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Der Israelit · 1897-08-19 · Heft 66 (19.8.1897) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 66 (19.8.1897)
Date
1897-08-19
Page
– (sequence 4)
Language
German
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■ l-'J '•"wsayij'.c-y.ngp-* *mig 1278 gionsunterrichts in unserer isr. Volks- und Konfessionsschule einerseits und unserer Religionsschule andererseits. (Ref. Straßburger sen., Buchau; Korres. Metzger—Cannstatt). 2. Der isr. Religionsunterricht unserer Sonntagsuns Fortbildungsschule. (Ref. Forchheimer— Buttenhausen, Korres. Frank—Weikersheim.) 3. Unsere Stellung zum Verband der jüd. Lehrervereine im deutschen Reiche. (Ref. Stern— Eßlingen, Korres. Spatz —Affaltrach.) 4. Das isr. Lesebuch für die Oberklasse der Volksschulen Württembergs. (Uhlmann—Lauchheim; Preßburger— Creglingen.) Sämmtliche Referate erfuhren gründliche, sachgemäße Bearbeitung seitens der Herren Referenten; nach eingehenden Debatten wurde beschlossen, ad. 1 bei der Vorgesetzten Behörde vorstellig zu werden, daß auch die Schüler sich regelmäßig am Religionsunterricht betheiligen; all. 2. Mit Rücksicht darauf, daß dieser Unterricht erst neu eingeführt ist und zu wenig Erfahrungen gesammelt sind, vorerst von endgiltigen Beschlüssen abzusehen, ack 3 eine „abwartende" Stellung einzunehmen, ad 4 die Oberkirchenbehörde zu ersuchen, in irgendwelcher Weise den Mißstand des veralteten Lesebuchs zu beseitigen. Die das Mahl würzenden Toaste bekundeten in erfreulicher Weife das herzliche Einvernehmen zwischen Lehrer und Rabbinen und hochbefriedigt von den Ergebnissen dieser Versammlung schieden die Teilnehmer derselben von einander. Slratzburg i. E. p*w. Der „Israelit" bringt seit einer Reihe von Wochen die verschiedenartigsten Berichte yon den Reichslanden, die aber alle von wenig Erfreulichem zu berichten wußten. Heute kann ich -res aber eine Thatsache berichten, die gewiß für weite Kreise freudiges Interesse bieten wird. Die hiesige Israelitische Religionsgesellschaft bat im vorigen Monate vom Ministerium für Elsaß- Lothringen eine erstmalige Subvention von M. 500 erhalten. Um die Bedeutung dieser Thatsache nach ihrem wahren Werthe würdigen zu können, verdient Folgendes hergehoben zu werden: Tie Religionsgesellschaft hat von ihren allerersten Anfängen an, schon von der Zeit an, als im Jahre 1880 drei oder vier Männer zusammentraten, um den e"n pr-Vercin zu gründen, sich als das einzige Ziel ihres Strebens gefetzt, unverbrüchlich das wahre Judenthum zu wahren, dieses für ihre Kinder zu erhalten, wie es uns von unseren Vätern überliefert worden ist. Die Geschicke dieser Vereinigung waren äußerst wechselreich. Es waren Kämpfe zu bestehen, welche wiederholt den ganzen Brstand der Vereinigung in Frage stellten. Es kamen wieder bessere Zeiten. Aus dem Religionsverein konnte sich eine Religionsgesellschaft entwickeln. Der enge Betsaal konnte mit einer selbsterbauten Synagoge vertauscht werden. Der Zeit des äußeren Aufbaues konnte eine Zeit des inneren Ausbaues folgen. Allein zu allen Zeiten, von Allen, welche in der ganzen Zeit die Führung übernommen hatten, ist dieses Ziel des Strebens das gleiche geblieben; immer war die Devise: nev mve! Dieses Streben wurde auch stets der Regierung gegenüber offen und rückhaltlos vertreten. Die Religionsgesellschaft betonte selbst den Höchftstehendsten gegenüber, daß sie mit ihren Zielen und Bestrebungen ganz auf dem Boden des traditionellen, sogenannnten orthodoxen Judenthums stehe. Die Anerkennung, die in der Zuwendung dieser Subvention liegt, ist daher in erster Linie eine Anerkennung für das wahre, unverfälschte Judenthum. Diese Thatsache mag auch Andre dazu ermuthigen, die Worte von rwr-r zu bethätigen: «na« D’s^o tu mm>r. Die Religionsgesellschaft liebte es bisher, immer mehr im Innern zu wirken, ohne von ihrem Wirken viele Worte nach außen zu machen. Möge sie auf dem eingcschlagenen Wege wacker vorwärtsschreiten und immer mehr ihr Streben verwirklichen.! mev ^irtnb: mam pp c^nb Oesterr.-Ungar. Monarchie. § Wien, 15. August. Der Telegraph wird Ihnen gewiß noch vorgestern, Freitag, gemeldet haben, daß Ernst Vergani, der Herausgeber des christlichsozialen „Deutschen Volksblattes" in dem Prozesse, oen er gegen seinen ehemaligen Freund und Gönner, den deutsch-nationalen Georg Schönerer und dessen Genossen, Wolf und Arnoscht, angestrengt hat, schmählich unterlegen ist, denn es stellte sich dabei heraus, daß er, der Kläger, welcher angeblich gegen die jüdische Corrupton kämpft, ein Defraudant war und Gemeindeobligationen unterschlagen hat. Ich will nur das jüdische Moment in diesem Prozeß hervorheben. Vergani hat alle jüdischen Geschworenen abgelehnt, während seine Gegner nicht die jüdischen, sondern die christlich-sozialen Geschworenen abgelehnt haben. So kam es, daß sich unter den Geschworenen auch drei Juden: Ignaz Kraus, Leo Brandt und Emanuel Robitschek befanden. Letzterer mußte jedoch am vierten Verhandlung-tage die Geschworenenbank wieder verlassen, weil seine Mutter gestorben war, und trat dann für ihn ein Ersatzgeschworener ein. Es saßen daher nur noch zwei Juden auf der Geschworenenbank. Die Angeklagten wurden nun mit sieben wider fünf Stimmen frei gesprochen. Unter den zehn christlichen Geschworenen befand sich nur ein Protestant, während die übrigen neun Katholiken waren. ES zeigt sich also deutlich, daß auch die Ka-

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