Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1897-09-02 · Heft 70 (2.9.1897) · page 6

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 70 (2.9.1897)
Date
1897-09-02
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
85% known words query
IRI
…/2446951-2448705-2448772--44520-2493620
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

1356 bralmeter Inhalt für 34 Personen; irn 1. Obergeschoß 9 Zimmer und ein Tagesraum. Der mittlere An'iere-eorps ist 2stöckig, die 2 Flügelbauten 3stöckig; aus jedem Stockwerk sind Closets vorgesehen mit Wasserspülung, auf den Eorridoren Zapfstellen für^ Wasser; Anrichte und Speisezimmer verbindet ein Speiseauszug. Die Gebälke zweier Stockwerke sind massiv in Eisen konstruirt, der obere Stock mit Holzgebälk. Es sind 12 Einzelzinuurr mit je einem Bett vorgesehen, die übrigen Zimmer haben 2 bis 3 Betten. Die Gefammtaulage ist so projektiert, daß bei einer künftigen Vergrößerung der eine, östliche Flügelbau die Mittelparthie bildet und dessen Mitte die Mittelare des Gesammtbanes abgiebt. Danach sind die Haupttreppe, die Aborte :c. angelegt und für die Vergrößerung des Speisesaales für 60 Personen jetzt schon die Substruetionen ansgesührt. Künftig würde der Eingang in die Milte der Sndsront kommen. Doch das ist ein Ausblick aus die Zukunft, der bei Anlage eines derartigen Asyls inlmerhin berechtigt ist. Die Bedachung wird mit Falzziegeln von Altkirch hergestellt; der mittlere Gebändetheil erhält außerdem ein flaches Holzeementdach. Die Fayaden werden geputzt mit sichtbaren Stcingewänden, Sockel- und Gesimsgurteu ausgeführt. Die Haupttreppe bis zum l. Obergeschoß wird in Stein gefertigt; ebenso die 4 kleinen Freitreppen; die Fußböden in Holz in Langriemen; das Speisezimmer in Eichenbolz; eine Anzahl der Räume soll Linoleum-Belag auf Gipsestrich erhalten, die Eorridore Steinböden mit Mettlacher Platten. Die Steinhaner-Arbeit liefert A. Burrer tu Maulbronn in schönem rothem Stein: die Maurer-, Zimnler- und Flaschner-Arbeit ist an Gailinger Un ternehmer, A. Schreiber, I. Zahn und I. F. Rützler, vergeben; die massiven Decken und Bodenbeläge an eine Karlsruher Firma (Meeß u. Rees). Nachdem vom Herbst 1896 an 3 verschiedene Projekte von mir ausgearbeitet und denl Landes-Eomitee vorgelegt wurden, ist Anfangs Februar der Altstrag ertheilt worden zur Ausführtlng des letzt vorgelegren Planes. Dem Großh. Bezirksamt zu Konstanz tvurdcn die Eingabsrisse am 99./93. Februar ds. Js. eingereicht zur Ertheilung der Bau-Genehmigung, welche auch that sächlich am 8. Juli er. erfolgte. Der Ban begann am 5. Mai und wird bis Ende Augttst unter Dach kommen." Am 11. Juni 1805 wurde das erste für das Friedrichsheim Gespendete im Betrage von 97 Mark bei der Sparkasse Freiburg angelegt. Am 3t. Dezember 1896 betrug das Vermögen unter Eittrechnuug der Moos'schen Stifturlg 66,437,84 Mark, am 1. Juli 1897 war es auf 77,573.65 Mark gestiegen, am 31. Dezenlber d. I. wird es nach Eingang der gezeichneten Jahresbeiträge sich aus 89,500 Mark beziffern. Hochherzige Stiftungen, Legate, spenden — eine reiche, rege Betheiligung aus allen Gegenden Badens sowie vieler im Auslande lebender Badenser baden dieses erfreuliche Ergebniß ermöglicht. Großes ist geleistet — noch Größeres ist zu vollbringen. Die Einrichtung und Ausstattung aller Räume soll wohl eiilsach aber zweckentsprechend und allen hygienischen Anforderungen gemäß angeschafft werden: Hierbei darf Mangel an Mitteln nicht zu zu Einschränkungen zwingen. Die Verpflegung der Äufgenommenen soll derart sein, daß nicht das Rothdürftige nur geboten wird, sondern so viel und so gut, daß die Bewohner des Hauses sich in ihru wohl befinden. Da darf Schmalhans nicht Küchenmeister sein! Als Endziel winkt, mit der Zeit das Friedrichshcim sicher aus die Rente eigenen Vermögens, statt aus die immerhin schwankenden Jahresbeiträge und Spenden zu basieren. Dem Danke für die große Opferwilligkeit verbinden wir daher die Bitte: Ermüdet nicht, öffnet Eure milde Hand — rufet Diejenigen, welche sich bisher fern gehalten haben, jur Theilnahme auf — bedenket dieses Haus, sobald Gott Euch bedacht hat — und ermöglicht es, daß sicher ruhen, denen keine Ruhestätte geboten war — mild und sorgsam gepflegt werden, die der Pflege und Sorgfalt bisher haben enibehrett müssen. — Helfet, daß diese Ruhestüste eine ehrenvolle werde! Freiburg, Juli 189?. Der Gesummt Vorstand: Rabbiner Dr. Lewin, Vorsitzender, Freiburg, B. Dukas, Schriftführer, Freiburg, Heiur. S. Epstein, Kassier, Eichstetteu, Simon Veusheim—Mannheim, Jsaac Bericheimer—Gailingen, Julius Ettlinger— Mannheim, Anwalt Dr. Friedberg—Karlsruhe, B. Harburger -Gailingen. Bencd. Herzberger—Breiten, Fritz Hombnrger—Karlsruhe, Jsaac Lang—Altdors, Rabbiner Dr. Löweusteiu—Mosbach, Louis Marr— Bruchsal, Rabbiner Dr. Mayer—Bühl, Wilhelm Moos—Gailiugen, Siegmund Retter—Heidelberg, Dr. Rothschild—.Randegg, Anwalt Dr. Staadecker— Mannheim , Emauucl St rauß - M erchingen. Moritz Strauß Tallberbischofsheim. vermischtes. Marvnrg, 30. Ang. Voraussichtlicb wird die hier neu erbaute Snnagoge nm 13. 0cpt. e. ciugeweibt. Dieselbe ist im romanischen Stil erbaut cmd bat zioei Schnlzimmer, 'ttzohnung und Fraucnbad. St. Pölten Herr Dr. Adolf Schächter, Rabbiner in Horn, wurde einstiininig ziiin Bezirks-Rabbiner der hiesigen Onllusgemeiiide gewählt.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.