Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 70 (2.9.1897)
- Date
- 1897-09-02
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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1 ■!r»~??r’'7?f«''••'-wät-’*-" 'v*rv*V!^.’*' "*?~-Vr ' '^s •-•»;*-'--*-r- 1354 KrattkfttVt » M 30. August. Die Freie Vereinigung für die Jnterressen des orthodoxen Judenthums versandte heute wiederum „Mittheilungen" an die Vereinsmitglieder. Dieselben haben folgenden Inhalt: 1. Die Organisation der freien Vereinigung. 2. Uebersicht der Bestimmungen über die Dispensation jüdischer Schüler an Sabbaten und Festtagen in verschiedenen Staaten: II. Baden. Schweiz. 3. Aus Mitgliederkreisen. — Vereinsnachrichten. Mit Rücksicht auf den in einigen Tagen stattftndenden Vereinstag (6. Septbr.) über den wir s. G. w. ausführlich berichten werden, können wir es uns erlassen, auf die einzelnen Positionen der Mittheilungen heute näher einzugehen, da dieselben daselbst ja ausführlich zur Sprache kommen werden. Wir geben hier nur der zuversichtlichen Hoffnung Ausdruck, daß der Vereinstag recht zahlreich besucht werden möge. Aus Baden. Seitoem der Großh. Oberrat der Israeliten in Baden der Schule und dem Lehrer erhöhte Fürsorge zugewandt und die erstmals vor zwei Jahren einberufene Synode „ein allseitig warmes Interesse für den wichtigen Beruf der Religionslehrer und für eine würdige Stellung derselben" an ven Tag gelegt hat, weht ein frischer Zug durch die Reihen der iSrael. Lehrer Badens. Die Hoffnung auf eine günstigere Lebens- und Berufsftellung, als ihnen bis jetzt fast allerwärts beschieden ist, bat ihre Berufsfreude erhöht. Das Bedürfniß, sich enger an einander zu schließen, machte sich geltend, nicht nur um der Behörde die gemeinsamen Wünsche des Standes nach materieller Besserstellung in geeigneter Weife zu unterbreiten, sondern auch um als Ganzes Die idealen Bestrebungen des Einzelnen wirksamer zum Ausdruck bringen zu können. Einen Verein zu gründen, der sich die geistige und materielle Hebung des isr. Religonslehrerstandes unddiePflege des Religionsschulwesens zur Aufgabe machen, und der alle Religionslehrer Badens — nicht ausschließlich die au Religionsschulen angestellten, sondern alle an Schulen irgend welcher Art isr. Religionsunterricht ertheilenden Lehrer — umfassen sollte, war der oft ausgesprochene Wunsch vieler Kollegen aus allen Bezirken des Landes. Den ersten Schritt zur Erfüllung dieses Wunsches that die Religionslehrer - Konferenz der Bezirke Mosbach-Merchingen-Wertheim. Dieselbe betraute sechs ihrer Mitglieder damit, die Meinung sämmtlicher isr. Lehrer Badens über die Gründung eines Landesvereins einzuholen. Nachdem der weitaus größte Theil der Lehrer auf diese Anfrage seine freudige Zustimmung zur Konstituirung des Vereins ausgesprochen hatte, wurden^ sämmtliche isr. Lehrer des Landes auf Sonntag denIl S. August zu einer Hauptversammlung nach Karlsruhe cingcladen. Die Tagesordnung war folgende: l. Wahl eines Präsidiums für die Hauptversammlung. 2. Konstituirung des Landesvereins' Feststellung, resp. Berathung eines Statutencntwurfs. 3. Wahl des Vereinsvorstandes. 4. Bestimmung der Zeit und des Ortes für die nächste Versammlung. 5. Festsetzung der Tagesordnung für dieselbe. Um 1 Uhr Nachmittags wurde die Versammlung eröffnet. Die aufgelegte Präsenzliste ergab die Anwesenheit von 48 Lehrern; 11 hatten ihr Nichterscheinen entschuldigt. Vor Eintritt in die Tagesordnung begrüßte Driesen Tauberbiscbofsheim d e Erschienenen und hob dankend hervor, wie der Großh. Oberrath den Bestrebungen der israel. Religionslehrer freundlich gegenüberstehe und wie die väterliche Fürsorge unseres allverehrten Landeshcrrn für alle seine Unterthanen auch auf die isr. Religionslehrer sich erstrecke. Als äußeres Zeichen der Verehrung und Dankbarkeit brachte die Versammlung unserem Landesfürften ein begeistertes Hoch aus. Bei der Büreauwahl wurden Driesen—Tauber bischofsheim zum Vorsitzenden, Eichstetter Eppingen zum Beisitzenden und Stahl—Ettlingen zum Protokollführer gewählt. Zu Punkt 2 der Tagesordnung beleuchtete der Vorsitzende nochmals den Zweck des ju gründenden Vereins und die zur Erreichung dieses Zweckes einzuschlagenden Wege. Dabei betonte er ausdrücklich, daß der Verein zu den beiden in Baden bcftefyenben Unterstützungsvereinen (Naphtali Epstein-Verein und isr. Pensionssondj in keinerlei Konkurrenz zu treten beabsichtige, daß er itu Gegentheile die Bestrebungen jener Vereine fordern wolle, indem er seinen Mitgliedern es ans Herz legen werde, schon in ihrem eigenen Interesse wenigstens in einen der genannten Unterstntzungsvereine einzutreten, sofern das nicht schon der Fall, oder wegen ihres Alters noch zulässig ist. Bei der hieraus vorgenommenen Abstimmung wurde die Konstituierung des Landesvereins von 44 der Anwesenden ausgesprochen und der vorgelegte Statulenentwurf mit einigen Abänderungen angenommen. Der ins Leben gerufene Verein führt den Namen „Landesverein für isr. Religionslehrer in Baden." Der jährliche Beitrag eines Mitgliedes wurde auf M. l.— festgesetzt. Punkt 3 der Tagesordnung fand seine Erledigung darin, daß Driesen—Tauberbischofsheim als Vorstand, M a y e r f o h n—Rastatt und Eichstetter —Eppingen als Beisitzende, Mülle r—Müllheim als Schriftführer, R o s e n b e r g e r—Sinsheim als Kas-