Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 67 (23.8.1897)
- Date
- 1897-08-23
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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: 7r^2^rv>.-rcMflkTV'.^^ 1300 und auf das ganze Herrscherhaus herab. Mit der Intonirung der Volkshymne schloß die erhebende Feier. — Im israelitischen Versorgungohause in der Seegaffe im IX. Bezirk fand ebenfalls anläßlich des Geburtstages des Kaisers ein Festgottesdienst statt. Wien, 15. August. (Zioniste ncongreß.) In den letzten Stunden finden nocb zahlreiche telegraphische Anmeldungen statt. Die Bukowina sendet Herrn Dr. Ebner und Wien den Herausgeber des Zionisten-Organs „Welt" Hcrrn Dr. Landau. Beide Herren sollen aus dem Congreß ein Programm feststellen, das den „sozialen Nöthen" der Juden Rechnung trägt. Aus Palästina haben sich bereits die Herren Dr. Heinrich Löwe und der Jerusalemer Kaufmann Dr. Wilhelm Groß, aus New-Dork, der Advokat Dr. Ad. Rosenberg nach Europa eingeschifft. Aus Rumänien und Galizien sollen eine ungeheure Anzahl von Petitionen an den Congreß gerichtet sein. Sie sind so umfangreich, ungefähr 50 Kilo int Gewicht, daß Herr P i n e l e s, Präsident der rumänischen Chovavei Zion, es ablehnte, dieselben als Paffagiergut milzunehmen und werden sie nunmehr in einer Kiste direkt nach Basel geschickt. Die Sache kann gut werden. Mit was werden die englisch-jüdischen Blätter ihre Spalten füllen, wenn erst der Congreß vorüber ift? Frankreich. ** Paris, 14. August. Es ist längst bekannt, daß man in neuester Zeit in Paris sich der Konkurrenz durch ausländische Aerzte zu erwehren sucht. Es sollen nun in Zukunst den fremden Studirenden wohl alle Provinz-Universitäten, jedoch nicht mehr die Pariser Fakultät zur Verfügung stehen, deren Glanz allein eö wahr, der die Mafien heranzog. Man motivirte diese reaktionäre Maßregel mit der Ueberfüllung der Fakultät, die im vergangenen Jahre 5000 Hörer gezählt habe. Doch ist der wahre Grund die Scheu vor der späteren Ausübung der ärztlichen Praxis durch ausländische Aerzte, und auch ein gut Stück Antisemitismus ist mit dabei. Schon in der vergangenen Woche haben das Pariser medizinische Profefforen- Kollegium, der Stavtrath und die Preffe lebhaft gegen diese Neuerung protestirt, von der dieselben eine empfindliche Schädigung des Ansehens der Universität und selbst Frankreichs befürchten, abgesehen von Nepreffalien, welche dieses Vorgehen zur Folge haben müßte. Am schlimmsten ist diese Maßregel für die zahlreichen jüdischen Studirenden aus Rußland und Polen wie aus den Balkanländern, die sich mit Vorliebe und aus nahe liegenden Gründen zur Vollendung ihrer Studien bisher nach Paris gewandt haben. Personalien Gerolzhofe,», 15. August. AK UN schon die Tr ennung zweier Freunde eilten schmcrtvoUen Eindruck auf das Gemüt!) hintcrlätzt, so ist der Abschied eines Mannes, der sich in den weitesten Kreisen die größte Liede und Achtung erworben hat, ein um so herberer. Herr Levi May, den ivir mit lebbaftcstcm Bedauert! aus unserer Mitte und aus deru Kreise seiner scgeitsreicheit Wirksamkeit scheiden sehett, siedelt nach Rnrtiberg über. Galt doch mäh end seiner 12jäbrigen Thätigkcit als Cnltusoorstand dahier dem Wähle der hiesigen Gemeinde sein nie ermüdendes Interesse und mau darf von ihm wahrlich sagen, daß er DDU ’inyD DDty? nJ'CND war. Tie Erfolge, die Herr Mau erzielt hat, legen mehr als es Worte vermögen, Zengniß ab von seilten edlen und opserfreudigen Bentühnngen. Auch an den hohen Feiertagen stellte er sich in uneigennütziger Weise in den Dienst seiner Gemeinde. In diesen seinen Bestrebungen für alles Gute, Edle und Wahre, stand ihm seine Gattin treu zur Leite. Der Fraucnverein. den sie vor mehreren Jahren ins Leben rief, und dein sie bis jetzt Vorstand, verliert in ihr ein unermüdliches Mitglied Ist es doch ihrer Ihatkräftigcn Leitung gelungen, daß der j.nge Verein der hiesigett Synagoge unlängst einen prachtvollen Thoraschmnck, bestehend aus ern DD und *1’ stiften tonnte. Der Wegzug dieser hochachtbaren Familie be eutet eine große, kaum ersetzbare Lücke m unserer Gemeinde. Den Scheidcttden aber rufen wir von ganzem Herzen ein :D~n li?y zu. Möge ihnen das Glück auch in ihrem neuen Domteil Ji. stets zur Sette stehen.'M. C. Sprechsaal. Mainz, den 12 August. Geehrtev Hcvv Rebnettuv! Unter Bezugnahtue aus den Artikel „Plaudereien atis der Somtttersctsche" in!>ie (>4 des „Israelit" gestatte mir, einen Irrlhnm zu berichten. Die in Astede stehende Com- Position Naniiibourg's wurde nicht ans eine Keduschoh, sondern ans den Tert „eck odon kul Itama-asim" voll demselben angewendet — In dessen Partitur steht als Rundschrift: „Ce Moi'eeau ä ete cunipose et execute dans le temple de Paris 011 1K44, c'est ä dire 5 a s avant la pullication du Prophet« de Meyer 1, er. Cette Observation a pour Imt d'harter taute airusarion de pla^iat, que l’on pourrait faire peser sur l'Auteur a cause de la ressembiänee gut exist-i ent re le coinnieueement de ce Moreeau, et l'air triumphal du Prophet«. lUtit vorzüglicher Hochachtung Leo Schleßinger Chor-Dirigent. i* Dermischtes Jühannesbueg. Am 14. Juli ivnrde hier das neue Gebäude der jüdischen Schule eingeweiht, zu welcher Festlicktkeit Inden und Christen in großer Iah! herbeigeströmt ivareii. Tie eigentliche Ceremonie vollzog der oberste Richter der Transvaal Republik Kotze, der schon seiner Zelt den Grundstein des Gcbäctdes gelegt halte. Er hielt bei dieser Gelegenheit eine große Anrede an die Versammlung, in der er seine Genngthunng ansdrückte, daß die jüdischen Gemeinden im ganzen Lande für die Bildung ihrer Kinder Großes thun. Insbesondere sei zu loben, daß alle Kinder in englisch und holländisch un errichtet würden. Die Buren freuten sich, wenn die Juden im Lande an Wohlstand imb Bildung zunehmen, denn sie seien sicher, daß die wachsenden Mittet der Juden nur zum Besten der Republik angewendet würden.