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Der Israelit · 1897-08-23 · Heft 67 (23.8.1897) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 67 (23.8.1897)
Date
1897-08-23
Page
– (sequence 3)
Language
German
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1297 leicht auch auf Gen. 49, 24 bwitr p* nyin hinzuweisen gewesen wäre. Die Heranziehung von Raschi's Erklärung zu 2, 8 für nnSyn n-S: mit nsbn nbi» erinnerte mich an eine andere Erklärung desselben, und zwar in ppv D 43, 18 mate ptrS «mir nrfon nifa asm wobei erst jetzt, durch des Verfassers Hinweis auf nSs in der Bedeutung von Krone oder Kranz diese bisher mir dunkel gebliebene Raschistelle klar geworden ist. Gelegentlich sei bemerkt, daß S. 40, V. 9 der Schluß in der Uebersetzung ausgefallen ist und daß S. 47, V- 8 nym zu verbessern ist, nämlich asm. Der gelehrte Herausgeber, Dr. Elias Pleßner, hat an manchen Stellen Bemerkungen hinzugefügt, für die ihm noch ein besonderer Dank zu zollen ist, der aber nicht geringer ausgefallen wäre, wenn er (S. 44) es unterlassen hätte, über einen diebischen Priester in seiner Gemeinde die Geißel seines (oft klassisch ausgedrückten) Witzes zu schwingen. Dafür wäre eher eine ergänzende Erklärung zu Anm. 4, S. 61 (Tarquinius war aber an 300 Jahren vor Alexander) am Platze gewesen. — Dem Buche geht eine Biographie des verewigten Verfassers voran, von seinem Enkel, dem rühmt ichst Mannten Arabisten Dr. Hartwig Hirschfeld in London geschrieben. Die subjectiven Empfindungen haben den Biographen nicht abgehalten, möglichst objeetiv in seiner Darstellung zu bleiben. Möge ein Jeder sich beeilen, dieses Buch zu kaufen - und zu studieren, wodurch der Herausgeber am meisten ermuntert werden könnte, recht bald eine Fortsetzung, vorzüglich die Noten zum Gebetbuche, folgen zu lassen. Dr. A. Berliner, St. Moritz. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. ** Berlin, 18. August. Größere Zuwendungen sind der Stadtgemeinde Berlin nach dem Bericht der städtischen Stiftungsdeputation im abgelaufenen Geschäftsjahre fünf gemacht und durch königl. Kabinetsordre bestätigt worden. Davon sind drei von Juden, und zwar für interkonfessionelle Zwecke, eine nur für Christen bestimmt. Es sind dies: Die testamentarische Zuwendung der Kom.-Rath Moritz Gerson'schen Eheleute, bestehend in dem Grundstück Thiergartenstraße 4a, von desien Erlöse ein Zehntel den christlichen Armen Berlins und 18,000 Mark dem jüdischen Krankenhause zu gute kommen sollten. Nach Beendigung eines langwierigen Erbschastsstreites ist der ersterwähnte Theil des Vermächtnisses mit 139,600 Mark (139,599,25 Mark) der Stadtgemeinde endlich ausgezahlt worden. Aus den Zinsen dieser Kapitals sollen alleinstehenden Damen der gebildeten Stände, die christlichen Glaubens sind, ohne Rücksicht auf Alter und Personenstand jährliche Beihilfen von 400 Mark gewährt werden. Die Therese Philipp-Stiftung im Betrage von 25,000 Mark, aus deren Zinsen hilfsbedürftige, vaterlose, unbescholtene Töchter der gebildeten Stände, die mindestens das 30. Lebensjahr erreicht haben müssen, jährliche Unterstützungen von ein- bis dreibundert Mark erhalten sollen. Endlich die Rentier Louis Bier-Stiftung im Betrage von 30,000 Mark, deren Revenuen in jährlichen Raten von mindestens 120 Mark an solche Handwerkslehrlinge vertheilt werden sollen, welche die städtische Handwerkerschule oder Baugewerksschule Hierselbst besuchen und vom Kuratorium dieser Anstalten als die würdigsten empfohlen werden. ** Berlin, 19. August, lieber das Frauenstudium an der Universität Berlin giebt die neueste Chronik der Hochschule eine Reihe von Nachrichten. Die Vorlesungen der Universität wurden im Sommerhalbjahr 1896 von 39 und im Winterhalbjahr 1896,97 von 95 Frauen besucht, darunter eine große Anzahl jüdischer Studentinnen. Ueber Fleiß und Begabung der ftudirenden Frauen geben die Berichte vieler Serninarlehrer Auskunft. Für uns von besonderem Interesse ist der Bericht des Literarhistorikers Prof. Dr. Erich Schmidt, der einer Hörerin seines Seminars ein wahrhaft glänzendes Zeugniß ausstellt. Er schreibt in seinem Bericht über die moderne Abtheilung des germanischen Seminars: „Ausnahmsweise ist einer Dame (Russin) auf Grund ihrer Dissertation die Betheiligung gestattet worden; ihre Referate waren die besten." Diese Dame ist Frl. Dr. Anna Tumarkin aus Kischineff in Südrußland. ** Spandau, 12. August. (Der Niedergang des Antisemitismus.) Es gab eine Zeit, wo zahlreiche Angehörige des Mittlern und kleineren Beamtenthums den antisemitischen Heerführern willig und blindlings folgten. Sie glaubten dies nicht nur unbehelligt von ihren Vorgesetzten genehme polnische Richtung zu unterstützen und sich dadurch als ausgezeichnete Staatssäulen und demgemäß als vortreffliche Beamte zu empfehlen. Wieweit sie dabei im einzelnen ihre Rechnung gefunden haben, wissen wir nicht. In Sachsen scheint sich jetzt, wie die „Berliner Volks-Zeitung" schreibt, in der politischen Taktik der fraglichen beamteten Antisemitenverehrer eine Wandlung vorzubereiten. Die Stöckerianer, Ahlwardtianer, Zimmermannianer der sechsten bis achten Rangklasse vollziehen eine Schwenkung. Nach der Ausführung des konservativen „Vaterland" in

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