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Der Israelit · 1897-08-26 · Heft 68 (26.8.1897) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 68 (26.8.1897)
Date
1897-08-26
Page
– (sequence 5)
Language
German
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. «pf*. ■ ■ .jify1' .»g>,«.y*'^|f^ji|?vy^-* 1315 Hause aus, und mit einem fröhlichen „Guten Nacht" entfernt sich die Schaar." Lehrer Höxter. ** Ems, 20. August. (J s r. Mädchen hei m.) Entgegen der verfrühten Meldung eines anderen Blattes können wir mirtheilen, daß erst jetzt das Lokal-Komitee des „Deutsch-Israelitischen Mädchenheim" Hierselbst, bestehend aus den Herren: Dr. Aronsohn, Dr. Weingarten und Louis Rosenheim, das frühere Direktoratgebäude in der Nömerstraße nebst daranliegendeit Färten, seither im Besitz des Emser Blei- und Silbcrbergwerks, von diesem zum Preise von 70 000 Mark käuflich erworben hat. Wir heben hervor, daß die Kaufsumme nur durch Spenden aufgebracht ist. — Frau Baronin v. Hirsch-Gereuth in Paris sandte an den Kassirer des Lokalkomitees, Herrn Louis Rosenheim, einen Chee von 40 000 Mark. ** Myslowitz, 20. August. (Aus der Gemeinde.) Der „Oberschles. Anz." schreibt: Da, wie berichtet, die Rabbiner der benachbarten Städte von Myslowitz es abgelehnt haben, bei der Einweihung der neuen Synagoge den Weiheakt zu vollziehen, wenn ein gemischter Chor bei derselben mitwirkt, hat sich der Kaufmann S. Nothmann, welcher an der Spitze der strenggläubigen Gemeindemilglieder steht, zur Ausgabe gestellt, eine Aenderung des gefaßten Beschlusses herbeizuführen und sich zu einer Gegenleistung dem Vorstande gegenüber verpflichtet, welche darin besteht, daß er bezüglich der einer Anzahl von Gemeindemitgliedern in der alten Synagoge gehörigen Sitzplätze, für welche der Gemeindevorstand an die Eigenthümer eine Abfindungssumme zu zahlen hat, eine gütliche Einigung herbeiführen will. Der Vorstand und das Nepräsentanten-Kollegium hält jedoch an seinem gefaßten Beschlüsse fest, und ist als Dag der Einweihung der 6. September bestimmt worden. Die Gesänge des gemischten Chors wird Lehrer Rimietz leiten, da Kantor Spandau sich aktiv an dem Gesänge betheiligt. Rabbiner Dr. Baeck aus Oppeln soll den Weiheakt vollziehen. ** Würzvurg. In öffentlicher Magistrats- Sitzung wurde konftatirt, daß die neuerlich angezeigte Gründung eines israelitischen Radfahrer - Vereins, lediglich auf einen antisemitischem Ulk beruhe. O e st e r r. - U n g a r. Monarchie. ** Jnrrsvrutk, 20. August. (Wozu Raifeisen-K assen zuweilen verwendetwcrd en.) Aus Pfunds schreibt man dem Tiroler Tagblatt" : In einem Artikel der „Neuen Tiroler Stimmen" wurde gemeldet, daß Herr Cooperator Joseph Larcher nach lnehrjährigem Wirken und nach Gründung einer segensreichen Rrifeisen-Kaffe von hier nach Neustift versetzt wurde. Alle Bürger seien tief betrübt über diesen unersetzlichen Verlust, und der Herr Cooperator sei von der dankbaren Gemeinde auch zum Ehrenbürger ernannt worden. Dem gegenüber und um der Wahrheit die Ehre zu geben, sei Folgendes constatirt: Der genannte Herr verließ allerdings Pfunds nach mehrjährigem „Wirken", aber erst nachdem der Gemeinde-Ausschuß beim sürstbischöflichen Ordinariate in Brixen Klage gegen ihn wegen verschiedener agitatorischer Umtriebe geführt, als einziges Mittel, um in unserer Gemeinde den Frieden herzuzustelftn, die Versetzung dieses Herrn bezeichnet hatte und darum bittlich geworden war. Welche Rolle hier die Raiffeisen-Kaffe, die der Herr Cooperator leitete, spielt und zu welchen Zwecken sie verwendet wird, geht daraus hervor, daß ein Bauer, der um ein Darlehen gegen gutes, schuldenfreies Pfand ansuchte, mit der Begründung abgewiesen wurde: „Er bekomme kein Geld, weil er bei den Wahlen nicht mit der Partei des Herrn Cooporators stimmte." Mit dem angeblichen Bedauern der Bürger ist es nicht weit her. Es bedauern den Abgang etwa ein paar Männer. die er als gefügige Werkzeuge ans Ruder bringen wollte und die ihn auch bei der Abreise noch einige Stunden weit begleiteten. Die Gesellschaft kam in beweintem Zustande und ein Theil derselben in desecter Kleidung und nachlässiger, ärgernißerregender Adjustirung zurück und insultirte am Nachhausewege ihnen begegnende Bürger. § Saaz, 19. August. Heule ist in Bergreichenstein, wohin er sich zum Besuche seiner an den dortigen Advocaten Dr. Fränkel verheiratheten Tochter begeben hatte, der hiesige Avvocat D r. David Löwi, in noch kräftigem Mannesalter gestorben. Derselbe hatte sich um die hiesige CultuSgemeinde und ihre religiösen Institutionen sehr verdient gemacht. Geboren 1838 in Weitentrebetitsch absolvirte er seine juridischen Studien an der Prager Universität, die ihm 1864 den Doctorgrad verlieh. Er eröffnete dann hier eine Advocaturs-Kanzlei. Seinem Bemühen war es nun zu verdanken, daß sich hier eine jüd. Gemeinde constituirte. Als Dank dafür wurde er von der Gemeinde zu ihrem Ehrenmitgliede ernannt. Er saß dann auch von 18/1 bis 1893 im Cultusvorstande und bekleidete er auch einige Male das Amt eines Präses. 1876 wurde er auch in den Stadtrath gewählt, und später gehörte er auch dem Orttzschulralhe hier an. Ec fand so reiche Gelegenheit für seine Mitbürger und auch für seine Glaubensgenoffen ersprießlich wirken zu können. Türkei. § Monaftir, 15. August. Bis jetzt ist unserer CultuSgemeinde, die bekanntlich durch einen furchtbaren Brand vor einigen Tagen fast gänzlich an den Bettelstab gebracht wurde, nur spärliche Hilfe von

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