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Der Israelit · 1897-08-09 · Heft 63 (9.8.1897) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 63 (9.8.1897)
Date
1897-08-09
Page
– (sequence 10)
Language
German
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1230 Hallen müssen, da sie ohne Füße kernen Halt auf der Erde oder auf Bäumen hätten, und was sonst noch allevon diesem Vogel gefabelt wurde. — Der gläubige Linnaeus selbst hat ihn, von dieser Fabel überzeugt, einen sußlosen Vogel von Natur vor sich zu haben, unter dem Nanun „Pavadisea apoda*‘ Lin. 254 catalogii'irt 1735. — Dutzende solcher Vögel kamen nachher mit ausgeristenen Füßen aus Indien nach Europa, wo ne als Wundervögel, unter dem Namen „Paradisaea apoda“ für schwere- Geld immer Käufer fanden. — Jede öffentliche Sammlung mußte mindestenein Exemplar besitzen. (Buffon.) Auch wurde während dieser zwei Jahrhunderte die Lösung der talmudiscken Schwierigkeiten auf keinerlei Art näher gebracht; im Gegentheil, sie wurden noch verwickelter. — Die durch Jonathan Eibeuschütz verfaßte Arbeit iips 'an wollte wohl nicht zu einer Lösung beitragen. — Auch bei der ersten Bibelübersetzung gibt Mendelsohn dem allgemeinen Gefühl der Unkenntniß Ausdruck, indem er den in seiner Uebersetzung ohne Begründung beigefügten deutschen Vogelnamen folgenden Begleitschein mitgab : — „Wir wissen wohl, daß wir zum Uebersetzen der Vogelnamen unerfahren sind, sowohl in Bezug der Namen selbst, als auch der Merkmale. Unsere Vorgänger waren schon im Zweifel; ich bin in dieser Uebersetzung früheren und fcemden Autoren nachgefolgt. — Ich füge jedoch die Vogelnamen nur bei, um diese Stelle nicht g .nz ohne Uebersetzung zu lasten, es möge ein jeder jedoch das ihm bestgefallende in dieser Beziehung wählen, ohne meinen Einfluß." — (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten nnd Korrespondenzen. Deutschland. Hannover, 4. August. Auf einer am 1. d. M. in Verden stattgefundenen Konferenz konstituirte sich unter reger Betheiligung eine „Freie Vereinigung der jüd. Lehrer von Hannover—Bremen". Dieselbe bezweckt durch häuftgere Zusammenkünfte Fortbildung, Kollegialität und Standesbewußtsein zu fördern. In den Vorstand wurden gewählt: Spanier—Stolzenau, 1. Vorsitzender, Lev p—Hannover, 2. Vorsitzender, Levisoh n—Hannover, Schriftführer. Kollege Hofmann—Twistringen hielt eine Lehrprobe über das Thema: Josuas Einsetzung und seine erste Thätigkeit. An diese knüpfte sich eine lebhafte Debatte. Zum Schluffe sprach der Vorsitzende dem Referenten den Dank der Versammlung aus. Ein vom Vorsitzenden vorgelegter Statutenentwurf fand die Zustimmung der Konferenz. Die nächste Versammlung soll am 2. Sept. in Wunsdorf ftattftnden. Die Lehrprobe übernimmt: Lev i—Hannover, den Vortrag: H'o f m a n n—Twistringen. Oe st e rr.-Ungar. Monarchie. ** Petersburg (in Böhmen.) Entgegen der an verschiedenen Orten eingeleiteten antisemitischen Agitation gegen das rituelle Schächten, verdient die Thalsache hervorgehoben zu werden, daß die beiden einzigen hier existirenden christlichen Fleischer Anton Hayak und Wenzel Schlösser seit Jahren schon ihr Schlachtvieh von dem diesigen jüdischen Schächter Stein schlachten und auch die Lungen und Eingeweide derselben untersuchen lasten, einerseits aus Neberzeugung, daß das Fleisch des geschlachteten Viehs sich länger frisch hält, anderseits aus sanitären Rücksichten. Die hiesigen gräflich Czernin'schen Herrschaften genießen hier kein anderes Fle sch als nur das von rituell geschlachtetem Vieh. — Auch in dem eine Stunde von Petersburg entfernten Jechnitz lasten die daselbst befindlichen Fleischhauer ihr Vieh rituell schächten und untersuchen. ** Budapest, 5. August. Der pensionirte Oberstaatsanwalt Alexander Komza, durch desten energische Initiative seiner Zeit der berüchtigte Tisza- Eßlaer Prozeß durchgeführt wurde, ist 72 Jahre alt, gestorben. Der Verblichene war einer der bedeutendsten Juristen Ungarns. .Schweiz. ** Basel (Z ionisten-Mongre ß.) Von der Parteileitung wurde folgendes Arbeitsprogramm ausgegeben: Erster Tag, 29. August 1. Sitzung, Beginn 9 Uhr Vormittags. Constituirung: a) Eröffnung des Congresses durch den Alterspräsidenten, b) Begrüßungsrede von Dr. Th. Herzl. c) Wahl des Bureaus. d) Verlesung des Einlaufes. Tagesordnung: Erster Punkt. Die allgemeine Lage der Juden. Referent Dr. M. Nordau. Zweiter Punkt. Begründung des zionistischen Programms. Referenten Dr. A. Birnbaum und Dr. D. Farbstein. Erster Tag, 2. Sitzung. Beginn 3 Uhr Nachmittags. Tagesordnung: Dritter Punkt. Die zionistische Organisation. Referent Rechtsanwalt Dr. Bodenheimer. a) Centralifation der zionistischen Thätigkeit, b) Nationalfonds, c) Agitation. Zweiter Tag, 30. August. 3. Sitzung, Beginn 9 Uhr Vormittags. Tagesordnung: Fortsetzung der Referate und Debatten über den dritten Punkt. Zweiter Tag, 4. Sitzung, Beginn 3 Uhr Nachmittags. Tagesordnung: Vierter Punkt. Die Colonisation Palästinas. Referent Dr. M. T. Schnirer. a) Landankauf, b) Gründung neuer Colonien. c) Ausbildung von Colonisten. d) Import und Export. e) Culturelles.

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