Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 68 (26.8.1897)
- Date
- 1897-08-26
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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1816 WWWWMW^Wff?»>»>MWWMW»WW, von auswärts zugekommen. Nur unser erhabener Landesherr Sultan Abdul Hamid rvr hat uns eine Spende von tiOOO Mark zukommen lassen. Die jüd. Gemeinde in Salonichi hat uns wieder Lebensmittel und Kleidungsstücke gesendet. Hoffen wir, daß sich auch unsere Glaubensbrüder im Abendlande unserer baldigst erinnern werden. Amerika.? New-Uork. Eine bedauerliche Veränderung ist in der Ueberwachung der Einwanderung eingetreten. An Stelle des bisherigen Einwanderungsinspectors Senner ist Mr. Ference v. P o w d e r l y, der frühere Chef des Ordens der Ritter der Arbeit, ernannt worden Derselbe vertritt den Standpunkt der einheimischen Arbeiter, der alle fremde Einwanderung als Konkurrenz fernhallen will. Auch Präsident Mac K i n l e v hat erklärt, daß er die Einwanderungsbill, welche fein Vorgänger C l e v e l a n d abgelehnt hatte, seinerzeit acceptiren würde. Diese Bill schränkte bekanntlich die Einwanderung auf's wesentlichste ein, und ihre Ablehnung durch Cleveland war ein besonderes Glück für die russischen und polnischen Juden.? New-Jersey. Gute Nachrichten kommen aus der Kolonie Woodleyne. In diesem Jahr sind 500 neue Kolonisten zugekommen, so daß jetzt im ganzen 1200 im Dorfe sind. Die Ernte verspricht ausgezeichnet zu werden und da die Entfernung nach New- Dork nicht groß ist, so können die Kolonisten gute Preise erzielen. Sehr guten Erfolg hat man mit der Weinkultur erreicht und die Produktion des vorigen Jahres zu hohen Preisen verkauft. Fünfundzwanzig neue Häuser sind bereits fertig und einige weitere sind im Bau für neue Ankömmlinge. In der Ackerbauschule in der Kolonie befinden sich gegenwärtig 25 junge Leute und einige junge Mädchen. Bekanntlich hängt das Gedeihen dieser Kolonie sehr wesentlich von den industriellen Unternehmungen ab, in denen die Kolonisten beschäftigt werden. Glücklicherweise gehen dieselben alle sehr gut, insbesondere ist die Ziegelfabrik und die Fabrik für Herrenkonfektion außerordentlich gut beschäftigt. Die Kolonie bildet eine seltene Ausnahme unter den Versuchen, die Juden in Amerika dem Ackerbau zuzuführen. Afrika. § Kairo. Die englische Armee hat nun unter dem Oberbefehl des Generals Kitchener die Stadt Merävi am rechten Nilufer verlaffen, um das Reich des Mahdi zu zertrümmern und den Sudan (ver Name stammt aus dem Arabischen „asward sschwarz^" her, während die alten Israeliten das ganze N'lthal von der egyptifchen Grenzstadt Affuan nro bis an die äußersten Südgrenzen Abyssiniens hinaus nur einfach Kusch ttns nannten) für den Khedioe zurückzuerobern. Merkwürdigerweise haben unsere Voreltern den Sudan stets sorgfältig gemieden. Sie siedelten sich in Egypten an, aber über dieses Land hinaus wollten sie nicht gehen. Die Menschen dort waren ihnen zu wild, zur Niederlassung unter ihnen. Nur in den beiden Städten Alt-Dongola und Chartum lebten vor dem Auftreten des Mahdi einzelne Juden, die den Kleiderhandel betrieben. Vor den fanatischen Mahdisien siohen aber diese Juden und kehrten wieder nach Egypten zurück. Südlich von Chartuin lebt noch heute ein Nomadenstamm, der sich Lubi nennt, woraus das griechische Wort Lybien entstand, während die alten Israeliten den wirklichen Namen v-2^ unverändert beibehielten. Und so wie das Binnenland selbst, so mieden unsere Vorfahren und zugleich auch die mit ihnen verbündeten Phönicier das Küstengebiet des Sudan und auf ihren Fahrten nach Indien, legten sie nie in einem sudanesischen Hafen an. Im ganzen Sudan findet man daher nicht eine Spur von einer Anwesenheit der Phönicier dort vor. Vermischtes. Frankfurt a. M. (Verein zur Erziehung jüdischer Waisen in Palästina.) Dieser Verein, der seinen Sitz Hierselbst hat, nahm im vorigen Jahr 25 Zöglinge in seiner Anstalt in Jerusalem auf. Die mit der Anstalt verbundene Schule hatte bei Beginn des Schuljahres 108 Schüler, die fast sämmtlich Lehr« und Lernmittel, sowie den Unterricht unentgeltlich erhalten; 40 bekamen auch Kost im Waisenhanse und eine weitere Anzahl Kleidung. Die Ausgaben für die Waisenanstalt erforderten Mk. 15,915, die Schule kostete Mk 9813. An Jahresbeiträgen wurden Mk. 3953, an Geschenken Mk. 9012, an Zinsen Mk. 4271, an Zuschüssen von Vereinen und an Geschenken für die Schule Mk. 6822 eingenommen. Ferner erhielt der Verein Mk. 1600 Legate, Mk. 600 für den eisernen Fonds. Das angreifbare Kapital hat sich demnach im Jahr 1896 um Mk. 2400 ver mindert, nachdem ihm in den früheren fünf Jahren bereits Mk 16,000 zur Deckung der Ausgaben entnommen werden mußten. Es beträgt nur noch Mk 40,000. Fürth. Die Nüchternheit der Juden war bisher von allen Antisemiten anerkannt worden, wenn auch gewiß Deutschnationale darin keinen Vorzug sahen. Jetzt findet sich ein antisemitisches Blättchen, das an die jüdische Nüchternheit nicht glauben kann Der „Freie Beobachter" (16. August) ist der Meinung, die Juden thun in der Oeffentlichken nur so, indeß sie zu Hause hinter verschlossenen Thüren gehörig schlampampen! Die Juden sind halt „heimliche" Trinker! Der Mann muß es wissen. Wien- Vor einigen Tagen hat der Kaiser die Besichtigung der innundirten Theile WienS vorgenommen. Er inspizirte das Sperrschisf in Nußdorf und wurde dort von Staatswürdenträgern empfangen. Dir Führung hatte Herr Oberbaurath Taufstg übernommen, der dem Kaiser die nöthigen Erklärungen gab. Der Kaiser belobte den Baurath in ganz besonderer Weise mit den Worten: „Ich spreche Ihnen meine volle Anerkennung aus für das, was hier geleistet worden ist. Ich bin vollkommen zufrieden." Oberbaurath Taussig ist der Leiter und Chef der Arbeiten bei der Donau-Regukirung, eine der größten Autoritäten auf dem Gebiete der Wasserbautechnik — und ein guter Jubel