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Der Israelit · 1897-09-02 · Heft 70 (2.9.1897) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 70 (2.9.1897)
Date
1897-09-02
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1361 Dritter SitzungStag, Vormittags 9 Uhr. Herr Steiner als Obmann der Kommissisn, die am Montag zur Ausarbeitung eines Organisations- und Fiiian« zierungsentwurfes eingesetzt wurde, verlas unter empfehlenden einleitenden Worten folgenden Entwurf: 1. Das Organ der Zionisten ist der Kongreß. 2. Al. 1) Jeder Zionist, der berechtigt sein will, Delegierte zum Kongreß mitzuwählen, zahlt jährlich freiwillig für zionistische Zwecke mindestens einen Schekel im Betrage von 1 Fr. oder 2 Schilling, '/a Dollar, l/a Gulden, 20 Kopeken, 1 Mark. Al. 2) Je 100 Kontribuenten wählen einen Delegierten: jeder Delegierte kann für mehrere Gruppen die Vertretung annehmen, jedoch nicht mehr als zehn Stimmen abgeben. 3. Der Kongreß wählt durch Abgabe von Stimmzetteln ein zionistisches Aktionskomitee zur Ausführung der Beschlüsse, Führung der Angelegenheiten und Bestimmung des nächsten Kongreßortes. 4. Das Aktionskomitee hat seinen Sitz in Wien und besteht aus 15 Mitgliedern, wovon 5 ihr ständiges Domizil in Wien haben müssen, während sich die übrigen auf die landsmannschaftlichen zionistischen Gruppen auf folgende Weise vertheilen: Oesterreich, Galizien und Bukowina 2, Deutschland 1, Rußland 3, Rumänien 1, England, Frankreich. Nordamerika je 1 Vertreter, Serbien und Bulgarien 1. Die außerhalb Wiens befindlichen Mitglieder des Aktionskomitees werden vom Kongreß, aber nach Nomination der landsmannschaftlicheu, zioninischen Gruppen gewählt. Die fünf ständigen Mitglieder in Wien werden vom Kongreß in seiner Gesammtheit nominiert und gewählt. 5. Jedes, nicht in Wien domizilierendes Mitglied hat das Recht, nach vorherigem Einvernehmen mit dem Komitee einen zionistischen Vertrauensmann in das Aktionskomitee zu delegieren. 6. Die Mitglieder des Aktionskomitees repräsentieren ihrem Landeskomitee gegenüber die Exekutive des Aktionskomitees. 7. Das Aktionskomitee bestellt einen Generalsekretär mit Wohnsitz in Wien. 8) Das Aktionskomitee setzt nach Bedarf Kommissionen ein. 0) Die Organisation nnd Agitation der Zionisten in einzelnen Ländern richtet sich nach den Bedürfnissen und Gesetzen des betreffenden Landes und es ist deren Form dem Aktionskomitee anzuzeigen. Dies der Organisationsentwurf. Es entspann sich nun eine längere Diskussion darüber, ob derselbe als Ganzes genehmigt werden könne. Besonders wurde beanstandet, daß nichts von einem Nationalfond darin stände. Als aber Herr Dr. B o d e n h e i m e v nachdrücklich erklärte, daß ja der ganze Entwurf kein endgültiger, sondern nur ein provisorischer sei und vom nächsten Kongresse nach Belieben und Bedürfnis abgcändert «erden könne und Herr Dr. H e r z l nochmals den provisorischen Charakter des Entwurfes betonte und daran mahnte, daß man vorläufig zu einem Resultate gelangen müßte, wurde die Generaldebatte über den Entwurf geschlossen, allerdings erst nach Zugeständnis einer besonder« Diskussion über den Nationalsond. —«Fortsetzung folgt in der dritten Brilagc.) Zeitungsnachrichten unv Correfporrdenzen. Deutschland. Altona. Es ist schon einige Zeit vergangen, daß Sie von mir den letzten Bericht über die Allgemeine Gartenbau-Ausstellung erhielten. Das Bild l derselben verändert sich bekanntlich mit jedem Monat. Wer dieselbe im Mai gesehen nnd jetzt, nicht fern vom Schluß derselben; würde, — wenn ich mich so ausdrücken darf, — diese Neubildung nicht begreifen. Das eben ist der Unterschied zwischen einer Jndustrie- und einer Gartenbau-Ausstellung, das Aussehen der ersteren scheint dem Auge mannigfaltiger, aber es bleibt immer dasselbe, gewissermaßen stets ein lodles Bild, aber hier ist fortwährend Veränderung, das Blühen und die Entwicklung der Pflanzen in jedem Monat läßt stets eine neue Flora erscheinen. Wir haben jetzt die große Herbst-Sonder-AuSftellung. Der Palmenwald in der großen Festhalle, denn die endlosen Binde-Arrangements in den mannigfaltigsten, phantasievollen Zusammenstellungen, die verschiedenen Obst- und Gemüsearten der ganzen Erde, das muß man gesehen haben. Selbst Nicht- Fuchmänner zollen ihr die größte Bewunderung. Was nun die für Ihr Organ hauptsächlich zu erwähnende Palästina-Ausstellung betrifft so hat sich auch hier das Aussehen verändert. Ich muß nun hier speziell erwähnen, daß mir von einem Comit4- Mitglied derselben mitgetheilt wurde, weßhalb man hier in Hamburg mit dieser nicht die rein geschäftlichen Zwecke verfolgen und wenn Schreiber dieses dem auch nicht ganz beipflichten kann, so ist es doch die Pflicht des Berichterstatters die Aussagen unparteiisch, wahrheitsgetreu mitzutheilen. Die Idee des Comiltzs war eine rein ethische» ideale. Man wollte den Beweis liefern, daß es irrig und unwahr, wenn auch von mancher nicht judenfeindlicher Seite behauptet wurde, die Juden hätten nur Sinn für Gewerbe, speziell für den Handel, aber für die Landwirthschaft und Ackerbau besäßen sie (eine Fähigkeiten. — Hier am Platze, wie in der Berliner Ausstellung voriges Jahr, einen allgemeinen Ausschank zu errichten, wäre dem Comitö sehr leicht gewesen, nnd vielleicht geschäftlich vortheilhafter, das Haupt-Comitö der Gartenbau-Ausstellung wäre hier gewiß auf das Bereitwilligste entgegengekommen, aber Jedermann hier weiß, welch' nicht wegzuleugnenden Schaden manche der hier wohnhaften Wirthe in diesem Jahr durch die Ausstellung erleiden, dazu wollte inan von jüdischer Seite keinen weiteren Anlaß geben. DaS Geschrei wäre in diesem Fall allgemein gewesen — nur die Juden verderben uns das Geschäft durch ihre Concurrenz. Ob die Maßnahme eine richtige, überlasse ich dem Leser. Im Uebrigen übt die Ausstellung der Erzeugniffe jüdischer Colonien in Palästina nach wie vor eine große Anziehungskraft auf das Publikum aus. In den letzten Tagen ist wiederum eine große Anzahl neuer Produkte und Früchte aus den Colonien nach hier gelangt. Unter diesen seien besonders hergehoben eine sehr schöne Collection von Kaktusblättern mit Früchten daran. Diese Frucht, welche große

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