Eetheilung des jüdischen Religionsunterrichts an der bezeichnelen Anstalt veranlaßt worden ist. ** Königsberg i. Pr , 22. August. Vom Reichstagsabgcordncten Rektor a. D. Ahlwardt, der bekanntlich seit Kurzem einen Cigarrenhande! betreibt, ist jetzt eine Broschüre erschienen, welche den Titel trägt: „Ein offenes Wort an meine Freunde und Gesinnungsgenossen im deutschen Reiche." In dieser Broschüre, die in den beiden Ahlwardt'schen Detailgeschäften in der Friedrichs- und Oranienstraße umsonst vertheilt wird, unternimmt es der frühere Rektor, in ausführlicher Weise die Gründe darzulegen, die ihn zur Etablirung eines Cigarrengeschäfts genöthigt haben. Vor allem weist er darauf hin, daß er seinen 20 r/z-jährigen minorennen Sohn nur deshalb an seiner Stelle habe in das Handelsregister eintragen taffen, weit er selbst nicht im Stande sei, eine aus seinen großen Prozessen herrührende Gerichtskostenschuld im Betrage von über 20 000 Mark zu decken. Rumänien. Bukarest, 1. September. Die geehrten Leser konnten aus vorangegangenen Berichten die von der rumänischen Regierung bereiteten unerhörten Chicanen entnehmen, auch den förmlich organisierten Raubzug gegen die Israeliten bezüglich des ihre Kinder betreffenden Volksunterrichtes, indem sie den erdrückendsten Steuern mit Willkür unterworfen sind und auch den unerschwinglichen Taxen für die Certificate, welche nach dem Gesetze den Schülern aller Schulen unumgänglich notwendig sind und die allen rumänischen christlichen Schülern unentgeltlich verabfolgt werden. Mehr den 50 000 jüdische Kinder sind in den letzten Jahren ohne die durch das Gesetz zur öffentlichen Darthuung ihrer Kenntniffe in den Volksschulgegenständen geforderten ministeriellen Certificate geblieben, weil es an den Mitteln gefehlt hat, die genannten Taxen zu erlegen. Das Unglück ist deshalb groß, weil alle jene Kinder trotz des vorzüglichen Unterrichtes, den sie in den unter Opfern von Millionen unserseits ins Leben gerufenen jüdischen Schulen genoffen haben, damit sie, denen die Regierung die Pforten der Staatsschulen verschlossen hatte, nicht unwissend bleiben, weder höhere Lehranstalten besuchen, noch ein Handwerk lernen, ja nicht einmal als Handlungsgehilfen oder Magazineure angestellt werden können. Durch diese Gewaltthat würden sie allenfalls in ihrem Heimatlande ordinäre Hausknechte oder Landstreicher werden, und das könnte für die gesammte Judenheit in Rumänien traurige Folgen haben. Der Tag, an dem die rumänische Judensrage entschieden und durch einen Congreß der europäischen Großmächte als Unterzeichner des internationalen Vertrages in Berlin vom Jahre 1878 geregelt werden wird, wird hoffentlich nicht ausbleiben. Es ist begreiflich, daß unter solchen Umständen unsere landsmännischen Glaubensgenoffen nicht unempfindlich bleiben können, um so weniger bei der Wahrnehmung, daß die Negierung zu jener Sache einen höllischen, vorherbedachten und wohlberechneten Plan entworfen hat, demzufolge sie jene unmenschlichen Maßnahmen gegen unsere Kinder ergreift und es darauf abzielt, sie in das Reich der Heloten zu drängen, zu welchem Zwecke sie gegen 300 jüdische Schulen aus angeblich hygienischen Gründen schließen ließ, um der Diplomatie cinreden zu können, daß die Juden unkultiviert und unbrauchbar sind. Allein die Juden Rumäniens sind entschlossen, in auffallender Weise, jedoch in den Grenzen des Gesetzes zu agitieren und in Wort und Schrift angesichts der rumänischen Nation, welche das schmachvolle Vorgehen der Regierung inbezug auf die Israeliten entschieden mißbilligt, nachdrücklichst zu protestieren. Aber bevor unsere Glaubensgenossen an's Werk schritten, erachteten sie es als Pflicht, zum Könige Notabeln zu entsenden, die ihm Beschwerde führen sollten über die Verfolgungen, welche die Minister den Kindern der jüdischen Soldaten auferlegen, die auf dem Felde der Ehre in Bulgarien im Jahre 1677 und 1878 ihr Blut vergossen haben, um der Erreichung der Unabhängigkeit Rumäniens und der Gründung des Königreichs willen und um auf das